Land als Vorreiter

Neuseeland: Berg wird juristische Person

Der Vulkan Mount Taranaki auf der Nordinsel des Landes ist nicht nur ein Wahrzeichen der Region, sondern auch ein zentrales Element in der Mythologie und Identität der indigenen Maori. Der "Taranaki Maunga" besitzt nun als juristische Person eigene Rechte und wird von einem Gremium aus Maori-Vertretern und Regierungsmitgliedern verwaltet.

Mount Taranaki: Ein Berg als juristische Person
© picture alliance / Xinhua News Agency

Mount Taranaki: Ein Berg mit Persönlichkeit

Der Mount Taranaki (2518 m) spielt eine bedeutende Rolle für den neuseeländischen Tourismus. Er gilt als meistbestiegener Gipfel Neuseelands: Wanderer, Bergsteiger und Naturliebhaber schätzen die zahlreichen Routen, die durch den Egmont-Nationalpark führen, der den Vulkan umgibt. 

Die Anerkennung als Rechtsperson bedeutet, dass der Berg nicht mehr als Eigentum betrachtet wird, sondern als Wesen mit Rechten und Pflichten. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden Versöhnungsprozesses mit den indigenen Völkern Neuseelands, der bereits 2014 mit der rechtlichen Personalisierung eines Waldes begann.

Auch ein Fluss und weitere Landstriche zu Rechtspersonen erhoben

Ebenso wurden ein Fluss und ein weiteres Stück Land in den Status von Rechtspersonen erhoben. Ziel ist es, die spirituelle und kulturelle Bedeutung dieser Naturstätten zu schützen und ihre nachhaltige Bewirtschaftung zu gewährleisten.

<p>Mount Taranaki: Ein Berg als juristische Person</p>

Mount Taranaki: Ein Berg als juristische Person

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In Deutschland: Kaum denkbar

Ein solcher Schritt wäre in Deutschland oder Österreich kaum denkbar. Zwar existieren hier strenge Umweltgesetze und Schutzgebiete, doch die Rechtsordnung betrachtet Natur weiterhin als Sache und nicht als Rechtssubjekt. Der Gedanke, dass ein Fluss oder ein Berg klagen könnte oder eine eigene Vertretung besitzt, widerspricht den derzeitigen juristischen Grundsätzen. 

Während sich Neuseeland auf indigene Rechtstraditionen berufen kann, fehlt in Europa ein vergleichbarer kultureller und rechtlicher Kontext. Dennoch bleibt der Fall Taranaki Maunga ein wegweisendes Beispiel für innovative Umweltpolitik und einen respektvollen Umgang mit der Natur.

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