Mit Google Maps in den Klettersteig statt auf den Wanderweg@(zwischenHeadlineTag)>
Ursprünglich wollte der 40-Jährige gemütlich zum Stöhrhaus wandern. Doch statt auf dem markierten Wanderweg führte ihn die Navigations-App direkt zum Einstieg des anspruchsvollen Hochthron-Klettersteigs – bei einsetzender Dunkelheit, durchnässt, ohne alpine Erfahrung oder passende Ausrüstung.
In seiner Not rief der Mann gegen 22:30 Uhr beim Stöhrhaus an. Der Wirt erkannte sofort die prekäre Lage und alarmierte die Bergwacht Marktschellenberg. Nach einem längeren Telefonat – der Mann wirkte verwirrt und orientierungslos – machten sich drei Retter mit dem ATV auf den Weg und stiegen zu Fuß weiter auf. Der Mann wurde gesichert aus dem steilen Gelände geführt, beim Scheibenkaser stießen fünf weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung hinzu.
Zur Beruhigung erst mal ein Joint@(zwischenHeadlineTag)>
Kurioses Detail am Rande: Nachdem er wohlbehalten aus der Gefahrenzone gebracht worden war, genehmigte sich der sichtlich erschöpfte Mann zur Beruhigung erst einmal einen Joint. Anschließend wurde er zum Rettungsfahrzeug begleitet, zur Wache gebracht und per Privatfahrt zum Bahnhof Berchtesgaden gebracht.
Tipp der Bergrettung: "Navi in den Bergen? Nur mit gesundem Menschenverstand kombinieren! Wetter prüfen, Tour planen." Gerade in den Bergen ist Google Maps schnell nicht mehr das Werkzeug der Wahl. Eine spezielle Wander-App mit einer guten topografischen Karte ist hier Pflicht.
Der Hochthron-Klettersteig in den Berchtesgadener Alpen@(zwischenHeadlineTag)>
Das Stöhrhaus liegt auf 1.894 m Höhe am Untersberg in den Berchtesgadener Alpen. Zur Hütte gibt es mehrere Zustiegswege, die allesamt mindestens 1100 Höhenmeter Zustieg erfordern, die meisten Wege eher mehr.
Der Hochthron-Klettersteig ist ein langer, anspruchsvoller Klettersteig mit vielen kraftraubenden Passagen bis zum letzten Meter. Nur für Erfahrene mit guter Bewegungstechnik und Kondition. Kein Notausstieg, keine Abbruchmöglichkeit!



5 Kommentare
Kommentar schreibenGoogle Maps und andere Google Produkte sind von miserabelster Qualität. Das ist ja bekannt. Würde man endlich eine globale Haftung einführen wie es etwa die Automobilkonzerne für ihre Produkte haben, gäbe es das Modell google schon lange nicht mehr. Es wundert daher kein wenig, dass hier in die Irre geleitet wurde seitens Google und die einfach ungestraft so weitermachen können. Das gehört dort zum guten ton.
Gegen Dummheit ist - auch auf der Alm - einfach kein Kraut gewachsen.
Ein Joint ist erst rech nicht das geeignete 'Kraut'.
In Google ist die Route auch gar nicht wirklich eingezeichnet
Immerhin hat er noch Glück gehabt, dass er wenigstens noch einen Handyempfang hatte. Als Dank würde ich da mindestens einen nennenswerten Betrag als Spende an die Bergwacht Martkschallenberg erwarten.
Wer ist verantwortlich, dass ein Klettersteig in Google Maps als gemütlicher Wanderweg eingetragen ist?
Da werden Leute, denen der Kragen platzt, weil Verantwortungsträger in der Politik ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, und die sich dann in Social Media in ihrer Wut in Äußerungen versteigen, selbstverständlich sofort von der Polizei kassiert.
Aber ahnungslose Menschen durch Desinformation auf Google Maps in Todesfallen zu locken, bleibt einfach ungestraft?
Das geht so nicht weiter, Leute.
Das ist Gedankenlosigkeit und Selbstüberschätzung mit unmittelbarer Rückmeldung. Hoffentlich hat der "Wanderer" etwas fürs Leben gelernt, nicht nur in Bezug auf die Berge. Und hoffentlich hat er sich bei den Rettern gebührend bedankt.
"Gerade in den Bergen ist Google Maps schnell nicht mehr das Werkzeug der Wahl. Eine spezielle Wander-App mit einer guten topografischen Karte ist hier Pflicht"
Das ist zwar prinzipiell völlig richtig, allerdings bezweifle ich, dass
ihm bei seiner Unerfahrenheit eine topografische Karte überhaupt was genützt hätte, da er sie vermutlich nicht hätte lesen können und trotz Karte in die falsche Tour eingestiegen wäre.