Durch die Nordwand der Großen Zinne
Mehr als 30 Jahre nach der Erstbegehung hat Christoph Hainz seine Route "Phantom der Zinne" (IX+) in den Dolomiten saniert. Gemeinsam mit Harald Mair erneuerte der Südtiroler Bergführer über drei Tage die Absicherung des Kletterklassikers.
Die Route zieht sich rund 500 Meter durch die steile Nordwand der Großen Zinne, dem höchsten und bekanntesten Gipfel der drei Zinnen. Hainz eröffnete die Linie 1995 gemeinsam mit Kurt Astner. Die Route wurde damals mit der Schwierigkeiten bis IX- bewertet und war nur mit wenigen Normalhaken abgesichert. Erst im März 2026 hat der Südtiroler Alpinist Simon Gietl eine Solo-Begehung der Route realisiert.
Neue Bohrhaken und Standplätze
In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich "Phantom der Zinne" zu einem anspruchsvollen Klassiker. Durch zahlreiche Wiederholungen hat sich der Fels nach Angaben von Planetmountain inzwischen weitgehend geklärt. Die aktuellen Schwierigkeiten werden mit etwa 7c/7c+ bzw. IX+ angegeben.
Allerdings waren einige der alten Bohrhaken inzwischen korrodiert. Deshalb erneuerte Hainz die Absicherung. Auch die Standplätze wurden ersetzt und teilweise an komfortablere Positionen verlegt. Im oberen Wandbereich kamen zudem einige zusätzliche Bohrhaken hinzu. Die Sanierungsarbeiten dauerten drei Tage und wurden von Harald Mair unterstützt.
Was für eine Wiederholung nötig ist
Wer Phantom der Zinne heute wiederholen möchte, sollte entsprechend ausgerüstet sein. Es werden 13 Expressschlingen, einen Satz Friends bis Größe 3 sowie einige Bandschlingen empfohlen. Für einen möglichen Rückzug werden zwei 60-Meter-Seile empfohlen. Trotz der verbesserten Absicherung bleibt die Route eine anspruchsvolle alpine Klettertour: Die Nordwand der Großen Zinne verlangt neben Kletterkönnen auch Erfahrung im hochalpinen Gelände.
| Erstbegehung | Christoph Hainz und Kurt Astner 1995 |
| Schwierigkeit | IX bzw. 7c/7c |
| Material | 60-m-Doppelseil, 13 Expressschlingen, 1 Satz, Friends, div. Schlingen |
| Zeit | 8 - 10 Stunden |
| Charakter | senkrechte bis überhängende Wandkletterei an meist kleinen Leisten |



0 Kommentare
Kommentar schreiben