Weitere Abbrüche nicht ausgeschlossen

Gewaltiger Felssturz bei Sulden im Video: Tausende Kubikmeter Gestein brechen ab

An der Vorderen Schöntaufspitze oberhalb von Sulden haben sich am 12. September 2026 Tausende Kubikmeter Gestein gelöst. Verletzt wurde niemand. Weil weitere Abbrüche nicht ausgeschlossen werden können, wird die Bergflanke nun überwacht.

Gewaltiger Felssturz bei Sulden: Tausende Kubikmeter Gestein brechen ab
© Instagram/Fabian.sulden

Gewaltiger Felssturz bei Sulden: Weitere Abbrüche möglich

An der Vorderen Schöntaufspitze oberhalb von Sulden in Südtirol hat sich am Samstagnachmittag ein massiver Felssturz ereignet. Tausende Kubikmeter Gestein lösten sich aus der Bergflanke und stürzten talwärts. Aufnahmen des Ereignisses zeigen eine große Staubwolke, die sich nach dem Abbruch ausbreitete. Menschen wurden nach bisherigen Informationen nicht verletzt.

Die Gesteinsmassen gingen in einem unbewohnten Bereich nieder. Auch die Wanderwege im betroffenen Gebiet sollen bereits vor dem Ereignis gesperrt gewesen sein. Nach dem großen Felssturz hat sich die Situation allerdings noch nicht vollständig beruhigt. Wie unter anderem Südtirol News berichtet, wurden weitere kleinere Felsbewegungen registriert. Die betroffene Bergflanke soll deshalb überwacht werden.

Drohne und Hubschrauber sollen bei Untersuchung helfen

Der Bergrettungsdienst CNSAS in Sulden hat das Gebiet dem Bericht zufolge bereits mit einer Drohne überflogen und fotografisch dokumentiert. Geologen des Landes sollen nun die Abbruchstelle untersuchen und beurteilen, wie stabil der verbliebene Hang ist. Dabei soll auch ein Hubschrauber zum Einsatz kommen. Christian Knoll von der Bergrettung in Sulden hält demnach weitere Abbrüche für möglich. Eine unmittelbare Gefährdung für Menschen bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand jedoch nicht, da sich der betroffene Hang abseits von Gebäuden und Wanderwegen befindet.

Was den Felssturz ausgelöst hat, muss noch abschließend geklärt werden. Als möglicher Faktor werden die Niederschläge der vergangenen Tage genannt. Wasser kann in vorhandene Klüfte und Risse im Fels eindringen und deren Stabilität beeinflussen. Zudem wird geprüft, welche Rolle Frostprozesse und die geologischen Verhältnisse gespielt haben könnten. Die Untersuchungen sollen auch klären, wie sich der Hang weiter entwickeln könnte.

Zur Vorderen Schöntaufspitze

Die Vordere Schöntaufspitze (3214 m) liegt in der Ortlergruppe oberhalb von Sulden. Sie erhebt sich westlich des Madritschtals und ist unter anderem von der Bergstation der Seilbahn Sulden beziehungsweise vom Madritschjoch aus erreichbar. Der Gipfel gilt im Vergleich zu den großen vergletscherten Gipfelzielen der Ortlergruppe als vergleichsweise einfach erreichbarer Dreitausender. 

4 Kommentare

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Bruno

Servus Jürgen, danke für Ihre Rückmedung. Oh je, da habe ich mich irgendwie falsch ausgedrückt, aber ich war hundemüde und wollte noch kurz antworten. Nein, das mit den Äpfeln war nicht als Kritik zu verstehen, natürlich ist die Gegend dort dazu hervorragend geeignet und Äpfel esse ich auch gerne. Mich hat das eher beeindruckt, bis an den Horizont Äpfel - und laut der Vermieterin werden die alle von Hand gepflückt, Wahnsinn! Und mit den zweirädrigen Krawallos meinte ich die motorisierten auf der Straße, Tausende pro Stunde brettern dort mit Höllenlärm durch, um auf den Pässen dann blöde Fotos mit ihren Knatterteilen zu machen. Dagegen habe ich die Bottroper-Freizeitbiker auf den Touren glücklicherweise nicht gesehen, was natürlich durch das teils hochalpine Terrain bedingt war. Nebenbei muß ich noch allen Alpin-Lesern den Kortscher Schafkopf (3111 m) empfehlen - mit 2 vorgelagerten wunderbaren Badeseen! Aber dafür muß man 1400 Hm (T4) schnaufen.
Ja, was die Bergführer anbelangt, da habe ich wohl einen Fehler gemacht, aber 2 Monate vorher buchen ist auch vollkommen abstrus (Wetter, Gesundheitszustand).
Dann beste Grüße aus Tirol, morgen gehts heiter weiter mit Kirchdachl, Habicht & Co. - und ggf. werde ich mich um einen Bergführer aufs Zuckerhütl bewerben. Bruno
PS Nochmals Danke an Alpin, seid sehr nett!

Jürgen

Servus Jürgen, lieben Dank für die Eindrücke. Ich wusste, es würde Ihnen gefallen. Dazu ein paar Anmerkungen, das mit den Ortler Bergführern würde ich dann schon 1-2 Monate vorher buchen, die haben im Sommer Hochkonjunktur wie mir berichtet wurde, vielleicht beim nächsten Mal.
Piz Sesvenna war ich auch in diesem Jahr, das ist schon großartig wie wenig frequentiert dieser Gipfel ist.
Das mit den vielen Äpfeln und Weinanbau ist dort halt so, von irgendwas außer dem Tourismus muss auch der Südtiroler leben, und auch mich haben die vielen Zweiradler etwas genervt, aber wie Sie sagen, etwas weiter höher wird es dann doch ruhiger und gelassener. Die Elektromotor Fahrräder sind ein Graus, was damit plötzlich auf dem Zweirad sitzt und den Verkehr durch Unerfahrenheit massiv stört ist kaum in wenige Worte zu fassen, da sollte ein extra Führerschein her mit Theorie und Praxis sowie Kennzeichenpflicht.
Wünsche noch einen schönen Restsommer und beste Grüße.

Bruno

Vorab herzlichen Dank an Alpin für das Zulassen unserer Privatpost! Nett von euch!
Also - Servus Jürgen, ja, ich war 2 Wochen dort, aber bin mittlerweile nach Tirol weitergezogen, aber nicht, da es mir dort nicht gefallen hätte (war so mit anderen Bergkameraden abgesprochen).
Sie haben Recht, ein traumhaftes Stück Alpen, leider im Tal ein riesiger Verkehr der zweirädrigen Krawallos. Aber fernab ein Traum von Welt! Also acht 3000er in 14 Tagen erlebt, jeder irgendwie anders zu besteigen; sehr interessant dabei der Piz Sesvenna und die Hohe Angelusspitze.
Nebenbei zum Artikel - dieser Berg war auch auf meinem "Liste", eine Wegeverbot war aber auf meinen (elektronischen) Karten nicht verzeichnet (?); wobei der Steinschlag eher nach Norden abgegangen zu sein scheint - das ist mir nicht ganz klar. OK, eh nicht zeitlich dazugekommen, da so vieles anderes und auch 2 Tage Regen letzte Woche.
ABER... 2 Negativa:
- der Rother-Wanderführer ist eher kaum zu gebrauchen, ich vermute, den hat ein Genießer der Freuden im Tal geschrieben - nebenbei was für eine riesige Apfel-Monokultur!!!
- 2 hiesige Bergführer wegen des Ortlers angeschrieben - keine Antwort bekommen. Nicht einmal "keine Zeit". Nun ja, da muß ich nächstes Jahr Olaf kontaktieren :)
Soweit in Kürze, also vielen Dank nochmals für Ihren Tipp, kein Regreß :) So, muß mich niederlegen, eine sehr harte Tour hinter mir, ein Berg mit dem poetischen Namen "Hohe Geige" erwies sich als totaler Schutthaufen, wobei ich nie kapiere, wie man so einen Steinbruch nach einem herrlichen Instrument benennen kann. Aber Rundsicht oben grandios.
Dann wünsche ich Ihnen, werter Jürgen, und allen anderen Bergfreunden noch schöne Bergwochen, Bruno

Jürgen

@Bruno, waren Sie im Sommer im Vinschgau? Wenn ja, wie hat es Ihnen gefallen?