Stöcke als Hilfe oder Stolperfalle?

Sicher talwärts: So setzt du Wanderstöcke richtig ein

Wanderstöcke können Knie entlasten und für mehr Stabilität sorgen – vorausgesetzt, sie werden richtig eingesetzt. Bergführer Olaf Perwitzschky erklärt, worauf es beim Abstieg ankommt.

Sicher talwärts: So setzt du Wanderstöcke richtig ein
© Imago / Mito

Frage: Wie setze ich Stöcke beim Bergabgehen richtig ein?

Frage: In einer steilen Bergab-Passage ist meine Freundin weggerutscht und gestürzt. Leider fiel mir erst beim Weitergehen auf, dass sie die Stöcke im steilen Gelände nicht richtig setzt. Könntest du bitte mal die wichtigsten Regeln des Bergabgehens mit Stöcken erläutern?

Antwort: Im Blockgelände ist Vorsicht geboten

Antwort von Olaf: Vorsichtig sollte man mit Stöcken im steilen Blockgelände sein. Rutschen sie auf der steinigen Oberfläche weg, und man hat sich zu sehr darauf gestützt, ist in der Folge ein Sturz fast nicht zu vermeiden. Ansonsten sollte man versuchen, auch wirklich Last auf die Stöcke zu geben.

Dazu darf der Stock beim Bergabgehen nicht zu kurz sein (länger als bergauf). Der Griff durch die Schlaufen hilft dabei, das Gewicht auf den Stock zu übertragen. Man wechselt am besten immer wieder zwischen Einstocktechnik, bei der man wechselseitig einen Stock nach vorne führt und Doppelstocktechnik, bei der man beide Stöcke gleichzeitig nach vorne führt. Stöcke effektiv einzusetzen, ist nicht leicht und kostet Kraft.

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Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und Eure Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er Eure Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik "Olaf klärt das schon!".

Text von Olaf Perwitzschky

3 Kommentare

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Olaf

Das ist vollkommen richtig: wenn man sich in sehr steilem Gelände bewegt, raus aus den Schlaufen. Im Absturzgelände Stöcke ganz weg.
Beim "normalen" Einsatz helfen die Schlaufen aber massiv dabei, Gewicht auf die Stöcke zu übertragen. Daher würde ich nicht grundsätzlich sagen: bergab raus aus den Schlaufen.
Zur Länge: Wer Kraft in den Schultern hat, kann auch bei langen Stöcken gut Kraft darauf bringen. In einem Gelände mit vielen hohen Stufen ist es aber oft durchaus hilfreich, die Stöcke kürzer zu machen und sich dann darauf zu stützen. Das sollte man am besten einmal für sich ausprobieren.

freiesradical

Ich wollte genau das von meinem Vorgänger beschreiben: in Gefahrensituation raus aus den Handschlaufen, damit man sich beim Sturz in z.B. verbocktem oder Absturzgelände ggf. noch abfangen kann! Das kennt man vom Skitourengehen; wenn es sich nicht umgehen läßt: im lawinengefährdeten Gelände Hände aus den Schlaufen und Bindung entriegeln...

t.a.schill

Ich lernte, dass man beim Bergabgehen auf jeden Fall aus den Schlaufen raus soll, damit man sich bei einem möglichen Sturz mit den Händen besser abstützen kann und sich nicht die Handgelenke verdreht.
Weiterhin kann man auf die Stöcke keine Last geben, wenn sie zu lang sind, auch darauf sollte man achten.
Viele Grüße
Th. Schill