Alessandro Baù und Mirco Grasso erfolgreich

Dolomiten-Premiere: Alpinistenduo gelingt vollständige Winter-Überschreitung der Drei Zinnen

Den italienischen Alpinisten Alessandro Baù und Mirco Grasso ist eine bemerkenswerte Premiere gelungen: In drei Tagen bewältigten sie im Winter die gesamte Skyline der Drei Zinnen und verbanden dabei alle neun Erhebungen des berühmten Dolomiten-Hotspots.

Dolomiten-Premiere: Alpinistenduo gelingt vollständige Winter-Überschreitung der Drei Zinnen
© Alessandro Baù/Instagram

Inspiration durch frühere Überschreitungen

Dieser Erfolg erweitert die Geschichte der berühmten Dolomitengipfel: Die italienischen Alpinisten Alessandro Baù und Mirco Grasso haben Anfang März erstmals die Skyline der Drei Zinnen im Winter mit einer durchgehenden Überschreitung verbunden. Die Tour dauerte vom 6. bis 8. März 2026 und führte über insgesamt neun Erhebungen der markanten Dolomitengruppe. Zwei Biwaks in der Wand waren Teil des alpinen Projekts. Damit gelang den beiden Alpinisten die erste vollständige Winter-Traverse dieser Linie.

Die Idee reicht laut Bericht der Alpinisten mehrere Jahre zurück: Bereits 2017 hatten Simon Gietl und Michi Wohlleben eine viel beachtete Winter-Überschreitung über die fünf zentralen Gipfel und Türme in weniger als 24 Stunden realisiert. Ein weiterer Impuls kam im Sommer 2024: Damals gelang den deutschen Alpinisten Christian Bickel und Micha Rinn die erste vollständige Skyline-Traverse aller Zinnen-Türme – allerdings bei sommerlichen Bedingungen. Bereits im Winter 2020 hatte Simon Gietl zudem die erste Solo-Traverse der Haupterhebungen gemeistert.

Drei Tage entlang der Skyline

Baù und Grasso griffen diese Idee auf und beschlossen, die Linie erstmals im Winter zu wiederholen. Der Start erfolgte am Antornosee unterhalb der Drei Zinnen. Von dort gelangten die beiden Alpinisten zum Rifugio Auronzo, dem üblichen Ausgangs- und Stützpunkt für Touren in der Region. Ab dem Verlassen des bekannten Rundwegs folgten sie konsequent der logischen Skyline der Zinnen-Gruppe. Immer wieder wichen sie leicht von der Linie ab, um jeden einzelnen Turm der markanten Felsformation mitzunehmen.

Geklettert wurde größtenteils mit Bergschuhen und Handschuhen. Nur an berühmten Dülfer-Route an der Großen Zinne wechselten sie kurzzeitig in Kletterschuhe. Die erste Nacht verbrachten die beiden auf dem Ringband, das zweite Biwak am Sattel zwischen Kleiner Zinne und deren Vorgipfel. Am dritten Tag erreichten sie schließlich wieder die Auronzo-Hütte.

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Die Drei-Zinnen-Integrale auf einen Blick.

© Andrea di Bello

Fazit: Technisch moderat – mental anspruchsvoll

Nach Einschätzung der Alpinisten liegt die Schwierigkeit der Unternehmung weniger in extremen Kletterstellen als in der kontinuierlichen Bewegung über viele Stunden und Tage. Die Route erfordert schnelles und präzises Klettern mit schwerem Rucksack, oft ungesichert und unter winterlichen Bedingungen. "Man darf sich hier einfach keinen Fehler leisten", fassten die beiden den Charakter der Tour zusammen.

Mit dieser Winter-Überschreitung haben Baù und Grasso eine neue Variante etabliert, die künftig weitere Wiederholungen finden dürfte. Die beiden selbst beschreiben die drei Tage vor allem als eines: eine außergewöhnliche Kletterreise durch jeden Winkel der Drei Zinnen.

Text von Lubika Brechtel

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