Über den Ostgrat auf die Watzespitze
Diesem Berg zu größerer Bekanntheit zu verhelfen, tut fast ein bisschen weh. Denn die "Watze" ist noch eines der wenigen nicht überlaufenen Ziele. Hier kann das Alpinistenherz einfach nicht anders, als ein paar Takte höherzuschlagen. Kein abgegriffener Fels, keine omnipräsenten Fixseile, Steinmänner und Markierungen. Nein – hier darf, soll und kann man noch selbst tüfteln, suchen und finden.
An den wichtigsten Stellen und auch zwischendurch finden sich allerdings genügend kleine und größere Helferlein – und, Obacht, zahlreiche Verhauer! Der ursprüngliche Einstieg über ein steiles Schneefeld ist heute nur noch im Frühsommer möglich, in der Regel wird mittlerweile die hier vorgestellte Variante des Ostgrats gewählt. Das verlängert die Tour zwar, bietet aber einige gut abgesicherte Seillängen, über die man später ideal abseilen kann.
Ist man nach dem ganzen Steigen, Kraxeln und Klettern am luftigen Zacken- und Plattengrat angekommen, gleitet der Blick hinunter in die steile Ostflanke und zum stark zerfurchten Hängegletscher (bis 50 Grad). Wer den Berg im Winter mit Ski oder zeitig im Jahr angeht, kann noch immer die im Topo auf bergsteigen.com eingezeichnete Route über den Hängegletscher wählen.
Die fortgeschrittene Ausaperung sowie akute Stein- und Eisschlaggefahr machen diese alpinistisch reizvolle Runde im Sommer aber nicht mehr guten Gewissens möglich. So kommt man eben zur Freude, den Ostgrat gleich doppelt genießen zu können: kletternd im Aufstieg und abseilend.
Alle wichtigen Etappen und Schlüsselstellen der Tour findet ihr in dieser Bildergalerie:
Alle Toureninfos zum Ostgrat auf die Watzespitze
An Abwechslung ist der Watzespitze-Ostgrat kaum zu überbieten. Aber auch rundum gibt es zahlreiche Touren, bei denen man sich entweder alpinistisches Frohlocken oder eine saftige Watschn abholen kann. Am Kaunergrat ist man sogar am Wochenende oft alleine, traumhaft!
Watzespitze, 3533 m – Ostgrat
Diese Tour fordert den Allround-Bergsteiger, der sich im IV. Grad auch mit Bergschuhen noch wohlfühlt. Die Gehzeiten orientieren sich am Start ab der Kaunergrathütte! Die Gesamtgehzeit für zwei Tage findet ihr in der Tourenkarte.
Schwierigkeit: Klettertour, schwer, IV
Dauer & Höhenmeter: 7:30 Std., 740 Hm im Auf- und Abstieg ab der Hütte!
Beste Zeit: Juli bis September.
Talort: Plangeross, 1594 m.
Ausgangspunkt: Bergstation Rifflseebahn, 2232 m.
Alle Infos zur Tour, inkl. gps-Track findet ihr hier!



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