Gleitschirm- und Gipfelerfolg am Nanga Parbat

David Göttler im Interview: "Die Ungewissheit ist Teil der Motivation"

Am 24. Juni 2025 erreichte der Höhenbergsteiger David Göttler nach mehreren Anläufen den Gipfel des Nanga Parbat (8126 m) über die Schell-Route. Dort gelang ihm gleich eine weitere Parade: Der Alpinist startete als erster Mensch mit dem Gleitschirm vom Berg. Ein Gespräch über inneren Erwartungsdruck, den Reiz des Ungewissen und den konstruktiven Umgang mit Frustration.

Lebenstraum erfüllt: Beim sechsten Anlauf konnte David sein Projekt am Nanga Parbat endlich realisieren.
© David Göttler

David Göttler im Interview über den Doppelerfolg am Nanga Parbat

David, wie ist es eurem Team beim Aufstieg ergangen? Worin bestand die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung an der Rupalwand ist sicherlich, dass es die höchste Wand der Erde ist. Das macht den Durchstieg an sich schon unglaublich lang. Wir hatten uns im Aufstieg ja für die Schell-Route entschieden, die auf knapp 7000 Metern wiederum auf die Diamir-Seite des Nanga Parbat wechselt. Dieser Übergang mit einer sehr langen Querung ist wahnsinnig komplex.

An dieser Stelle bin ich bei den vorherigen Versuchen im Sommer immer gescheitert. Bei diesem Anlauf hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter und auch den Verhältnissen. Dazu kam, dass es wir als Team super funktioniert haben und uns auf eine lange Zeit am Berg eingestellt hatten.

<p>Glückliche Gesichter am Gipfel: Was für ein Traumtag!</p>

Glückliche Gesichter am Gipfel: Was für ein Traumtag!

© David Göttler

Du hast den Gipfel gemeinsam mit Tiphaine Duperier und Boris Langenstein erreicht. Wie hattet ihr euch als Team zusammengefunden?

Ich habe die beiden letztes Jahr im Nanga-Basislager kennengelernt, als ich mit meinem Bergpartner und Freund Michael Arnold dort war. Michael musste damals vor mir abreisen, ich hatte aber noch Zeit am Berg. Da wir auf derselben Route unterwegs waren, haben mich die beiden quasi "adoptiert". Wir haben als Trio so gut funktioniert, dass wir nach unserem gescheiterten Versuch, bei dem wir auf ca. 7550 Metern umdrehen mussten, sofort gesagt haben: Nächstes Jahr probieren wir es nochmal in der Konstellation.

"Am Gipfel war ich vor allem erleichtert"

Ihr habt das Ziel erreicht, nach so vielen Jahren, in denen es für dich nicht geklappt hatte. Was ging dir am Gipfel als erstes durch den Kopf?

Das ganze Gespräch mit David lest ihr mit ALPIN+

Text von Lubika Brechtel

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