Schroffe Landschaften entdecken

Picos de Europa: Wandern zwischen Geiern und wilden Gipfeln

Die Picos de Europa gehören zu den eindrucksvollsten Gebirgen Spaniens: wild, schroff, grün und überraschend alpin. Zwischen asturischem Nebel, einsamen Hütten, kreisenden Bartgeiern und gewaltigen Kalkwänden führt eine mehrtägige Wanderung mitten hinein in eine Bergwelt, die sich ihre Schönheit mit Höhenmetern, Trittsicherheit und etwas Abenteuerlust bezahlen lässt.

Wenn Engel wandern, sind die Gipfel sonnig und der berühmt-berüchtigte asturische Nebel hängt im Tal.
© Wibke Helfrich

Ándara-Massiv: Auftakt zwischen Almwiesen und alten Minen

Vielleicht sollte ich wirklich mal besser Spanisch lernen: "Estás soltero?" – frage ich den Hüttenwirt des Refugio Casetónde Andara, als ich versuche, den spröden Mann in ein Gespräch zu verwickeln und etwas über die Gegend zu erfahren. Enrique González schaut mich fast entsetztan. Das merke ich in diesem Moment aber nicht und plaudere munter auf Spanisch weiter, ob ich ein Foto von ihm machen kann.

Entrüstet sagt er: "Nein!" Verwirrt schaue ich ihn an und versuche zu verstehen, warum er mich so böse anfunkelt. Ich probiere es noch einmal und erkläre ihm, dass ich einen Artikel über das Wandern in den Picos de Europa schreiben möchte.

Ich frage ihn, ob es in der kleinen Hütte in den Bergen nicht sehr einsam sei. Ein Mann, der nebenanauf einer Holzbank sitzt und anscheinend mit einem halben Ohr zugehört hat, kann sich ein Lachen nicht verkneifen. 

<p>Aufstieg zum Picu Urriellu, dem markantesten Berg der Picos de Europa.</p>

Aufstieg zum Picu Urriellu, dem markantesten Berg der Picos de Europa.

© Wibke Helfrich

Fragendschauen Enrique und ich ihn an. Ergrinst mich an und erklärt auf Englisch: "Du hast ihn gefragt, ob er Single ist und ob du ein Foto von ihm machen kannst. Ich glaube aber, du wolltest fragen: "Estássolo?", das würde heißen: "Bist du einsam?" Dieser "Lost in Translation"- Moment bringt selbst den sonst spröden Hüttenwirt zum Lächeln, und er erlaubt mir, ein Foto von ihm zu machen. "Aber poste es nicht auf Parship", lacht er.

Zum Eingewöhnen waren wir von Bejes aus durch das Ándara-Massiv zur Berghütte hoch gewandert, die früher zu einer Zinkmine gehört hatte. Unser eigentliches Vorhaben ist eine Drei-Tages-Wanderung durch das Zentralmassiv. Da wir bei dieser auf über 2000 Meter hoch wandern werden, hatten wir gedacht, dass eine Warmmach-Tour kein Fehler sei.

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Text von Wibke Helfrich

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