Kaltfront, Sturm und einsetzende Dunkelheit

Drei Bergsteiger am Rettenkogel in Bergnot

Ein Wettersturz und fehlende Ausrüstung führten zu einem Rettungseinsatz: Drei Bergsteiger sind am Donnerstag am Rettenkogel (1780 m) in Bergnot geraten.

Die Bergrettung Strobl im Einsatz.
© Bergrettung Strobl/Instagram

Bergrettung Strobl rettet Gruppe bei Sturm und einbrechender Dunkelheit

Am Donnerstagnachmittag, dem 23. Oktober, gerieten drei Bergsteiger am Rettenkogel (1780 m) in akute Bergnot. Gegen 15:45 Uhr wurde die Bergrettung Strobl alarmiert, nachdem die Männer bei ihrem Abstieg vom Gipfel von einer einsetzenden Kaltfront überrascht worden waren.

Sturmböen, Schneefall und rasch einsetzende Dunkelheit machten ein Weiterkommen unmöglich. Die Bergsteiger waren durchnässt, erschöpft und verfügten über keine ausreichende Ausrüstung für die herrschenden Bedingungen, weder Biwaksack noch Stirnlampe oder Wechselkleidung befanden sich im Gepäck.

Zehn Bergretter stiegen trotz der widrigen Wetterlage zum Gipfel auf und erreichten die Gruppe in den Abendstunden. Dort versorgten sie die drei Männer mit trockener Kleidung und Wärmepads, bevor sie gemeinsam den gesicherten Abstieg ins Tal antraten.

Rettung unter harten Bedingungen

Laut Einsatzleitung verlief die Rettung unter äußerst schwierigen Bedingungen. "Ohne den raschen und beherzten Einsatz der Bergrettung Strobl hätten die Bergsteiger die Nacht im Sturm am Gipfel wohl nicht überlebt.", so die Bergwacht.

Der Rettenkogel: Anspruchsvoll und häufig unterschätzt

Der Rettenkogel (1780 m) ist ein Gipfel im Salzkammergut mit herrlichen Ausblicken ins Dachsteinmassiv und zum nördlich gelegenen Wolfgangsee. Der Gipfel kann als Rundtour über den Bergwerkskogel und über einen anspruchsvollen Verbindungsgrad erreicht werden. Das Gelände erfordert Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung. 

1 Kommentar

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georgniki

Die Kaltfront war vom Wetterbericht längst angesagt worden.
Wie kann man da „überrascht“ werden?