Blockiert in Kletterroute

Nach Sturz blockiert: Rettung nach 12 Stunden in Felswand

In den Dolomiten haben drei Bergsteiger aus Mailand eine dramatische Nacht an der Tofane überstanden. Die Männer im Alter zwischen 29 und 56 Jahren gerieten auf ihrer Route rund acht bis neun Seillängen vor dem Ausstieg in Schwierigkeiten, als einer von ihnen stürzte. Obwohl der Vorsteiger unverletzt blieb, gab die Sicherung nach – ein Weiterklettern war an der überhängenden Stelle unmöglich.

Rettungshelikopter im Einsatz (Symbolbild)
© IMAGO / imagebroker

12 Stunden in Felswand blockiert

Die drei Alpinisten setzten einen Notruf ab und verbrachten über zwölf Stunden gesichert an der Wand. Ein erster Rettungsversuch per Hubschrauber scheiterte an schlechtem Wetter und schwieriger Topografie. Erst mit einem aufwändigen Bodeneinsatz, bei dem Bergretter rund 80 Höhenmeter abklettern mussten, gelang es, die Gestrandeten gegen Mitternacht zu erreichen.

Ein weiterer Versuch, die Bergsteiger in der Nacht per Seilwinde zu bergen, musste wegen eines herannahenden Gewitters abgebrochen werden. Erst gegen 4:30 Uhr am Sonntagmorgen konnte das Team gemeinsam mit den drei Männern im strömenden Regen die Route verlassen. Alle Beteiligten kamen mit dem Schrecken davon. 

Tofane: Spektakuläre Ausblicke und vielseitige Klettermöglichkeiten

Die Tofane liegen westlich von Cortina d’Ampezzo und überragen das Boitetal. Mit den Gipfeln Tofana di Mezzo (3.244 m), der Tofana di Dentro (3.238 m) und der Tofana di Rozes (3.225 m) bieten sie nicht nur spektakuläre Ausblicke, sondern auch vielseitige Klettermöglichkeiten. Besonders beliebt ist die Südwand der Tofana di Rozes mit ihren langen, historischen Routen, die sowohl technisches Können als auch alpine Erfahrung erfordern. Die Nähe zu Cortina d’Ampezzo macht das Gebiet zudem gut zugänglich und bietet eine hervorragende Infrastruktur für Bergsportler. 

Die Gipfel waren im Ersten Weltkrieg hart umkämpft. Kriegsrelikte wie Stollen und verfallene Stellungen zeugen heute noch von den erbitterten Kämpfen.

Text von Thomas Harrer

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