Spektakulär, aber gefährlich: Skitourengeher fahren am Ätna neben Lavaströmen ab@(zwischenHeadlineTag)>
Wer die Videos auf Instagram, Facebook oder YouTube gesehen hat, wird den eigenen Augen nicht getraut haben. Skifahren neben glühenden Feuermassen. Logisch, Deepfake ... oder? Tatsächlich haben sich in diesem Fall die Aufnahmen nicht als geschickte KI-Inszenierung erwiesen. Während der zuletzt in den Nachrichten stark präsenten Erdbeben im Mittelmeerraum kam es auch auf Sizilien zu mehreren Vulkanausbrüchen:
Am 8. Februar wurde die Umgebung rund um den Ätna (3403 m) von einer Eruption erschüttert, seither fließt Lava aus einem Riss am "Bocca Nova", wie der Krater genannt wird. Diese strömt auf der Westseite des Vulkans in Richtung Tal. Dörfer seien derzeit nicht bedroht, gibt die Region Entwarnung.
Das Skurrile: In den Tagen vor dem Ausbruch hatte es am höchsten Vulkan Europas geschneit. Die fast schon extraterrestrische Kulisse nutzten Skitourengeher für ihre Zwecke. Videos zeigen, wie die Sportler auf Tourenski die weißen Hänge rund um den Vulkan hinaufsteigen und diese anschließend neben den Lavaströmen wieder abfahren. So faszinierend dieser Kontrast auch ist, Experten raten von der Nachahmung ab.
Warnung vor Explosionen@(zwischenHeadlineTag)>
Unter anderem warnt ein Tourenveranstalter bei Facebook vor sogenannten hydromagmatischen Explosionen, zu denen es bei Kontakt zwischen Lavamasse und Schnee kommen könne. Die im Bewegtbild als Funken zu sehenden Lichtpunkte seien glühende Steine, die durch die entstandene Hitze teils meterweit durch die Luft geschleudert würden. Bei Kontakt mit Schnee könne es zur Explosion kommen.
"Es wird dringend empfohlen, dem Rat von Experten zu folgen, die in der Lage sind, solche Aspekte zu bewerten und eine Gruppe zu begleiten", schreiben die Verantwortlichen bei Facebook. Dennoch will man sich das Geschäft nicht entgehen lassen: Diverse Tourenportale organisieren bereits Exkursionen.
Betreten des Gefahrengebiets nur mit Guide empfohlen@(zwischenHeadlineTag)>
Gegenüber dem italienischen Portal ildolomiti.it schätzt Marco Tomasello, ausgebildeter Vulkanführer, die Aufnahmen ein. Auch er rät von Ausflügen auf eigene Faust ab, denn mitunter sei es sogar mit Guide verboten, die Gefahrenzone zu betreten. "Zunächst einmal muss man bedenken, dass es jetzt Winter ist und am Ätna zuletzt zwei Menschen gestorben sind", erklärte der Fachmann.
Erst vor etwa 14 Tagen waren ein 17 Jahre alter Schüler aus Catania und ein 60-jähriger Tourengeher aus Pavia am Ätna ums Leben gekommen. Eine besondere Gefahr seien Lavahöhlen, die den Vulkan durchziehen. Diese können derzeit von dünnen Eis- und Schneebrücken überdeckt sein, die Unerfahrene nur schlecht erkennen können. Deshalb empfiehlt der Guide den Besuch, wenn überhaupt, nur mit der Begleitung von Profis.

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