Erfolg in Arco

Starke Sache: Babsi Zangerl klettert erste 9a+ Rotpunkt!

Sie hat einen Lauf: Nach ihren letzten großen Erfolgen im Yosemite hat Babsi Zangerl nun bei Arco eine weitere Spitzenleistung für sich verbucht. Mit "Bombardino" gelang ihr ihre erste Kletterroute im Schwierigkeitsgrad 9a+.

Starke Sache: Babsi Zangerl klettert erste 9a+!
© Instagram/Jacopo Larcher

Starke Sache: Babsi Zangerl klettert erste 9a+!

Die von keinem anderen als Adam Ondra im Jahr 2012 eingebohrte und 2022 frei gekletterte Linie unweit von Arco ist definitiv der Kletterelite vorbehalten. Nachdem Babsi Zangerl in den Jahren 2018 und 2021 bereits zwei Routen im Schwierigkeitsgrad 9a geklettert war, konnte sie nun mit der Rotpunktbegehung von "Bombardino" noch eins draufsetzen. Damit zählt die Österreicherin zu der kleinen Gruppe von Spitzenkletterinnen, die den Grad 9a+ beherrschen.

"Nach rund zwei Monaten harter Arbeit habe ich endlich meine erste 9a+ geklettert! Bombardino hat mich von Anfang an total gefesselt. Ein großes Dankeschön an Adam Ondra für diese unglaubliche und inspirierende Route – sie ist eine dieser Linien, die einen einfach in ihren Bann zieht und nicht mehr loslässt", äußerte sich Zangerl im Nachgang. Zuletzt hatte die 36-Jährige für Furore gesorgt, nachdem ihr als erstem Mensch die erste Flash-Begehung der Route "Freerider" am El Capitan (Yosemite) gelungen war. Ein historischer Meilenstein!

Babsi Zangerls schildert ihren Erfolg

Gegenüber Planetmountain.com schilderte die Kletterin die harte Vorbereitung:

"Jede Session oberhalb von Arco fühlte sich wie eine kleine Mission an. Der Blick über den Gardasee verlieh dem ganzen diese einzigartige, fast urlaubsähnliche Atmosphäre – selbst an den harten Tagen konnte ich mich kaum beschweren. Je tiefer ich in das Projekt eindrang, desto spannender – und emotionaler – wurde es. Beim allerletzten schwierigen Zug stürzte ich dreimal … und mit jedem Sturz wurden meine Zweifel größer. Die Temperaturen stiegen, das Klettern wurde anstrengender, und ich spürte, wie sich das Zeitfenster langsam schloss. Die Route schien unberechenbar – an manchen Tagen machte ich echte Fortschritte, an anderen fühlte sie sich völlig unerreichbar an.

<p>Babsi Zangerl in "Bombardino".</p>

Babsi Zangerl in "Bombardino".

© Jacopo Larcher

An dem Tag, als ich es schließlich schaffte, war es warm – 26 Grad – nicht gerade meine Vorstellung von perfekten Temperaturen. Ich hatte bereits drei Versuche hinter mir, und nur einer davon hatte sich gut angefühlt. Und natürlich stürzte ich beim letzten Zug wieder. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Erwartungen mehr. Ich wollte es nur noch ein letztes Mal versuchen, als Training. Mehr nicht. Aber dann machte irgendwie alles Klick. Schon beim ersten Zug wusste ich, dass ich kämpfen musste. Mein Körper war müde, aber mein Geist war ruhig.

Zug um Zug machte ich einfach weiter. Ich wusste genau, was der nächste Move war – wann ich atmen und wann ich Gas geben musste. Als ich die Schlüsselstelle schaffte und mich total aufgepumpt weiterbewegte, konnte ich es immer noch nicht glauben. Erst als ich zum letzten Mal geclippt hatte. Ich war völlig am Ende, aber hielt durch – gerade lange genug. Die Höhen und Tiefen, die Zweifel, die kleinen Durchbrüche – dieses Gefühl, alles für etwas zu geben, selbst wenn es nur eine Kletterroute ist … es war einfach großartig."

<p>Als sie schon mit dem Erfolg abgeschlossen hatte, gelang die Rotpunkt-Begehung.</p>

Als sie schon mit dem Erfolg abgeschlossen hatte, gelang die Rotpunkt-Begehung.

© Jacopo Larcher

Aus der Kletter- und Alpinszene regnete es Glückwünsche: Zuvorderst gratulierte Erstbegeher Adam Ondra, aber auch Stefan Glowacz, Lara Neumeier, Mélissa Le Nevé, Jakob Schubert und viele andere bekundeten auf Instagram ihren Respekt.

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2 Kommentare

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Gastbeitrag

"Damit zählt die Österreicherin zu der kleinen Gruppe von Spitzenkletterinnen, die den Grad 9a+ beherrschen." Beherrschen, nah ja. Als Faustregel gilt, dass man einen bestimmten Schwierigkeitsgrad im Klettern beherrscht, wenn man ca. 70 Routen in eben diesem Grad geschafft hat. Aber nach einem Durchstieg beherrscht man den Grad sicherlich nicht. Aber dennoch eine große Leistung von der Babsi – Hut ab.

Alex

bombardino Krokodilo