Rettungsaktion im Berchtesgadener Land

27-Kilo-Labrador am Berg erschöpft: Bergwacht rettet Hund und Halter

Ein Urlauber und sein 27 Kilogramm schwerer Labrador sind am Sonntag im Lattengebirge in Bergnot geraten. Der Mann hatte seinen erschöpften Hund auf dem anspruchsvollen Alpgartensteig bereits über Leitern tragen müssen. Schließlich kamen beide nicht mehr weiter. Die Bergwacht rettete sie mit dem Hubschrauber.

Hund gerettet: Die Bergrettung im Rettungseinsatz
© Bergrettung Salzburg/Bergrettung Mittersill

Labrador muss über Leitern getragen werden

Der 40-jährige Urlauber aus Schleswig-Holstein war am Sonntag, 16. August 2026, mit seinem Labrador vom Hochschlegel über den Alpgartensteig abgestiegen. Auf dem anspruchsvollen Steig wurde die Tour für den Hund zunehmend zum Problem: Der Mann musste den 27 Kilogramm schweren Labrador stellenweise über die Leitern tragen.

Auf rund 1400 Metern Höhe kamen die beiden schließlich nicht mehr weiter. Gleichzeitig waren Mensch und Hund bereits so erschöpft, dass auch ein Wiederaufstieg und die Rückfahrt mit der Seilbahn nicht mehr realistisch waren. Hinzu kam, dass der Wanderer keinen Internetempfang hatte und deshalb nicht überprüfen konnte, welche Schwierigkeiten im weiteren Verlauf des Abstiegs noch auf ihn warteten. Gegen 10.45 Uhr setzte er den Notruf ab.

Rettung mit Fluggeschirr und Winde

Die Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger rückten gemeinsam mit dem Rettungshubschrauber Christoph 14 aus. Der Hubschrauber setzte einen Bergretter und eine Hundeführerin an der Einsatzstelle ab.

Der 40-Jährige wurde in einem Rettungssitz gesichert, der Labrador bekam ein spezielles Fluggeschirr. Anschließend nahm die Hubschrauberbesatzung beide mit der Rettungswinde auf und flog sie nach Bayerisch Gmain ins Tal. Insgesamt waren acht Bergretter an dem Einsatz beteiligt.

<p>Bergretter und geretteter Labrador</p>

Bergretter und geretteter Labrador

© Bergrettung Salzburg/Bergrettung Mittersill

Alpgartensteig: Anspruchsvoller Steig mit Leitern und ausgesetzten Passagen

Der Alpgartensteig führt durch die steilen Nordabbrüche des Lattengebirges hinauf in Richtung Hochschlegel und verlangt Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung. Der Weg ist stellenweise ausgesetzt und mit Treppen, Leitern und Versicherungen ausgestattet. Der Alpenverein weist ausdrücklich darauf hin, dass der Steig trotz dieser Hilfen wegen seiner Steilheit und Ausgesetztheit nicht für ungeübte Bergsteiger geeignet ist. Gerade mit Hund sollte die Tour daher besonders kritisch geplant werden: Leitern und steile Passagen können für Vierbeiner schnell zum unüberwindbaren Hindernis werden.

28 Kommentare

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Ingo

Werte Hundehalter, liebe labi-mama. Ich finds toll, dass ihr alle so durchtrainierte Vierbeiner habt, die euch auf Schritt und Tritt durchs Gebirge folgen, ausgesetzte Passagen und sogar drahtseilgesicherte Wegstücke meistern. Ich weiß natürlich nicht, wo ihr herkommt, wieviel Strecke ihr im Jahr mit euren Hunden und vor allem wieviel Höhenmeter ihr mit denen macht. Und bei Urlauber aus Schleswig Holstein und 27 kg Hund dachte ich sofort: Naja ellenlange Strandtouren, 3 Höhenmeter und dann 1x im Jahr ins Gebirge. Reicht das für 2 und 4-Beiner. Ich erinnere mich selbst an eine ausgedehnte Tour mit dem vielleicht 10 kg schweren Hund meiner Schwester über rund 20 km im Rothaargebirge. Der Hund war gänzlich untrainiert und der war am Ende so fertig, dass ich ihn nicht mehr aus dem Auto bekommen habe. Ich habe mir jetzt mal ein Video auf YT über besagten Steig angesehen. Titel: Alpgartensteig & Hochschlegel. Ab Minute 11:20 wäre für den trainiertesten Hund der Erde Feierabend gewesen. Und auch die extrem steilen Treppen danach müssen für einen 27 kg schweren Hund eine Tortur sein. Und wenn der Hund dann noch platt ist, dann kommt eben sowas dabei raus. Unabhängig davon, dass der Hund da tausend mal besser aufgehoben ist als auf der Couch und auch bestimmt unterwegs richtig viel Freude hatte. Alles in allem war der Wanderer zu schlecht informiert: Maulkorb in Bussen, Bahnen und Bergbahnen ist fast obligatorisch für größere Hunde in AUT, blindes Vertrauen in die Aussage eines Einheimischen. Zum Glück konnten beide unverletzt gerettet werden. Und es ist aller Ehren wert, dass der Hundehalter sich so aufgerieben hat für seinen Hund

ASS

Sicher kann jeder mal in Bergnot geraten. Ich war selbst in Bergnot als Erfahrene Bergsteigerin, weil der Hüttenwirt ohne Wegsperrung den Weg für mich und meinen Hund über den reissden Gletscherbach unpassierbar gemacht hatte. Der Hüttenwirt hat 3 Tage vor Hüttenschliesung die die Brücken abgerissen. Mein Tier war nicht erschöpft sondern es wäre zu gefährlich gewesen alleine in den reißenden Gletscherwildwasser zu steigen. Daher war ich froh über die Rettung. Die Tour war eine Reine Wandertour. Seit her plane meine Touren noch sorgfältiger und habe immer ein GPS Gerät mit. Ich gehe mit meinen Hund keine Kletterstiege obwohl er kurz klettern kann, weil es einfach unverantwortlich ist. Ich informiere mich ausführlich vor unbekannten Touren ob es Klettersteig Passagen gibt. Das ist nichts für einen Hund egal welcher Rasse. Noch dazu gefährdete man auch andere Menschen. Zu dem ist Bergwacht Bayern und Österreich mit wenigen Ausnahmen ehrenamtlich. Leider passiert das immer mehr das Leute ohne ALPINE Erfahrung in Bergnot geraten. Weil sie nicht ausreichend trainieren, sich nicht informieren, keine passende Kleidung und keine ALPINE Erfahrung haben. Für die Urlauber trafen mehrere Fehler zu. Sie haben unnötig das Leben ihres Tieres und das der Retter gefährdet. Mfg eine ehemaligen Bergwachtlerin und Physiotherapeutin.

Labi-Mama

Es ist unglaublich, was hier so an Kommentaren zu lesen ist. Es gibt Menschen, die glauben die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Ich bin überzeugt, dass die meisten der Kommentar-Verfasser nicht mal einen Hund haben. Warum sollen Labradore nicht für Wandertouren geeignet sein???Und was spielt es für eine Rolle, wie schwer der Hund ist? Wir haben unser Labi-Mädchen schon als Junghund mit auf unsere Wanderungen genommen. Zusammen haben wir uns stetig verbessert und auch längere, anspruchsvollere Touren gemeistert. Nicht nur bei Menschen verbessert sich Kondition und Können mit dem Training und ein ausgewachsener Hund ist auch kein Kleinkind, der kann problemlos mithalten. Aber auch wir sind schon in Gelände gelangt, das zu unwegsam war und wir umkehren mussten. Das kann auch mal ohne Hund passieren. Wir sind zum Glück nie in eine Situation gekommen aus der wir hätten gerettet werden müssen. Dieser Hundehalter, um den es hier geht, hat immerhin erkannt, dass es nicht mehr ohne Hilfe weitergeht. Sehr viele wären zu uneinsichtig oder stolz gewesen einen Notruf abzusetzen und hätten das vielleicht mit ihrem und dem Leben des Hundes bezahlt. Fehler passieren. Diese zu erkennen und entsprechend zu handeln ist Verantwortungsbewusstsein. Eines ist für mich sicher... der Labi ist mit seinem Mensch sicher glücklicher als einer, der in der Wohnung wartet, bis er zwei Mal täglich der Strasse entlang Gassi geführt wird oder in einer Tasche zum nächsten Baum getragen wird, sein Geschäft verrichten kann und dann wieder in die Tasche und nach Hause gebracht wird. Unser Mädchen ist jetzt 14 Jahre alt und hatte ein aktives, artgerechtes Hundeleben. Mit seinem Partner durchs Leben zu gehen ist für alle schön, ob Mensch oder Hund. Und besonders Labis, aber auch die allermeisten anderen Hunderassen wollen vor allem eins...immer mit ihrem Menschen zusammen sein.

Margarete

So kann es gehen! Nicht alles ist im Voraus berechenbar. Dennis muß ganz schön Mut haben, denn er hat die Rettung gerufen! Er muss stark sein, denn er hat seinen großen Hund getragen! Er hat einen guten Charakter, denn er hat vorbildlich reagiert und ausführlich auf die Kommentare, die nicht immer nett waren, geantwortet.
Ich wünsche ihm und seinem Labrador noch viele schöne gemeinsame Erlebnisse und ein gesundes, langes Zusammensein!

Ralf Meinzer

Alles richtig gemacht, Dennis. Tierquäler sind Sesselfurzer, die einen Hund halten wie ein lästiges Gerät aus dem Elektronikdiscount (vor allem seit Corona verstärkt zu beobachten) und nicht die, die anspruchsvolle, aber auch tolle Touren mit ihrem Tier unternehmen. Und schief laufen kann immer etwas - ich musste letzten Sommer unsere Hundedame wegen einer auf dem Weg abgerissenen Kralle auch ein gutes Stück zum Tierarzt tragen. Gut, sie wiegt nur 13kg.....die Kosten für eine eventuell erforderliche Rettung hätten für mich da aber auch nur eine untergeordnete Rolle gespielt.
Ich bin aber sicher, auch den Bergrettern hat der Einsatz mit deinem Labrator viel Freude bereitet, die Fotos sprecben ja für sich.

Wüns he Dir weiterhin viele tolle Touren mit deiner Fellnase und lass Dich von den Miesnickeln hier bloß nicht kirre machen!

Hannes

Wir sind gerne und viel mit unserem Hund Sommer wie Winter im Gebirge unterwegs und gehen dabei regelmäßig Stellen, die mit Ketten und Seilen oder Tritthilfen versehen sind. Der Hund ist dabei immer mit Feuereifer und Begeisterung bei der Sache und hat sichtlich Spaß, und zwar auch dann, wenn es gelegentlich von oben bisserl Zugunterstützung braucht. Wer uns deshalb als Tierquäler bezeichnen möchte, bitte sehr...

Lola

Ich finde es schlimm, wie leichtfertig und absolut von einigen geurteilt wird. Natürlich sollte sowas nicht passieren und ist mit ausreichender Information vermeidbar. Aber jeder kann mal einen Fehler machen oder eine Situation falsch einschätzen, ob am Berg oder generell im Leben. Keinerlei Empathie dafür zu haben sagt mehr über die Kommentatoren aus als über den Fall.

Lieber einen Fehler machen, ihn eingestehen und Hilfe holen als dann das Leben des Hundes und das eigene Leben zu riskieren, weil man sich keinen Fehler eingestehen kann.

Claudia

Eines muss ich loswerden hier. Ich verstehe manche Menschen nicht, die glauben einem Tier alles zumuten zu können, was man selbst machen möchte. Hab null Verständnis für die Person. Das ist wie bei pralender Hitze Hunde im Auto zu lassen oder Pferden schwere Kutschen ziehen zu lassen.
Hoffe er muss für seine Selbstüberschätzung den ganzen Einsatz bezahlen. Und lernt daraus. Der Hund und auch er hätten abstürzen können. Ein Hund bleibt immer bei seinem Herrchen, egal wie auswegslos die Situation ist. Leider! Ich würde mein Tier nie in eine Gefahr bringen, dafür liebe ich es zu sehr, das könnte ich mir nie verzeihen. In den Bergen spazieren gehen ja, aber Bergsteigen ist ein no go!!!??

Lisa

Immer wieder schön, wenn die geballte Kompetenz der Bandenprofis zum Einsatz kommt. *Ironie aus*

Hut ab vor Dir Dennis, dass Du den Quatsch der Vorredner überhaupt kommentierst.

Nebenbei bemerkt, was für einen Blödsinn von Aussage ist das eigentlich, dass ein Labbi grundsätzlich nicht zum Wandern kann! Das ist eine Arbeitshunderasse die definitiv viel Bewegung und Beschäftigung braucht und völlig problemlos in den Bergen unterwegs ist.
Ausnahmen gibt's immer aber die Regel ist das ganz sicher nicht, dass die nicht in die Berge können! Da kann man echt nur mit den Augenrollen.

Hallo

Ein großes Lob an Dennis, dass er den "Mut" hatte, auf die teilweise hirnlose Kommentare zu antworten.
Ich selbst bin Halter von 3 Hunden, die sehr gerne mit mir im Berg unterwegs sind. Wir haben auch schon schwierige Situationen meistern müssen, aber das nimmt uns nicht die Freude an weiteren Bergtouren.
Ich wünsche euch beiden weiterhin viel Spaß bei euren nächsten Unternehmungen.
Übrigens meine Hunde haben auch ein Gewicht von 24 bis 26 kg. Ich verstehe nicht warum das so explizit erwähnt wurde.
Pfiat di

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