Wintereinbruch trifft Westchina: Herausforderungen der Rettungsaktionen

Rückkehr nach dem Wintereinbruch: Alle Personen am Everest gerettet

Ein plötzlicher Wintereinbruch hat die Gebirgsregionen am Mount Everest im Westen Chinas überrascht. Hunderte Personen wurden eingeschneit. Nun konnten alle Wanderer und Einheimische erfolgreich gerettet werden.

Normalerweise mit dem Auto erreichbar: das Everest-Basecamp auf tibetischer Seite.
© picture alliance/dpa/HPIC | Xiao Mi

Update vom 09. Oktober 2025 | Alle Personen am Everest gerettet

Hunderte von Menschen haben mehrere Tage auf nahezu 5.000 Metern Höhe am Mount Everest ausgeharrt, nachdem sie eingeschneit worden waren. Laut Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua sind nun alle 580 Wanderer sowie über 300 einheimische Begleiter, zu denen auch Führer und Yak-Treiber zählen, wohlbehalten zurückgekehrt.

Der plötzliche Wintereinbruch beeinträchtigte auch andere Gebiete im Westen Chinas. In der benachbarten Provinz Qinghai konnten insgesamt 251 Wanderer nach einer mehrtägigen Suchaktion gerettet werden. Dort kam es zu einem tragischen Vorfall, bei dem ein Mensch aufgrund von Unterkühlung und Höhenkrankheit ums Leben kam. Zudem wurden in Teilen der Region Xinjiang aus Sicherheitsgründen Wander- und Campingaktivitäten vorübergehend ausgesetzt.

Meldung vom 06. Oktober 2025 | Bergwanderer zu Füßen des Mount Everest blockiert

Nach Angaben chinesischer Medien konnten bislang rund 350 Menschen von einheimischen Rettungskräften in Sicherheit gebracht werden. Sie waren auf rund 4900 Metern Höhe in eingeschneiten Zelten eingeschlossen und wurden in tiefer gelegene Dörfer gebracht.

Viele Wanderer und Bergsteiger sitzen jedoch weiterhin in der Region fest. Über mögliche Todesopfer gibt es bislang keine gesicherten Informationen. Die Behörden stoppten den Ticketverkauf für die Everest-Region auf tibetischer Seite.

Auf nepalesischer Seite führten die Unwetter zu Erdrutschen und Überschwemmungen, bei denen laut nepalesischen Medien mindestens 47 Menschen ums Leben kamen. Der Oktober gilt in der Himalaya-Region eigentlich als eine der stabilsten Wetterphasen des Jahres.

Everest von Tibet: Auf der Straße bis fast auf 5100 Meter

Das tibetische Everest-Basecamp liegt auf etwa 5.150 Metern Höhe in der Nähe des Klosters Rongbuk und gilt als einer der höchstgelegenen Punkte der Region, die Reisende mit motorisierten Fahrzeugen erreichen können. Im Gegensatz zum nepalesischen Basislager auf der Südseite, das nur nach einer rund zehntägigen Trekkingtour durch das Khumbu-Tal erreichbar ist, führt auf der Nordseite eine Straße bis nahe an das Camp heran.

Dadurch ist die tibetische Seite logistisch einfacher zu erreichen und wird auch von chinesischen und internationalen Touristengruppen besucht. Expeditionen starten dort meist über den klassischen Nordgrat zum Gipfel. Die klimatischen Bedingungen sind jedoch rauer als von der nepalesischen Seite und die Region stärker von politischen Restriktionen und Genehmigungspflichten geprägt, da alle Reisen dorthin über Lhasa organisiert werden müssen.

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