Tödlicher Bergunfall im Berner Oberland

Doldenhorn: Vermisster Bergsteiger nach Suchaktion tot geborgen

Am Doldenhorn bei Kandersteg ist ein 70-jähriger Bergsteiger am 29. Mai 2026 tödlich verunglückt. Nach ersten Erkenntnissen stürzte er beim Abstieg mehrere hundert Meter ab.

Das Doldenhorn (3638 m) in den Berner Alpen.
© IMAGO / Zoonar

Vermisstenmeldung löst Suchaktion aus

Am Freitagabend (29. Mai 2026) wurde der Kantonspolizei Bern kurz nach 19 Uhr gemeldet, dass ein Bergsteiger im Bereich des Doldenhorns bei Kandersteg vermisst werde. Daraufhin wurde eine Suchaktion eingeleitet.

Im Verlauf des Einsatzes entdeckten die Rettungskräfte unterhalb des Spitzen Steins eine leblose Person. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

Mehrere hundert Meter abgestürzt

Nach Angaben der Kantonspolizei Bern handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen 70-jährigen Schweizer aus dem Kanton Bern. Ersten Erkenntnissen zufolge war er allein auf unterwegs. Aus bislang ungeklärten Gründen soll er beim Abstieg vom Doldenhorn mehrere hundert Meter abgestürzt sein. Wo genau sich der Unfall ereignete und was zum Absturz führte, ist derzeit noch unklar.

Das Doldenhorn (3638 m)

Das Doldenhorn oberhalb von Kandersteg zählt zu den markanten Gipfeln der Berner Alpen. Von Norden präsentiert sich der Berg als klassischer Firngipfel und wird häufig über die Normalroute von der Doldenhornhütte bestiegen. Daneben führen mit dem Galletgrat und der Nordwand weitere anspruchsvolle Anstiege auf den Gipfel, die jedoch gute Firn- und Schneeverhältnisse erfordern.

Insbesondere die Nordwand gilt als klassische Hochtour, die aufgrund der zunehmenden Ausaperung oft nur noch für kurze Zeit im Frühsommer in guten Bedingungen anzutreffen ist. Deutlich anspruchsvoller ist der selten begangene Ostgrat.

Ganz anders zeigt sich das Doldenhorn auf seiner Südseite: Hier fallen steile, zerfurchte und teils brüchige Felswände ins Gasteretal ab. Die Südwände sind für ihre Steinschlaggefahr bekannt und werden nur selten begangen. Welche Route der verunglückte Bergsteiger gewählt hatte, ist derzeit nicht bekannt.