Nach Stunden voller Hoffen und Bangen nun die finale Gewissheit – Laura hat es nicht geschafft@(zwischenHeadlineTag)>
Kein Lebenszeichen feststellbar – als bekannt wurde, dass Laura Dahlmeier am Laila Peak im Karakorum durch Steinschlag mindestens schwer verletzt wurde, stand nicht nur für uns in der Redaktion die Zeit kurz still. Laura Dahlmeier verunglückt? Das kann nicht sein!
Und doch ist es wahr. Seit heute (30. Juli 2025) wissen wir: Laura ist tot.
Kein Leichtsinn, kein Harakiri, einfach zum falschen Moment an der falschen Stelle. Das passiert, ist riesiges Pech – und verdammt ungerecht. Wie schreibt man einen Nachruf auf eine 31-Jährige? Eine 31-Jährige, die mit so viel Energie und Tatendrang im Leben stand, mit tausend Plänen, Projekten und Ideen.
Man kann, darf und muss an dieser Stelle eine Lobeshymne darauf anstimmen, was Laura in einem Alter vollbracht hat, in dem andere erst wenige Jahre im Berufsleben stehen. Denn sie hat Großes geleistet, egal was sie angepackt hat: Beim Biathlon, als Wintersport-Expertin, im Studium, ehrenamtlich bei der Bergwacht und im Alpinismus, für den sie brannte.
Kaum eine Woche verging, in der sie nicht übermütig und lachend mit ebenso glücklichen Freundinnen und Freunden in die Kamera lachte. Es war pure Freude, ihr zuzusehen. Im heimischen Wetterstein, den Dolomiten, egal wo. Im Frühjahr hatte sie noch die Eiger-Nordwand über die Heckmair-Route durchstiegen (genial), und letzten Sommer sprintete sie wie nebenbei zum Frauenrekord an der Ama Dablam. Wir feierten sie dafür.
"Eine gute Zeit am Berg ist mir wichtiger als Ehrgeiz"@(zwischenHeadlineTag)>
"Eine gute Zeit am Berg ist mir wichtiger als Ehrgeiz", sagte sie bodenständig und sympathisch wie immer im letzten ALPIN-Interview im Herbst 2024. Man glaubte ihr aufs Wort, hatte sie doch am Höhepunkt ihrer Biathlon-Karriere (mehrfache Olympiasiege und WM-Titel) den Langlauf-Latten über Nacht Ade gesagt und das Gewehr an den Nagel gehängt, um sich voll und ganz ihren geliebten Bergen widmen zu können.
Und das tat sie. Zu 110 Prozent. "Wenn ich etwas will, kann ich mich extrem gut fokussieren, alles reinlegen und versuchen, es wirklich durchzuziehen", sagte sie. Kaum ein Satz fasst ihre Persönlichkeit (zumindest nach außen hin) so gut zusammen. Fernab des Diktiergeräts hatte ich sie nach der Vorstellung ihres Buchs gefragt, ob sie nicht befürchte, durch die Berginhalte auf Social Media ihre Fans und damit Sponsoren zu verprellen. Da winkte sie nur ab. "Dann sollen sie mir eben entfolgen, ich zeige mein Leben, wie es ist – und wie es mir gefällt." Recht hatte sie!
Viel zu früh am Berg geblieben@(zwischenHeadlineTag)>
Laura war die Coolness in Person. Bei jedem Treffen war sie tiefenentspannt, die Sätze hatte sie druckfertig parat – natürlich, der Umgang mit Medien war seit der Jugend ihr tägliches Brot. Als ich ihr einmal vor dem Gespräch sagte, gerade ihre Ruhe reiße mich aus meiner, lachte sie. Zuletzt hatten wir zum Thema Frauenseilschaften und Expeditionen gesprochen, denn wenige Tage vor diesem letzten persönlichen Interview hatte sie im Karwendel mit Freundinnen eine Prestige-Tour gemeistert.
Mit einer dieser Freundinnen war sie nun auch bei ihrem Unglück im Karakorum unterwegs. Man kann sich kaum vorstellen, wie es ihrer Begleiterin jetzt ergeht. Wie schlimm der Moment, in dem die Seilpartnerin von Steinschlag getroffen wird, während man selbst nichts tun kann? Jede Kletterin und jeder gute Freund weiß: Das ist der schlimmste Alptraum.
"Die Leute erwarten meist sehr viel von mir. Ich bin nicht Person XY, sondern Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier", sagte Laura auf die Frage nach ihrer Außenwirkung. Recht hatte sie auch hier. Niemand hätte von der umsichtigen und disziplinierten Bergführerin und Alpinistin eine solche Meldung erwartet. Vielleicht trifft die Nachricht deshalb umso härter. Nun reiht sich Laura ein in die Liste derer, die viel zu früh am Berg geblieben sind. Martin Feistl, Philipp Munkler, Robert Grasegger – und Laura Dahlmeier? Bitte. Nicht.
Wir in der Redaktion sind geschockt, dass Laura tödlich verunglückt ist. Sie, die immer einen Plan B in der Tasche hatte und konsequent umgekehrt ist, wenn sie sich nicht gut fühlte. Die 31-Jährige stand gerade erst am Anfang. Wir hätten ihr noch so viel große Erfolge gewünscht – in allen Lebensbereichen. Persönlich kann ich nur sagen: Ich hätte ihr am Berg ohne zu zögern mein Leben anvertraut.


17 Kommentare
Kommentar schreibenIch stimme mit der Autorin grundsätzlich überein, aber ein gewisser Leichtsinn lässt sich nicht abstreiten, sie hatte die Schönheit des Bergs betont und nicht die Gefahren. Bei Steinschlag muss man mit statistischen Größen arbeiten, da hilft keine Technik oder Sorgfalt und im Notfall auch verzichten.
Rest in peace laura. ????????????
Es ist unfassbar laura, dass es dich nicht mehr gibt, du warst so eine sympathische und bodenständige Frau, aber das Schicksal hat es nicht gut mit dir gemeint.
Ruhe in Frieden.Danke für die tollen Momente, die Du uns
mitgeteilt hast
Ein Danke an die Autorin für die passenden Worte.
Natürlich wäre es mir lieber statt diesem Nachruf noch viele Jahre lang Berichte über und von dieser beeindruckenden Persönlichkeit zu lesen. Es ist so schade, so unfassbar. Mein Beileid an ihre Familie und Freunde.
Es tut mir so unendlich leid für diese so sympathische junge Frau. Ich wünsche ihrer ganzen Familie viel Kraft und Gottes Hilfe. Ruhe in Frieden liebe Laura.
Ein sehr schöner Nachruf, der Lauras Charakter punktgenau beschreibt.
Genau SO war sie.
Und es hätte ihr gefallen, daß ihr Nachruf bei aller Trauer auch noch einmal ein augenzwinkerndes Schmunzeln hervorruft.
Ruhe in Frieden Laura, dort, wo Du Dich im Leben immer am wohlsten gefühlt hast.
Du wirst fehlen, aber für immer unvergessen bleiben.
Ich habe sie sehr gemocht, und sie wird mir spätestens im Winter als Biathlon-Expertin im ZDF fehlen.
R.I.P. Laura
Aber, ihre Freiheit, die sie so wollte, habe ich spätestens seit der Ama Dablem nicht mehr gesehen. Wieder ging es um schnell, schneller, am schnellsten. Sonst hätte sie es einfach genossen, ohne hinterher Zeiten zu posten. Mal wieder ein Weltrekord. Schon da war mir klar, es muß immer krasser sein. Es war ihre Entscheidung - man muß aber nicht alles gut finden. Das Mädel war gerade mal 31, und hatte noch so viel Leben vor sich.
Und klar war sie zur falschen Zeit am falschen Ort, wie ihr geschrieben, damit muß aber jede/r BergseigerIn jederzeit rechnen.
Das hat sie auf jeden Fall eindrucksvoll getan mit ihrem letzten Willen, davor kann man sich nur verbeugen.
Für mich noch immer unvorstellbar, Biathlon-Berichterstattung ohne Laura.
Selten ging mir der Tod einer Profibergsteigerin so nahe. Sie strahlte so eine Lebensfreude aus. Das Schicksal kann so hart und ungerecht sein. Ruhe in Frieden, Liebe Laura.
Sie hat Ihr Ding gemacht. Mein Respekt und mein Beileid für Freunde und Familie. P.S. und meine Verachtung an die ganzen Social Media Dummschwätzer, die glauben, jetzt schlaue Kommentare machen zu müssen. RIP