Ramsau: Deutschlands erstes Bergsteigerdorf am Watzmann
Ramsau wurde bereits 2015 zum Bergsteigerdorf ernannt, als erstes der vier deutschen Bergsteigerdörfer. Mit gutem Grund: Auf kaum eine andere Ortschaft treffen die Auswahlkriterien so genau zu. Außerdem ist Ramsau schon seit dem Jahr 1978 Nationalparkgemeinde.
Der Ort liegt ganz im Südosten Deutschlands auf Höhenlagen zwischen 630 und 2713 Metern, eingebettet von den schroffen Gipfeln der Berchtesgadener Alpen. Die Region gehört neben dem Karwendel und Wetterstein zum Alpinsten, was Deutschland an Bergen zu bieten hat. Am bekanntesten ist natürlich der Watzmann, dessen Ostwand zu den absoluten Klassikern gehört.
Aber er steht wahrlich nicht allein: Von der Familienwanderung auf niedrigen Talwegen und am Hintersee über gut markierte Steige zu einfachen Gipfeln und Almen bis hin zu extremen Bergfahrten gibt es hier alles – einschließlich Schutzhütten.
Tradition, regionale Küche und echtes Bergdorf-Flair
Das Ortsbild mutet fast schon etwas kitschig-schön an: historische Bauernhäuser und die berühmte Pfarrkirche St. Sebastian vor Berggipfeln im Hintergrund. Eine Vielzahl von Höfen (meist mit Übernachtungsmöglichkeit) in der Umgebung zeugt von der langen bäuerlichen Tradition. Und auch die Ramsauer selbst sind tief in ihren Traditionen verwurzelt.
Die touristische Infrastruktur ist familienfreundlich: Kleine Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und alteingesessene Gasthäuser ermöglichen authentische Aufenthalte. Gastronomisch gibt es eine große Auswahl – oft herzhafte bayerische Kost. Viele Gasthäuser verwenden Zutaten aus eigener oder zumindest lokaler Landwirtschaft: Frische Milchprodukte, Brotzeiten mit Bergkäse und andere regionale Spezialitäten stehen auf der Karte.
Rundum passend für nachhaltigen Tourismus und die Philosophie der Bergsteigerdörfer: Nach Ramsau fahren Besucher, die Tradition in Verbindung mit alpiner Schönheit suchen – von der naturbegeisterten Familie bis hin zum Hardcore-Alpinisten.
Bergsportaktivitäten in und um Ramsau
| Wandern | Es gibt es fast endlose viele Tourenmöglichkeiten auf allen Leistungsstufen: von naturkundlichen oder Familienspaziergängen im Tal über Tageswanderungen bis hin Mehrtagestouren. Im Winter gibt es mehrere geräumte Winterwanderwege. |
| Bergsteigen | Der beliebteste und bekannteste Gipfel ist natürlich der Watzmann. Wem dort zu viel los ist, der weicht aus auf den Hochkalter, Schärtenspitze, Kammerlinghorn, Hocheisspitze oder Stadelhorn – um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen. |
| Klettern | Boulderer und Sportkletterer finden rund um die Blaueishütte („Kuchenstücke unter 300 Gramm sind Kekse“) ihr Paradies. Auch die Reiteralm lockt mit vielen, teils extremen (Sport)Kletterrouten. |
| Klettersteige | Da die meisten Ramsauer im Nationalparkgebiet liegen, wurde auf einer Erschließung mit Klettersteigen weitgehend verzichtet. Aber es ist nicht weit nach Schönau (Grünsteig-Klettersteig, Schwierigkeit A-E, und Schützensteig; A/B) oder Marktschellenberg (Berchtesgadener Hochthronsteig; C/D) |
| Skitouren | Eine einfache Tour führt zum Plateau der Watzmann-Gugl. Länger und anspruchsvoller ist’s ins Watzmannkar oder auf die Hochalm. Alle anderen Touren erfordern wegen der Steilheit des alpinen Geländes viel Erfahrung. |
| Schneeschuhtouren | Mordaualm (5,6 km; 300 hm), Wimbachschloss (8,4 km; 310 hm), Stubenalm (7,6 km/520 hm). Achtung: Unbedingt die Betretungsverbote respektieren, um dem Wild Ruhezonen zu bieten. |
| Langlauf | Taubensee: Ausgangspunkt Schwarzbachwacht, 4,1 km, Skating und klassisch |
| Rodeln | Naturrodelbahn „Hirscheckblitz“, 360 hm; 2,3 km, Sessellift Hochschwarzeck |
| MTB | Ramsau ist kein Radler-Paradies, weil es wegen des Nationalparks sehr viele Einschränkungen gibt. Das heißt allerdings nicht, dass man nach Norden auch einige sehr schönte Touren machen könnte. |
ALPIN Info und Tour: Bergtour auf die Schärtenspitze
Diese Tour über die toll gelegene Blaueishütte und weiter zur Schärtenspitze (2.153 m) bietet alles, was man sich von einer Bergtour wünscht!
Bergtour, schwer, UIAA I
8 Std, Auf 1480 Hm, Ab 1480 Hm
Beste Zeit: Juni bis Oktober.
Ausgangspunkt: Parkplatz Pfeiffenmacherbrücke bei Ramsau, 677 m.




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