Hochalpine Überschreitung als Familientour@(zwischenHeadlineTag)>
Was als Familienwanderung geplant war, endete am Freitag (30. Mai 2025) in einer dramatischen Rettungsaktion im Hochgebirge: Eine deutsche Familie – Eltern mit drei Kindern im Alter von acht, zehn und 14 Jahren – startete am Freitagmorgen von der Ellmaualm (1533 m) bei Werfenweng zu einer hochalpinen Überschreitung des Tennengebirges.
Ziel war die auf 1550 Metern gelegene Söldenhütte (Dr. Heinrich Hacklhütte). Der gewählte Weg: eine rund siebenstündige, anspruchsvolle Route über die sogenannte Hochtrohnleiter – ein Abschnitt, der bis auf etwa 2.500 Meter Seehöhe führt.
Warnungen ignoriert, Ausrüstung mangelhaft @(zwischenHeadlineTag)>
Bereits im Vorfeld hatte der ortskundige Hüttenwirt der Ellmaualm die Familie eindringlich vor der Tour gewarnt – insbesondere wegen der noch vorhandenen Altschneefelder und der unzureichenden Ausrüstung der Wanderer. Doch die Eltern nahmen die Warnung offenbar nicht ernst (genug). Die Kinder trugen einfache Laufschuhe, die Eltern Trekkingschuhe – keine davon für alpines Gelände geeignet. Regenschutz, Stirnlampen oder Biwaksäcke führten sie ebenfalls nicht mit.
Gegen 18 Uhr informierte der Vater telefonisch den Wirt der Söldenhütte, dass sich die Familie verspäten würde, aber auf dem Weg sei. Eine Ankunft gegen 20 Uhr wurde angekündigt. Als die Familie um 21 Uhr jedoch noch nicht eingetroffen war und erneut eine verspätete Ankunft mitgeteilt wurde, zögerte der Wirt zunächst, die Bergrettung zu alarmieren. Um 23 Uhr setzte der Vater schließlich selbst einen Notruf ab – die Familie steckte im Bereich der Tauernscharte (2103 m) fest und war nicht mehr in der Lage, weiterzugehen.
Nächtlicher Einsatz der Rettungskräfte@(zwischenHeadlineTag)>
Elf Einsatzkräfte der Bergrettung Werfen rückten daraufhin aus. Mit Seilsicherung führten sie die Familie über Altschneefelder hinab zur Hütte – gegen 3:15 Uhr erreichten alle Beteiligten schließlich unverletzt, aber unterkühlt ihr Ziel. "Sie waren durchnässt und froren. Wir haben sie am Berg mit warmer Kleidung versorgt", berichtet Einsatzleiter Stefan Koller.
"Die Familie war 17 Stunden unterwegs und hatte die Gefahr unterschätzt", mahnt Koller. Gründliche Tourenplanung, Einholen ortsbezogener Informationen und des Wetterberichts sowie passende Ausrüstung sind Grundvoraussetzung für sichere Touren in den Bergen - und wurden hier offensichtlich nicht beachtet.
Insbesondere in den Hochlagen der Alpen befinden sich auch im Frühsommer noch zahlreiche Altschneefelder, auf denen man leicht ausrutschen kann. Ohne festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, Notausrüstung, Brotzeit und Ersatzakku kann selbst eine vermeintlich einfache Tour zur gefährlichen Unternehmung werden.





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