Wander-App in steiles, winterliches Gelände gefolgt@(zwischenHeadlineTag)>
Die beiden 19 und 21 Jahre alten Personen waren von Achenkirch zum 2075 Meter hohen Hochunnutz aufgebrochen. Als sie den Gipfel erreicht hatten, suchten sie sich spontan via App eine alternative Abstiegsroute zurück zum Ausgangspunkt. Dabei überprüften sie augenscheinlich jedoch nicht die Steilheit des Geländes und ließen ebenso die Schneelage außer Acht.
Bald gerieten sie in unwegsames Gelände und kamen aufgrund der winterlichen Verhältnisse nur sehr langsam voran. Schließlich entschieden die beiden, wieder zum Gipfel aufzusteigen. Dort trafen die Wanderer sehr erschöpft ein, als es bereits zu dämmern begann. Ohne entsprechende Ausrüstung und Kraft zum Fortsetzen des Abstiegs wählte das Duo den Notruf.
Daraufhin begaben sich die Bergrettung Achenkirch, die Polizei sowie ein Polizeihubschrauber zum Berg. Die Heli-Besatzung konnte die beiden Wanderer zügig lokalisieren und ins Tal fliegen. Laut Einsatzbericht wurden sie dort "durchnässt, aber unverletzt" an die Bergrettung übergeben. Im Einsatz standen fünf Einsatzkräfte der Bergrettung Achenkirch, der Polizeihubschrauber, eine Polizeistreife und die Alpinpolizei.
Das sagt die Bergrettung: "Um diese Zeit kann man so eine Wanderung nicht empfehlen"@(zwischenHeadlineTag)>
Sandro Huber, Ortsstellenleiter der Bergrettung Achenkirch, kommt gegegnüber ALPIN zu einer klaren Einschätzung: "Am Berg hat es je nach Lage (eingewehte Bereiche) ca. 40 cm Schnee, der jetzt natürlich schwerer ist da nicht mehr so kalt. Und die Route, die die Wanderer im Aufstieg genommen haben ist nicht gespurt gewesen, dieser Weg wird auch im Sommer nicht häufig begangen", sagte er. Und fügt an: "Dass sie überhaupt den Steig kannten, ist ein Produkt von diversen Apps, in diesem Fall Komoot."
Der Experte appelliert an Wintersportler, sich nicht "auf Apps und Foren zu verlassen", da diese die Bedingungen nicht immer korrekt angeben. "Begehungszeiten können sich jetzt vervielfachen, und auch die Wegfindung ist nicht einfach. Hinzu kommt dass es bei einem Unfall schnell kalt wird, und eine schelle Rettung nicht immer garantiert ist", sagte Huber.
Die Wanderung auf den Ünnutz: Das müsst ihr wissen@(zwischenHeadlineTag)>
Die Wanderung zu den Unnützen (Vorder- und Hinterunnütz) ist eine beliebte, mittelschwere Wanderung unweit des Achensees. Sind Auf- und Abstiegsroute identisch, müssen etwa 1150 Höhenmeter überwunden werden. Der Weg von Achenkirch verläuft größtenteils über unschwierige Forstwege und Steige, nur im oberen Bereich wird es etwas steiler und alpiner. Im Sommer ist die Tour für geübte Wanderer kein Problem, im Winter erhöhen sich die Schwierigkeiten je nach Schneelage mitunter deutlich. Eine beliebte Variante für Konditionsstarke ist die Unnütz-Überschreitung.
Sicher Winterwandern: Das müsst ihr wissen!@(zwischenHeadlineTag)>
Wetterbericht prüfen: Lawinenlagebericht (LLB), Wind, Temperatur, Sicht.
Route evaluieren: Wintertauglichkeit, Alternativen bei Schlechtwetter, Ausstiege.
Tageslicht einplanen: Kürzere Tage heißt, früh starten, Pufferzeiten einplanen.
Kondition realistisch einschätzen: Wintertouren sind deutlich kräfteraubender.
Sicherheitsausrüstung mitnehmen: Dazu gehören neben Grödeln auch warme Kleidung, Essen, Kartenmaterial und eine Stirnlampe!
Gefahren unterwegs neu bewerten: Die Situation kann sich schnell ändern. Deshalb: Klaren Abbruchpunk vereinbaren und wenn Wetter, Zeit oder Kondition kippen: umdrehen.



4 Kommentare
Kommentar schreibenHoffentlich müssen die Jungs den Einsatz bezahlen.
Frank, die waren halt noch sehr jung.
So eine App ersetzt bei manchen Personen den Kopf..
Auf das Unützmasiv gibt es nur drei Wege. Der kürzeste vom Heizwerk Achenkirch ist der steilste und herausfordernd. Die beiden anderen sind etwas bequemer und einfacher. Jetzt im Winter kann man vom Süden mit Skier auf den Vordersitze, der Hochunütz und der hintere Unütz ist nur für sehr erfahrene Tourengeher empfehlenswert.