Neubau der Kampenwandbahn: Umweltschützer erreichen Etappensieg@(zwischenHeadlineTag)>
Die Genehmigung aus dem Jahr 2022 sei aufgehoben worden, teilte das Verwaltungsgericht München am Mittwoch in einer Pressemitteilung mit. Der Bescheid des Landratsamtes Rosenheim sei unbestimmt und damit rechtswidrig, heißt es in dem Urteil vom 16. November 2023. Gegen den Bescheid geklagt hatte der Bund Naturschutz.
Das Gericht monierte, in dem Bescheid sei nicht eindeutig erkennbar, wo konkret und in welchem Umfang Bäume gefällt werden müssten. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Bäume im Naturwald gefällt werden. Dies sei für den Bau einer neuen Sailbahn aber nicht erlaubt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können binnen eines Monats Berufung beim bayerischen Verwaltungsgerichtshof beantragen.
Betreiber: Maßvolle Erneuerung der Bahn@(zwischenHeadlineTag)>
Die Betreiber wollten die Bahn nach eigenen Angaben "maßvoll erneuern" und Gondeln und Stationen samt Technik an die heutigen Erwartungen anpassen - unter anderem sollten auch Rollstuhlfahrer die Bahn barrierefrei nutzen können. Eine Genehmigung dafür gebe es bereits seit 2017. Die Trassenführung sollte den Betreibern zufolge unverändert bleiben, allerdings müssten einzelne Bäume fallen, um ein Transportsystem für das Baumaterial zu errichten.
Anlass der Klage war ein Änderungsbescheid des Landratsamtes Rosenheim vom Juni 2022, der vom Gericht als Neuerteilung der Genehmigung gewertet wurde. So hatte es auch der Bund Naturschutz in Bayern (BN) gesehen, der zudem die geplanten Kapazitätserweiterungen und auch Nachtfahrten in dem ohnehin schon stark genutzten Gebiet kritisierte. Das könne die Population des vom Aussterben bedrohten Birkhuhns einbrechen lassen. Entsprechende Beweisanträge lehnte die Kammer jedoch ab. Hierauf sei es bei der Entscheidung nicht angekommen.

Größere Gondeln, mehr Kapazitäten, Barrierefreiheit - die Seilbahn auf die Kampenwand im Chiemgau soll erneuert werden. Einige Umweltschützer sehen die Pläne zur Erneuerung der Kampenwandbahn jedoch kritisch.
Bund Naturschutz feiert Urteil als Erfolg@(zwischenHeadlineTag)>
Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern feierte das Urteil am Mittwoch dennoch als Erfolg. "Dies ist ein wichtiger Erfolg für unsere sensible Bergwelt", so Landesverbandsgeschäftsführer Peter Rottner in einer Pressemitteilung. "Durch das Urteil ist kein Neubau und Ausbau der Kapazität an der Kampenwand möglich, da die Eingriffe in die Natur und Umwelt nicht abzusehen sind und damit die Genehmigung zu unbestimmt ist. "Dem Neubau würde "in jedem Fall» geschützter Wald zum Opfer fallen, sagte Rottner. "Aus unserer Sicht kann es also keine neue Genehmigung auf Grundlage von überarbeiteten Antragsunterlagen geben."
Sollte das Urteil rechtskräftig werden, wäre die Modernisierung der Kampenwandseilbahn eines von mehreren Tourismus-Projekten in den bayerischen Alpen, denen der Widerstand von Naturschützern zumindest vorerst einen Riegel vorschiebt.
Auch die Planer der "Grünten Bergwelt" im Allgäu mussten ihr Projekt Anfang des Jahres auf Eis legen. Naturschutzverbände hatten mit Klagen gegen den Neubau der Lifte und Infrastruktur am Berg gedroht. Schon 2018 war der Bau einer Skischaukel am Riedberger Horn nach Widerstand von Naturschützern auf Eis gelegt worden. Bayerns Ministerprüsident hatte sich zuvor für das Projekt stark gemacht, seine Unterstützung auf Drängen der Naturschützer aber zurückgezogen.

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