Wanderer werden gebeten Verhaltensregeln zu beachten

Braunbär im Oberallgäu? Behörden untersuchen verdächtigen Losungsfund

Im südlichen Oberallgäu könnte ein Braunbär unterwegs sein. Das Bayerische Landesamt für Umwelt bittet Wanderer, die Verhaltensempfehlungen bei möglichen Bärenbegegnungen zu beachten.

Braunbär im Oberallgäu? Behörden untersuchen verdächtigen Losungsfund.
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Braunbär im Oberallgäu unterwegs

Im südlichen Landkreis Oberallgäu könnte nach einer Pressmitteilung des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) erstmals seit längerer Zeit wieder ein Braunbär unterwegs sein. Das LfU untersucht derzeit einen verdächtigen Losungsfund, der am Montag (21. Juli 2026) gemeldet wurde. Eine genetische Analyse soll nun möglichst schnell klären, ob tatsächlich ein Bär durch das Gebiet gezogen ist.

Noch am Tag der Meldung entsandte die Behörde ein Mitglied des "Netzwerks Große Beutegreifer", um die Fundstelle zu untersuchen und nach weiteren Spuren zu suchen. Bislang handelt es sich allerdings lediglich um einen Verdachtsfall. Erst das Ergebnis der DNA-Analyse wird zeigen, ob der Losungsfund tatsächlich von einem Braunbären stammt.

Das Landesamt steht nach eigenen Angaben in engem Austausch mit den zuständigen Behörden vor Ort. Nutztierhalter im betroffenen Gebiet werden vorsorglich gebeten, ihre Tiere nachts einzustallen und bestehende Herdenschutzmaßnahmen konsequent umzusetzen.

<p>Begegnungen sind äußerst selten: Braunbären meiden Menschen.</p>

Begegnungen sind äußerst selten: Braunbären meiden Menschen.

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Erinnerungen an Braunbär Bruno

Ein möglicher Bärennachweis in Bayern weckt Erinnerungen an Braunbär Bruno (JJ1). Der aus dem italienischen Trentino eingewanderte Braunbär war 2006 der erste freilebende Bär in Bayern seit rund 170 Jahren. Nachdem er zahlreiche Schafe gerissen und sich wiederholt in der Nähe von Siedlungen aufgehalten hatte, wurde er nach wochenlangen erfolglosen Fangversuchen zum Abschuss freigegeben. Sein Tod löste bundesweit eine kontroverse Debatte über den Umgang mit großen Beutegreifern aus.

Auch in den vergangenen Jahren wurden immer wieder einzelne Braunbären in Bayern nachgewiesen. Zuletzt bestätigte das Landesamt im Mai 2023 einen Bären im Oberallgäu. Weitere Nachweise gab es unter anderem im Berchtesgadener Land sowie in den Landkreisen Traunstein, Miesbach und Rosenheim.

<p>Einst Problembär, nun ausgestellt: Der ausgestopfte Braunbär "Bruno" im Museum "Mensch und Natur" in München.</p>

Einst Problembär, nun ausgestellt: Der ausgestopfte Braunbär "Bruno" im Museum "Mensch und Natur" in München.

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So solltest du dich bei einer Bärenbegegnung verhalten

Braunbären meiden Menschen in der Regel. Begegnungen sind äußerst selten. Sollte es dennoch dazu kommen, empfehlen die Behörden folgendes Verhalten:

  • Ruhe bewahren und hektische Bewegungen vermeiden.

  • Abstand halten und dem Tier nicht näher kommen.

  • Mit ruhiger Stimme sprechen und den Bären durch langsame Bewegungen auf sich aufmerksam machen.

  • Nicht weglaufen und den Bären keinesfalls verfolgen.

  • Keine Steine oder Äste werfen und nicht versuchen, das Tier zu vertreiben.

  • Langsam zurückziehen und dem Bären stets eine Ausweichmöglichkeit lassen.

  • Hunde möglichst an der Leine führen. Freilaufende Hunde können einen Bären erschrecken und anschließend zu ihren Besitzern zurücklaufen.

  • Unabhängig von möglichen Begegnungen bittet das Landesamt Wanderer außerdem, keine Essensreste oder anderen Müll in der Natur zurückzulassen. Solche Nahrungsquellen können Wildtiere anlocken und dazu beitragen, dass sie die Nähe des Menschen suchen.

Text von Holger Rupprecht

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