Skitourenwissen kompakt erklärt

So findet ihr die richtige Skilänge und Bindung

Uns haben gleich zwei Fragen erreicht: Wie finde ich die passende Skilänge für meine Touren? Welche Bindungen sind derzeit empfehlenswert? Bergführer und Testchef Olaf Perwitzschky fasst die Antworten kompakt zusammen.

So findet ihr die richtige Skilänge & Bindung
© IMAGO / Westend61

Welche Skilänge ist die richtige? Und welche Bindungen sind aktuell empfehlenswert?

Frage von M. Wolpert, Wörthsee: Ich habe vor, einen neuen Tourenski mit Bindung zu kaufen, Einsatzgebiet 50:50 Piste und Backcountry (Skitour und Freeride). Ich bin 189 groß, 85 kg schwer, sehr guter Skifahrer. Meine Fragen:

  • Welche Länge ist je nach Körpergröße, Gewicht und Können die richtige?

  • Welche Bindungen sind aktuell die besten am Markt?

<p>Wie finde ich die passende Bindung und die richtige Skilänge?</p>

Wie finde ich die passende Bindung und die richtige Skilänge?

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24 Paar Tourenski im ALPIN-Skitest 25/26
Die Ergebnisse des Tourenski-Test
24 Paar Tourenski im ALPIN-Skitest 25/26

Die Bedingungen für den Skitest 25/26 waren fordernd. Aber gute Ski müssen mit allen Verhältnissen zurechtkommen. Wir haben 24 Paar Tourenski bei allen möglichen Bedingungen getestet und sagen dir, welcher Ski wo seine Stärken hat.

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Kompaktwissen: So wählst du die passende Skilänge und Bindung

Für eine 50:50-Nutzung zwischen Freeride/Tour und Piste ist es sinnvoll einen Ski zu wählen, der in etwa Körpergröße hat. Top Performance bei Piste, Freeride und Skitour wäre allerdings die eierlegende Wollmichsau. Denn die Anforderungen an Freeride und Tourenski sind bereits unterschiedlich. Kommt noch Piste dazu, wird es noch einmal schwieriger.

Am Ende wird es immer auf einen Kompromiss rauslaufen. So wie Du Dein Skikönnen und den Einsatzbereich (also Freeride, Tour und Piste) beschreibst, würde ich einen Ski zwischen ca. 178 cm und 185 cm wähle, je nach Modell und verfügbarer Länge. Tourenski sollten generell zwischen Nase (kurz) und Körpergröße (lang) variieren.

<p>Für eine 50:50-Nutzung zwischen Skimo und Piste ist ein kürzerer Ski sinnvoll.</p>

Für eine 50:50-Nutzung zwischen Skimo und Piste ist ein kürzerer Ski sinnvoll.

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Das kommt auf das Fahrkönnen und den Einsatzbereich an. Und auf die Skibreite. Breite Ski können etwas kürzer sein. Man sagt, dass Körpergröße in etwa die maximale Skilänge bei Tourenski sein sollte. Je besser man fährt, desto länger dürfen die Ski sein. Freerideski (wenig oder gar kein Aufstieg) dürfen auch etwas länger sein, also für dich durchaus auch 185 bis 190 cm. Ski für die Piste sind wiederum eher etwas unter Körpergröße. Macht in der Summe der Anforderungen eben die oben schon genannten 178 bis 185 cm.

Diese Bindungen sind für deinen Freeride-/Touren-/Pisteneinsatz derzeit besonders interessant:

Zur Bindung: Aktuell sind abfahrtsorientiert besonders vier Bindungen interessant:

  • Marker Kingpin

  • Fritschi Tecton

  • Salomon/Atomic Shift

  • Marker Duke PT

Wichtig: Beim Kauf einer Bindung müsst ihr unbedingt auf den Sohlenrand eurer Skitourenschuhe achten! Modelle ohne ausgeprägten Sohlenrand (meist bei sehr leichten Schuhen, aber auch z. B. beim Dynafit Hoji Pro Tour), sind für die Marker Duke PT und die Atomic/Salomon Shift nicht kompatibel. Eine ausführlichere Kaufberatung für Bindungen findet ihr in unserem Test.

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Habt Ihr auch eine Frage an Olaf? Dann nutzt die untenstehende Kommentarfunktion!

Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und Ihre Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er Ihre Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik "Olaf klärt das schon!".

Text von Olaf Perwitzschky

5 Kommentare

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Olaf Perwitzschky, ALPIN

Hallo Flo, deine Grundidee ist richtig, allerdings tust du dich mut einem Ski mi 96er Mittelbreite z.B. bei harten Querungen im Aufstieg schwerer. Geh doch in die Mitte, also auf 92 mm (K2,), 93 (Head) oder 94 (Elan). Das sollte für den Tiefschnee ausreichen, damit hält sich aber das Gewicht in Grenzen und das sind von der Breite für Skitouren tolle Allrounder.

Florian

Hallo Olaf,

ich möchte gerne mit Skitouren anfangen, habe bisher zwei mit Bergführer gemacht und stehe jetzt vor der Wahl, mir evtl. ein eigenes Set zu kaufen. Meine Frage ist immer noch, auf welche Mittelbreite soll ich gehen. Ich fahre auf der Piste grundsätzlich gut bis sehr gut, im Tiefschnee tue ich mir aber immer noch schwer. Deshalb hätte ich die Tendenz, einen Ski im Bereich 94-96mm zu nehmen, um den zusätzlichen Auftrieb nutzen zu können, das Mehrgewicht würde ich dabei in Kauf nehmen. Mein letzter Leihski hatte 88mm, das war okay, aber ich erhoffe mir von der zusätzlichen Breite noch mehr Unterstützung im tiefen Schnee. Sind meine Gedanke soweit richtig, oder übersehe ich etwas entscheidendes?
LG
Flo

Olaf Perwitzschky

Hallo Gabi,
es gibt nur noch zwei Tourenbindungen, die mit Skischuhen kompatibel sind, das sind die Fritsch Scout und die Marker FT.
Bei allen anderen Bindungen brauchst du vorne Pins zum Aufsteigen. Auch die Hybrid-Bindungen (Tyrolia, Marker, ATK) haben Pins für den Aufstieg. Im Abfahrt-Setup wären die für Skischuhe kompatibel, für den Aufstieg brauchst du aber eben die Buchsen in den Schuhen für die Pins.

Alternativ könnest du dir Freeride-Schuhe kaufen. Die haben Buchsen für die Pins vorne, verfügen aber oft dieselbe Abfahrt-Performance wie Skischuhe. Dann hast du eine größere Auswahl bei den Bindungen.

Einen schönen Skitourenwinter und viele Grüße,
Olaf

Thomas vom ALPIN Team

Hallo Gabi,

Rahmenbindungen wie die Marker F10/F12 Tour oder die Fritschi Scout eignen sich auch für Skitouren mit Pistenskistiefeln ohne Pin-Aufnahme.

Liebe Grüße, Thomas

Gabi

Hallo Olaf,
Gibt es eine Tourenbindung die auch mit Pistenschistiefeln sicher bei einem Sturz auslöst?
Vielen Dank für deinen Rat!
LG Gabi