1000 Quadratmeter Bergwald betroffen

Ötztal: Neunjährige lösen mit Lagerfeuer Waldbrand aus

Nach dem Waldbrand im Tiroler Ötztal mit rund 1000 Quadratmetern betroffener Fläche steht die mutmaßliche Ursache fest: Zwei Kinder sollen beim Spielen ein Feuer entfacht haben.

Ötztal: Neunjährige lösen mit Lagerfeuer Waldbrand aus (Symbolbild).
© picture alliance/dpa | Josef Reisner

Der Brand war am Mittwochabend (06. Mai 2026) im Bereich Winnebach bei Längenfeld entdeckt worden. Rund 70 Feuerwehrkräfte rückten aus, um die Flammen in dem teils steilen Waldgebiet zu bekämpfen. 

Das Feuer breitete sich auf etwa 1000 Quadratmetern Waldfläche aus. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte aus der Luft vom Polizeihubschrauber "Libelle", der mehrere Löschflüge absolvierte. Das Wasser stammte aus einem nahegelegenen Beschneiungsteich.

Gegen 19:10 Uhr konnte schließlich Entwarnung gegeben werden. Nach Angaben der Polizei sollen zwei neunjährige Kinder das Feuer beim Spielen ausgelöst haben: Die beiden hatten sich offenkundig im Wald aufgehalten und dort ein kleines Lagerfeuer entzündet. Dafür verwendeten sie unter anderem Gras, Äste und einen Anzündwürfel. Aufgrund trockener Bedingungen und auffrischenden Windes griffen die Flammen rasch auf umliegende Bäume über.

Die Feuerwehr sieht die erst kürzlich angeschafften Waldbrandcontainer als wichtigen Faktor für den schnellen Löscherfolg. In ihnen wird Spezialausrüstung gelagert, die bei Vegetationsbränden kurzfristig verfügbar ist. Verletzt wurde niemand.

Zunehmend ein Thema: Waldbrandgefahr in den Alpen

Trockene Böden, wenig Niederschlag und föhniger Wind erhöhen in vielen Alpenregionen die Waldbrandgefahr regelmäßig. Schon kleine Funken oder unachtsam entzündete Feuer können ausreichen, um trockene Gräser, Äste oder Waldboden in Brand zu setzen. Besonders gefährlich sind offene Feuerstellen, weggeworfene Zigaretten oder Funkenflug bei starkem Wind.

In steilem Gelände breiten sich Flammen oft besonders schnell bergauf aus und erschweren die Löscharbeiten erheblich. Viele Regionen setzen deshalb inzwischen auf spezielle Waldbrand-Ausrüstung wie Löschrucksäcke, geländetaugliche Fahrzeuge oder mobile Wasserbehälter. Behörden appellieren regelmäßig, Feuerverbote im Wald und in Waldnähe strikt einzuhalten und Rauchentwicklungen sofort zu melden.

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