Ein Vierteljahrhundert 9a@(zwischenHeadlineTag)>
Genau ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit der 48-jährige Iker Pou im Jahr 2000 als erst dritter Mensch die damals in Sportkletterkreisen berühmteste und schwierigste Route der Welt kletterte: Wolfgang Güllichs "Action Directe" im Frankenjura – die erste 9a weltweit! Um dieses Jubiläum zu feiern, wiederholte der Baske "Witch Hunter" (9a), eine Route, die Tom Bolger in Margalef erstbegangen hatte.
Dort waren Pou einst auch seine erste und zweite 9a+ gelungen: "Demencia Senil" im Jahr 2010 und "Nit de Bruixes" im Jahr 2012. Hinzu kamen eine Reihe weiterer schwieriger Routen, etwa "Enemigo Público N. 1" (8c+/9a) im Jahr 2012. Und natürlich gibt es da noch sein eigenes Meisterwerk, die Route "Artaburu" aus dem Jahr 2018. Hierfür vergab der Kletterer keine Bewertung, empfand sie laut eigener Aussage jedoch "als deutlich schwieriger" als seine vorherige 9a+. Die Route wurde bis heute nicht wiederholt. Nur sehr wenige Menschen weltweit können von sich behaupten, ein so hohes Niveau über 25 Jahre gehalten, und dabei rund um den Globus in unterschiedlichstem Gelände neue Routen erschlossen zu haben.

Pou selbst äußerte sich in einem Gespräch so: "Ich bin sehr glücklich. Ich habe zwei sehr schwierige Jahre hinter mir, in denen ich nicht mein volles Potenzial ausschöpfen konnte, aber jetzt kann ich mit Stolz sagen: Ich bin zurück. In jungen Jahren kann man sich voll und ganz aufs Klettern konzentrieren, doch mit zunehmendem Alter, wachsenden Verantwortlichkeiten und Problemen wird es viel schwieriger, an der Spitze zu bleiben. Aber ich habe dafür gekämpft, und ich spüre, dass ich zurück bin. Das bedeutet mir sehr viel."
Sowohl Iker als auch sein älterer Bruder Eneko sahen das Sportklettern schon immer als Grundlage für all ihre anderen Aktivitäten: "Wer im Sportklettern stark bleibt und diese Stärke erst auf Bigwalls und dann auf hohe Berge übertragen kann, wird ein großartiger Alpinist. Lässt man in dieser Disziplin jedoch nach, wird es sehr schwierig, ein hohes Niveau zu halten und weiterhin anspruchsvolle Begehungen zu schaffen", erklärte Eneko, der seit fast 30 Jahren Routen im Schwierigkeitsgrad 8a klettert.
Wolfgang Güllichs "Action Directe": Meilenstein der Klettergeschichte@(zwischenHeadlineTag)>
Wolfgang Güllich (1960–1992) gilt als einer der einflussreichsten Kletterer der Geschichte. Der deutsche Ausnahmesportler aus Franken prägte das moderne Sportklettern wie kaum ein anderer: durch visionäre Routen, neue Trainingsmethoden und eine absolut neue athletische Herangehensweise an den Fels. Sein wahrscheinlich größtes Vermächtnis ist die Route "Action Directe" im Frankenjura, erstbegangen im Jahr 1991.
Die rund 15 Meter lange Linie am Waldkopf gilt mit ihren elf bzw. zwölf Zügen als erste Route im Schwierigkeitsgrad 9a (UIAA XII) weltweit und markierte einen Wendepunkt im Klettersport. Charakteristisch ist die Route für ihre Dynamik und extrem kräftezehrende Holds, darunter der erste dokumentierte Ein-Finger-Dyno der Klettergeschichte – damals eine Sensation.
"Action Directe" war nicht nur technisch revolutionär, sondern auch konzeptionell: Güllich trainierte gezielt für diese Route, entwickelte Campusboard-Übungen weiter und übertrug Methoden aus dem Leistungssport auf das Klettern. Damit ebnete er den Weg für das moderne Wettkampf- und Sportklettern. Wolfgang Güllich verunglückte 1992 tödlich bei einem Autounfall.

Wolfgang Güllich eröffnete die Route am 14. September 1991 im Alter von 30 Jahren.


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