Eine stark unterkühlte und erschöpfte Person

Bergsteigergruppe in Not: Nächtlicher Rettungseinsatz am Dachstein

Ein nächtlicher Rettungseinsatz am Dachstein hat in der Nacht auf Montag (16. März 2026) mehrere Bergrettungsteams aus Oberösterreich und der Steiermark gefordert. Eine fünfköpfige Gruppe war im Bereich des Unterer Eissee nicht mehr weitergekommen, eine Person war stark unterkühlt und erschöpft.

Die Bergretter im Einsatz am Dachstein
© Bergrettung Hallstatt

Gemeinsamer Einsatz von Bergrettern aus Oberösterreich und der Steiermark

Der Notruf ging um 22:22 Uhr bei den Leitstellen in Oberösterreich und der Steiermark ein. Rasch nahmen die Bergrettungsdienste Hallstatt und Ramsau am Dachstein Kontakt miteinander auf und leiteten parallel erste Maßnahmen ein. Der Wirt der Simonyhütte, selbst Mitglied der Bergrettung, machte sich sofort mit Notfallausrüstung, Verpflegung und heißem Tee auf den Weg zur Gruppe. Gleichzeitig wurde der Notarzthubschrauber Christophorus 14 aus Niederöblarn alarmiert.

Der Flug musste jedoch wegen dichten Nebels rasch abgebrochen werden. Der Hüttenwirt erreichte die Gruppe kurze Zeit später. Eine Person war stark unterkühlt und völlig erschöpft. Nach einer ersten Versorgung begann er gemeinsam mit der Gruppe in sehr langsamem Tempo den Aufstieg zur Simonyhütte.

Groß angelegte Rettungsaktion für unterkühlte Bergsteiger

Währenddessen rückten mehrere Rettungsteams aus: Einsatzkräfte der Bergrettung Ramsau fuhren mit der Hunerkogelbahn hinauf und gelangten anschließend mit Skiern über den Gletscher zum Eissee. Eine zweite Mannschaft machte sich mit Skidoo und Rettungsschlitten über die Pistenraupe-Route auf den Weg. Von Hallstatt startete ein weiteres Team über das Wiesberghaus in Richtung Dachsteinplateau.

Gegen 01:02 Uhr erreichten die Bergretter aus Ramsau schließlich die Gruppe. Gemeinsam setzten sie den Weg zur Simonyhütte fort. Kurz darauf erreichten alle Beteiligten die Hütte, wo sich die unterkühlte Person bei einem warmen Getränk langsam erholen konnte. Die Einsatzkräfte machten sich anschließend noch in der Nacht wieder auf den Rückweg ins Tal.

Was bei Winterwanderungen derzeit besonders wichtig ist

Auch wenn im Tal bereits frühlingshafte Temperaturen herrschen, sind viele Wege in den Bergen noch winterlich geprägt. Besonders in schattigen Lagen befinden sich häufig harte Altschneefelder, die in den Nachtstunden gefrieren und am Morgen sehr rutschig sein können. Wer derzeit unterwegs ist, sollte daher Trittsicherheit, feste Bergschuhe und passende Steighilfen einplanen.

Ebenso wichtig sind ausreichende Zeitreserven, denn Schneereste oder vereiste Passagen können das Vorankommen deutlich verlangsamen. Wetterumschwünge, Nebel und rasch sinkende Temperaturen sind im Gebirge auch im Frühjahr möglich – warme Kleidung, Stirnlampe und ein geladenes Handy gehören deshalb weiterhin in den Rucksack. Zudem empfiehlt es sich, Touren bewusst an die aktuellen Bedingungen anzupassen und eher sonnige, niedrigere Ziele zu wählen, wenn in höheren Lagen noch winterliche Verhältnisse herrschen.

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