Ohne Set im Klettersteig: Notruf aus 1300 Metern Höhe@(zwischenHeadlineTag)>
Jedes Jahr unterschätzen Bergsportler einem Facebook-Post der Bergrettung Reichenau zu Folge im Frühling die Bedingungen auf dem Alpenvereinssteig (Schwierigkeit A/B) im Großen Höllental (Rax), was immer wieder zu Rettungseinsätzen führt. Aufgrund der ungewöhnlich warmen Witterung kam es in diesem Jahr besonders früh zu einem Vorfall: Zwei junge Niederösterreicher mussten am 06. März von der Bergrettung und der Alpinpolizei gerettet werden.
Die beiden waren ohne Klettersteigset und mit unzureichender Ausrüstung eingestiegen. Doch an den steilen Schneefeldern auf rund 1300 Metern Höhe war für sie kein Weiterkommen mehr möglich. In ihrer misslichen Lage setzten sie schließlich einen Notruf ab.
Aufwendige Rettungsaktion per Tau@(zwischenHeadlineTag)>
Die Bergrettung, die Alpinpolizei und die Flugpolizei rückten gemeinsam aus. Da der Zustieg aufgrund der gefährlichen Bedingungen zu riskant war, entschied man sich für eine Bergung per Tau. Die beiden Männer wurden sicher ins Weichtalhaus geflogen und dort den weiteren Einsatzkräften übergeben.
Frühjahrstouren erfordern besondere Vorsicht@(zwischenHeadlineTag)>
Dieser Einsatz zeigt erneut, dass Klettersteige – selbst bei frühlingshaften Temperaturen im Tal – in höheren Lagen noch winterliche Gefahren bergen. Das Große Höllental ist nordseitig ausgerichtet, weshalb Schneefelder hier lange bestehen bleiben. Eine sichere Begehung des Alpenvereinssteigs ist erst nach vollständiger Schneeschmelze möglich.
Die Bergrettung appelliert eindringlich an alle Bergsportler, sich über die aktuellen Bedingungen zu informieren und nur mit geeigneter Ausrüstung in alpine Touren zu starten.
Über den Alpenvereinsteig@(zwischenHeadlineTag)>
Der Alpenvereinssteig (AV-Steig) vom Großen Höllental zum Ottohaus wurde bereits 1910 eröffnet und zählt somit zu den ältesten Klettersteigen überhaupt. Der Klassiker in der Rax-Schneeberg-Gruppe ist (schnee- und eisfrei!) verhältnismäßig einfach (A/B, 1-). Aufgrund seiner Länge, exponierter Passagen und da die Route nur abschnittsweise gesichert ist, erfordert der Steig eine gute Kondition sowie alpine Erfahrung. Ein Klettersteigset, festes Schuhwerk und ein Helm sind Grundvoraussetzungen für eine sichere Begehung.


11 Kommentare
Kommentar schreibenZu den genannten Beiträgen. Den Einsatz bekommen die Geretteten ja fast immer in Rechnung gestellt und sie sind gegen den finanziellen Schaden versichert oder eben nicht. Da der Betrag für eine Hubschrauberrettung mit Seilwinde schnell im 5 stellingen Bereich liegt, ist es schon auch sinnvoll, wenn Bergsportler für solche Einsätze eine Versicherung haben. Ein Selbstbehalt wäre in meinen Augen nicht schlecht. Würde die Verantwortung schärfen, aber in einer Notlage, in die jeder kommen kann, nicht gleich existenzielle Sorgen aufkommen lassen.
Jungen Menschen muss man einfach zugestehen, dass sie zu Beginn ihrer "Alpinekarriere" Fehleinschätzungen unterliegen. Daher kann man nur appellieren sich für seine ersten alpinen Schritte mit bergerfahrenen zusammen zu tun. Kursangebote zu nutzen, oder eben ganz klein anfangen und die Tourenschwierigkeiten erst langsam zu steigern.
Es muss sich dringend etwas ändern!
Leider haben die jüngeren Generationen zum Grossteil jegliche Selbstreflexion verloren. Ich glaube auch nicht, dass sie sich wissentlich in Lebensgefahr begeben, zumindest die Meisten. Das Hauptproblem sind hier, wie bei so vielen Dingen in den letzten Jahren (z.B. die Einflussnahme auf die Politik, etc.) die sozialen Medien. Aus mir unerfindlichen Gründen handelt diese Generation völlig kopflos, wenn es um Beiträger in Selbigen geht. A la:" Oh schau mal, die Influencer:innen sind am Eibsee und machen Fotoshootings auf dem Eis. Lass uns da hin und auch solche Bilder machen." Das es seit 3 Wochen kaum noch gefroren hat und tagsüber weit über 10 Grad hatte, wird komplett ausser Acht gelassen. Zur Folge hat es dann einen Katastropheneinsatz aller Wasserwachten und Feuerwehren der Region und einen jungen Menschen der nun ein Pflegefall bleiben wird...
Wenn man nur ganz kurz reflektiert hätte, dann sollte einem doch wirklich bewusst sein, dass man absolut nichts auf dem Eis verloren hat. So handeln halt, meiner Meinung nach, mittlerweile ein Grossteil der Menschen. Am Ende habe ich in den Bergen mit der Bergwacht und meiner DAV-Versicherung doch ein "all-inklusive-Paket". Wenn es blöd läuft holen die mich und ich kriege noch einen gratis Hubschrauberflug und neuen Content für mein social media Profil.
Als Bergwachtler bringen wir für alle Situationen Verständnis auf. Aber es wird immer schwerer die Beweggründe nachzuvollziehen. Daher, und damit spreche ich sicherlich für einen Grossteil der Bergwacht, muss sich ganz schnell etwas ändern. Die Leute müssen wieder mehr Eigenverantwortung zeigen und leider geht dies meist am Besten über den Geldbeutel...
Ich bin Taucher und Bergsteiger. Um Tauchen zu können benötigt man einen Tauchschein. Für die Benützung von Klettersteigen sollte man auch eine Art von Befähigungsnachweis vorweisen können.
Wenn du beim Tauchen einen Fehler machst (mangelnde Ausrüstung, Selbstüberschätzung) endet das meistens tödlich.
Wenn ich in einen Klettersteig einsteige und nicht mehr kann rufe ich die Bergwacht, die mich dann sicher ins Tal bringt.
Das kann nicht sein. Diese Einsätze muß der Betroffene selbst bezahlen. Durch sein fahrlässiges Verhalten bringt er auch noch andere Menschen in Gefahr.
Ob in die Höhe oder in die Tiefe, es ist kein Spielplatz. Mit einem Lehrgang sollte man den Leuten die Gefahren der Berge näher bringen.
Sollte nicht vom Staat bezuschusst werden.
Es ist ja in der digitalen Welt nicht der Fall dass man sich im Vorfeld nicht über die geplante Tour mit Schwierigkeitsgrat informieren kann. Es gibt genügend gute Plattformen. Auch was Nord und Südseite ist sollte man auf Karten erkennen können.
Wer seine Grenzen nicht kennt und dann vor allem nicht rechtzeitig umkehrt sollte zahlen müssen.
Egal ob DAV oder nicht. Dann überlegt man sich vielleicht eher ob man mal losgeht und schaut was da so kommt und dann die Retter bestellt.
Ich finde es sollte differenziert werden.
Kommt man ohne vernünftige Ausrüstung in eine Notlage sollte man den Notruf selbst bezahlen da dies ein fahrlässiges Handeln ist
Hat man eine vernünftige Ausrüstung dabei und man gerät in eine Notlage dann sollte dies die Versicherung übernehmen
Der Vorkommentator übertreibt etwas. Keiner bringt sich selbst in Lebensgefahr, weil er sowieso eine Rettung erwartet. Selbst wenn der DAV nichts bezahlen würde, würden weiterhin solche Unfälle passieren, nur dass man die Menschen zusätzlich finanziell ruiniert.
Am besten wäre es der Staat bezuschusst die Rettungsdienste mehr. Solange wir Milliarden ans Ausland oder für illegale Zuwanderer verschleudern, kann mir keiner verkaufen, dass wir nicht auch genug für die Bergwacht hätten.
Den Beitrag vom Vorgänger kann ich nur eins zu eins übernehmen. Eigene Verantwortung für sich am Berg zu übernehmen, scheint ein gravierendes Gesellschaftliches Problem der heutigen Zeit zu sein. Simona Dietel
Gustav da hast du sowas von Recht.
Diese fahrlässigen Menschen sollen ihre Rettung selbst bezahlen!
Meine Meinung ist
Leute lasst die Berge in Ruhe.
Die Berge sind kein Spielplatz,
sondern was man mit Vernunft und
Ehrfurcht benutzen soll.
Ein absoluter Bergler