- Professionell wandern: als Bergwanderführer
- Bergwanderführer: Verantwortung für die ganze Gruppe
- Deutschland: Der Weg zum International Mountain Leader
- Alternative Ausbildung in Deutschland
- Bergwanderführer-Ausbilung in Österreich: Unterschiedliche Wege je nach Bundesland
- Schweiz: Wanderleiter mit eidgenössischem Fachausweis
- International als Bergwanderführer arbeiten
- Grundvoraussetzung: Fit am Berg
- Bergwanderführer: Das kostet die Ausbildung
- Die Ausbildungswege im Überblick
- Einstieg über das Ehrenamt
- Bergwanderführer: Ein Beruf mit Perspektive
Professionell wandern: als Bergwanderführer@(zwischenHeadlineTag)>
Der Pfad zieht sich in engen Kehren durch die Latschen, darüber leuchten die ersten Gipfel im Morgenlicht. Schritt für Schritt folgt eine kleine Gruppe Wanderer ihrem Guide. Er geht vorneweg, wirft immer wieder einen Blick zum Himmel, prüft den Weg, erklärt unterwegs Pflanzen und Landschaft. Für viele Gäste gehört genau dieses Gefühl inzwischen zum perfekten Bergurlaub: draußen unterwegs sein – aber mit jemandem, der die Berge kennt.
Geführte Wanderungen erleben in den Alpen seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Ob Alpenüberquerung, Hüttentour oder Schneeschuhwanderung im Winter – immer mehr Urlauber entscheiden sich bewusst für eine Tour mit Guide. Entsprechend gefragt sind gut ausgebildete Bergwanderführer. Wer selbst darüber nachdenkt, Gruppen durch die Berge zu führen, merkt allerdings schnell: Den einen klaren Ausbildungsweg gibt es im Alpenraum nicht. Dauer, Inhalte und rechtliche Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Land und in Österreich sogar je nach Bundesland.
Bergwanderführer: Verantwortung für die ganze Gruppe@(zwischenHeadlineTag)>
International werden Bergwanderführer meist als „Mountain Leader“ bezeichnet. Sie begleiten Gäste auf Wanderungen im alpinen Gelände – von gemütlichen Tagesrouten bis zu anspruchsvolleren Mehrtagestouren von Hütte zu Hütte. Auch Schneeschuhwanderungen im Winter gehören häufig zum Angebot.
Die Verantwortung bleibt trotzdem groß. Ein Guide plant die Route, beobachtet Wetter und Gelände und muss mögliche Risiken richtig einschätzen können. Kommt es zu Problemen oder einem Unfall, zählt ruhiges und schnelles Handeln. Gleichzeitig gehört viel Organisation dazu und der Umgang mit ganz unterschiedlichen Gästen: sportliche Wanderer ebenso wie Urlauber, die zum ersten Mal in alpinem Gelände unterwegs sind.
Bergwanderführer dürfen im Gegensatz zu den staatliche geprüften Bergführern nur Wanderungen führen, bei denen grundsätzlich keine Steigeisen, Pickel, Seil oder Gurt notwendig sind. Also keine Gletschertouren, keine Klettersteige und erst recht keine Klettertouren. Doch "normale" Bergwanderungen, Mehrtagestouren, Alpenüberquerungen und im Winter Schneeschuhtouren bieten ja auch noch ausreichend Spielraum für das Führen von Wanderguppen.

Typisches Terrain für Bergwanderführer: Alpenüberquerung vom Königssee zu den Drei Zinnen.
Deutschland: Der Weg zum International Mountain Leader@(zwischenHeadlineTag)>
In Deutschland führt der wichtigste Ausbildungsweg über den Verband Deutscher Berg- und Skiführer (VDBS). Die Ausbildung entspricht zugleich dem internationalen Standard der Union of International Mountain Leader Associations (UIMLA).
Insgesamt umfasst sie 42 Ausbildungstage im Sommer und Winter sowie ein 15-tägiges Praktikum bei einer Bergschule. Vermittelt werden unter anderem Orientierung, Wetterkunde, Schnee- und Lawinenkunde, Gruppenführung, Naturkunde und alpine Notfalltechniken.
Der Einstieg erfolgt über ein Auswahlverfahren. Bewerber reichen zunächst einen Tourenbericht ein. Aus rund 200 Interessenten werden etwa 80 zu einem Auswahlwochenende eingeladen. Am Ende beginnen rund 36 Teilnehmer tatsächlich die Ausbildung.
Bis zum Abschluss als Bergwanderführer und International Mountain Leader dauert es mindestens zweieinhalb Jahre. Dafür ist die Qualifikation international anerkannt.

Auch bei winterlichen Verhältnissen muss der Bergwanderführer seine Gruppe sicher führen.
Alternative Ausbildung in Deutschland@(zwischenHeadlineTag)>
Eine vergleichsweise neue Option ist die Ausbildung zum Natur- und Wanderguide der Natursport Akademie, die gemeinsam mit dem Verband Deutscher Bergschulen entwickelt wurde.
Das Konzept verbindet Online-Lernen mit praktischen Lehrgängen. Nach vorbereitenden Theorieeinheiten folgen ein Sommer- und ein Winterkurs mit jeweils sechs Ausbildungstagen. Anschließend steht eine zweitägige Abschlussprüfung an. Ergänzt wird die Ausbildung durch ein Praktikum bei einer Bergschule. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Naturvermittlung und nachhaltigem Natursport.
Bergwanderführer-Ausbilung in Österreich: Unterschiedliche Wege je nach Bundesland@(zwischenHeadlineTag)>
In Österreich ist die Ausbildung zum Bergwanderführer landesrechtlich geregelt. Entsprechend bieten mehrere Bundesländer eigene Lehrgänge an.
In Tirol organisiert der Tiroler Bergsportführerverband die Ausbildung, die rund 16 Kurstage umfasst. Rund 140 Personen nehmen jedes Jahr an der Ausbildung teil.
Der Vorarlberger Bergführerverband bildet staatlich befugte Wanderführer im Auftrag der Landesregierung aus. Die 17 Tage Ausbildung teilen sich auf drei mehrtägige Kursmodule auf.
In Kärnten verantwortet der Verein der Kärntner Bergwanderführer die Ausbildung, die einen 10-tägigen Sommerkurs und einen einwöchigen Winterkurs beinhaltet.
In der Steiermark füht der Bergsportführerverband Steiermark die Ausbildung zum Bergwanderführer in zwei jeweils 8-tägigen Kursen durch. Ein Kurs findet im Sommer, einer im Winter statt.
Wander- und Schneeschuhführer bildet auch der Bergführerverband Oberösterreich aus. Diese Gesamtausbildung, bestehend aus einem 9-tägigen Sommerkurs und einem 9-tägigen Winterkurs für Wander- und Schneeschuhführende
Auch in Salzburg gibt es eigene Lehrgänge über den Verein der Salzburger Bergwanderführer, bestehend aus einem Basiskurs und einem Wintermodul. In 16 Tagen werden hier das notwendigen Wissen für das Führen von Wander- und Schneeschuhtouren vermittelt.
Die Ausbildung zum International Mountain Leader erfolgt in Österreich als 22-tägige Fortbildung nur durch den Vorarlberger Bergführerverband. Teilnehmen können hier alle ausgebildeten Bergwanderführer aus Vorarlberg, Tirol, Kärnten, Oberösterreich oder der Steiermark.
Schweiz: Wanderleiter mit eidgenössischem Fachausweis @(zwischenHeadlineTag)>
In der Schweiz führt der Weg über die Ausbildung zum Wanderleiter beim Schweizerischen Bergführerverband.
Sie umfasst rund 47 Kurstage und erstreckt sich über etwa eineinhalb Jahre. Neben alpiner Sicherheit stehen auch Naturkunde, Kulturvermittlung und organisatorische Themen auf dem Programm.
Den Abschluss bildet die eidgenössische Fachprüfung. Wer sie besteht, erhält den Titel Wanderleiter – mit internationaler Anerkennung durch die Union of International Mountain Leader Associations.
International als Bergwanderführer arbeiten@(zwischenHeadlineTag)>
Wer in verschiedenen Alpenregionen arbeiten möchte, muss sich außerdem häufig vor Ort registrieren lassen und seine Ausbildung nach den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben nachweisen. Eine international anerkannte Qualifikation wie der International Mountain Leader (IML) erleichtert diese Anerkennung deutlich. Diese ist derzeit direkt Bestandteil der Ausbildung beim Verband Deutscher Berg- und Skiführer in Deutschland sowie beim Schweizerischen Bergführerverband.
In Österreich gehört die internationale Qualifikation bislang nicht automatisch zu den Landesausbildungen. Eine entsprechende Weiterbildung wird jedoch für Absolventen aus Österreich über den Vorarlberger Bergführerverband angeboten.
Grundvoraussetzung: Fit am Berg @(zwischenHeadlineTag)>
Wer die Ausbildung zum Bergwanderführer in Angriff nehmen will, sollte in erster Linie eines sein: Fit am Berg!
Alle Ausbildungen haben eine konditionelle Anforderungskomponente: Sprich man sollte mindestens 1.000 Höhenmeter am Stück (und in ca. 2 Stunden) aufsteigen können, sich auch in leichtem Klettergelände, Schrofengelände und auch auf weglosen Touren wohlfühlen. Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Vorkenntnisse mit Schneeschuhen auf alpinen Schneeschuhtouren dürfen ebenso nicht fehlen.
Als Nachweis dieser Fähigkeiten wird zumeist ein Tourenbuch verlangt, das die Erfahrung nachweist. Hierbei liegt der Wert auf schweren Touren, bei denen man idealerweise selbst die Führung übernommen hat und nicht in der Gefolgschaft eines Bergführers unterwegs war. "Gesammelte Erfahrung" ist hier das Motto.

Schwierigkeit: Orientierung und Wegfindung. Mit der Wandergruppe im Steinernern Meer.
Bergwanderführer: Das kostet die Ausbildung@(zwischenHeadlineTag)>
Die Spanne ist groß: Die Ausbildungen beim Tiroler Bergsportführerverband dauert 16 Tage und kostet 3.800 Euro. Die Ausbildung beim VDBS, die den UIMLA Mountain Leader beinhaltet, dauert dagegen 42 Tage und schlägt mit über 7.800 Euro zu Buche. Zuzüglich 15 Tagen Praktikum bei einer Bergschule oder einem Bergführer. Dafür darf man mit dem "UIMLA Mountain Leader" seinem Geschäft auch in Österreich, Südtirol, Italien, Frankreich und der Schweiz nachgehen und Touren gegen Entgelt führen.
Bei der Auswahl der passenden Ausbildung ist also vor Allem entscheidend, wo man führen möchte: Regional begrenzt (mit Ausflugsverkehr ins Ausland) oder international. Und wieviel Geld man in die Ausbildung investieren will.
Die Ausbildungswege im Überblick@(zwischenHeadlineTag)>
| Ausbildung | Dauer | Kosten | International Mountain Leader | Bewerbungsfrist | Anerkannt in... |
|---|---|---|---|---|---|
| VDBS Bergwanderführer | 42 Tage zzgl. Praktikum | ca. 7.800 Euro | Ja | Juli | Deutschland und international |
| Natur- und Wander Guide | 14 Tage | ca. 2.200 Euro | Nein | Juni / September | Deutschland |
| Tiroler Bergwanderführer | 16 Tage | ca. 3.800 Euro | als Fortbildung möglich | Juni | Tirol, ganz Österreich möglich |
| Vorarlberger Bergwanderführer | 18 Tage | ca. 2.500 Euro | als Fortbildung möglich | Oktober | Vorarlberg, ganz Österreich möglich |
| Kärntner Bergwanderführer | 17 Tage | ca. 2.200 Euro | als Fortbildung möglich | n.n. | Kärnten, ganz Österreich möglich |
| Salzburger Bergwanderführer | 17 Tage | ca. 2.000 Euro | Nein | April | Salzburg, ganz Österreich möglich |
| Wanderleiter (Schweiz) | 47 Tage | ca. 20.000 Euro | Ja | September | Schweiz und International |
Einstieg über das Ehrenamt@(zwischenHeadlineTag)>
Nicht jeder weiß sofort, ob das Führen von Gruppen wirklich zum Beruf werden soll. Viele sammeln daher zunächst Erfahrung in alpinen Vereinen.
Der Deutsche Alpenverein und auch die Naturfreunde bieten etwa Ausbildungen zum Trainer C Bergwandern oder Schneeschuhbergsteigen an. Die ausgebildeten Tourenleiter führen anschließend ehrenamtlich Gruppen ihrer Sektion. Für viele ist das ein idealer Praxistest – und manchmal der erste Schritt in Richtung professioneller Tätigkeit. Einen der genannten Abschlüsse ersetzen die Ausbildungen aber nicht, wenn man professionell sein Geld mit dem Führen verdienen will.
Bergwanderführer: Ein Beruf mit Perspektive@(zwischenHeadlineTag)>
Geführte Wanderungen werden immer gefragter. Viele Gäste kommen aus Regionen ohne alpine Erfahrung und schätzen die Sicherheit und Ortskenntnis eines Guides. Viele Tourismusdestinationen und Hotels bieten vermehrt geführte Angebote und Touren an. Und gerade im Winter wird das Thema Winter- und Schneeschuhwandern als neue Alternative zu den stetig teurer werdenden Skiangeboten immer beliebter.
Für erfahrene Bergwanderer kann der Beruf deshalb eine spannende Perspektive sein. Wer Kondition, Verantwortungsbewusstsein und Freude am Umgang mit Menschen mitbringt, kann seine Leidenschaft für die Berge zum Beruf machen und anderen unvergessliche Erlebnisse in den Alpen ermöglichen.



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