Eine Hand ragte aus dem Schnee

300 Meter mitgerissen: Skitourengeher schwerstverletzt

Bei einem Lawinenabgang auf der Großen Kesselspitze in Obertauern ist ein Skitourengeher teilverschüttet und schwerstverletzt worden. Kameraden konnten ihn rasch orten und ausgraben. Am Vortag hatten sich bereits im Lungau Lawinen gelöst.

300 Meter mitgerissen: Skitourengeher schwerstverletzt
© Bergrettung Obertauern

300 Meter mitgerissen: Skitourengeher schwerstverletzt

Ein Skitourengeher ist am frühen Sonntagnachmittag (08. Februar 2026) bei einem Lawinenabgang im Bereich der Großen Kesselspitze in Obertauern (Lungau) schwerstverletzt worden. Der Unfall ereignete sich am Osthang des rund 2300 Meter hohen Gipfels. Nach Angaben der Einsatzleitung war eine fünfköpfige Skitourengruppe aus Österreich bei der Abfahrt unterwegs, als sich gegen 12:25 Uhr ein Schneebrett löste. 

Der zweitfahrende Alpinist löste die Lawine selbst aus und wurde von den Schneemassen erfasst sowie teilverschüttet. Seine Begleiter konnten den Verschütteten rasch lokalisieren – eine Hand ragte noch aus dem Schnee – und ihn zügig ausgraben. Der Mann erlitt dabei schwerste Verletzungen. Das Schneebrett hatte eine Breite von rund 60 Metern und eine Länge von etwa 300 Metern.

Alarmierte Einsatzkräfte, darunter 13 Bergretter aus Obertauern, drei Lawinenhundeführer, die Alpinpolizei sowie die Besatzungen des Rettungshubschraubers C14 und eines Polizeihubschraubers, rückten umgehend zum Unfallort aus. Nach notärztlicher Erstversorgung wurde der Schwerverletzte in das Unfallkrankenhaus Salzburg geflogen. Die unverletzten Gruppenmitglieder wurden per Polizeihubschrauber ins Tal gebracht. Der Einsatz war gegen 15:30 Uhr beendet.

Bereits am Vortag war es im Lungau zu mehreren Lawinenabgängen gekommen: So lösten zwei Skitourengeher im Bereich des nordostseitigen Hanges der Plattenspitze (2294 m, Weißpriach) ein Schneebrett aus. Einer der beiden wurde teilverschüttet, blieb dank ausgelöstem Lawinenairbag jedoch an der Oberfläche. Beide blieben unverletzt und wurden ausgeflogen. Weitere Lawinenabgänge im Bereich Karneralm (Bundschuh) sowie nahe des Skigebiets Aineck verliefen ohne Verschüttete.

Die Große Kesselspitze: Mittelschwierige Skitour bei Obertauern

Die Skitour auf die Große Kesselspitze ist technisch mittelschwer mit nur stellenweise steileren Passagen (max. etwas über 30°). Der kurze Gipfelanstieg zu Fuß verlangt Trittsicherheit, ist bei normalen Verhältnissen jedoch unschwierig. Vor allem im oberen Bereich bieten die Mulden oft hervorragende Abfahrtsbedingungen. Die Südvariante ist deutlich rassiger.

Die Abfahrt erfolgt meist entlang der Aufstiegsroute, ggf. mit Abkürzung der Forststraße zwischen den oberen Kehren. Alternativ kann man vom Gipfel direkt nach Süden in den Kessel der Mittereckalm und über die dortigen Hänge ostwärts zur Gastalm abfahren. Diese Variante empfiehlt sich allerdings nur bei absolut sicheren Verhältnissen!

Die Lawinengefährdung gilt je nach Verhältnissen als mittel. Bereits die Forststraße quert einen Lawinenstrich, nach Neuschnee und bei Erwärmung ist Vorsicht geboten. Auch die Gipfelmulde weist steilere Passagen auf, lässt jedoch gute Spurwahl zu.

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