Hanspeter Eisendle im Interview: "Wir exponieren uns völlig zwecklos"
Hanspeter Eisendle wird zu Recht als kletternder Philosoph bezeichnet. Der Südtiroler Alpinist und Paul-Preuss-Preisträger über die Notwendigkeit von Grenzerfahrungen, Altersmilde und Kritik am Free-Solo-Klettern.

- Südtiroler Kletterlegende Hanspeter Eisendle im Interview
- "Warum in eine Tour einsteigen, der man nicht gewachsen ist? Warum nicht umkehren?"
- "Es wäre mir total fremd, diese Routen einzubohren, weil ich sie nicht mehr schaffe"
- "Die Erkenntnis, dass wir die Berge nicht beherrschen können, war eine Wende"
- ALPIN-Steckbrief: Hanspeter Eisendle
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Hanspeter, du hast einmal gesagt, dass die Berge für dich vor allem Widerstand verkörpern, nicht Genuss oder Ästhetik. Stimmst du dem heute noch zu?
Absolut. Meine Motivation am Berg ist es, diesen Widerstand zu brechen. Ich will mich am Berg reiben und wachsen. Natürlich hat man am Ende auch Genuss. Aber das ist für mich nur eine Folge dieses Widerstandskampfes. Alles ist besser, wenn man erschöpft ist oder wenn man gekämpft hat – der Blick ins Tal, die Gipfelbrotzeit, alles.
"Die besten Touren sind die, bei denen man hinterher ein anderer ist." Kannst du auch dem Zitat noch etwas abgewinnen?
Dem stimme ich auch noch zu, ja. Ich denke dabei an viele Abenteuertouren, in denen ich am Limit war. Zwar hatte ich vorher einen fixen Plan im Gepäck, aber plötzlich trat etwas Unerwartetes ein. Da musste ich erstmal schauen, wie ich aus der Situation wieder herauskam. Wenn die Rettung knapp wurde, war ich danach nicht mehr derselbe. Solche Erfahrungen haben mich schwächer gemacht.

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