Eine Tour der Kategorie "Once in a lifetime"

Simon Gietl und Martin Sieberer gelingt Winterbegehung an der Sagwandspitze

Am 23.und 24. Februar 2025 kletterten die beiden Alpinisten Simon Gietl und Martin Sieberer die berüchtigte Route "Schiefer Riss" in der Nordostwand der Sagwandspitze (3227 m). Damit gelang den Extremkletterern die erst zweite Winterbegehung der Tour.

Simon Gietl und Martin Sieberer gelingt Winterbegehung an der Sagwandspitze
© Martin Sieberer/Simon Gietl

Projekt im Gedenken an Martin Feistl: Martin Sieberer berichtet

Martin Sieberer berichtet: "Die Tour wurde 1947 durch Mathias Rebitsch und Roland Berger erstbegangen. Einige Versuche, die Route zu wiederholen, scheiterten. Es dauerte knapp 30 Jahre bis zur ersten Wiederholung. Die erste Winterbegehung sicherten sich David Lama, Hansjörg Auer und Peter Ortner im März 2013. Bei -22 Grad beschrieben die drei das Abenteuer als eine ihrer härtesten Unternehmungen bisher.

Martin Feistl und Amelie Kühne versuchten die Tour im März 2022 mit Direkt- bzw. Orginaleinstieg, mussten jedoch am zweiten Tag abbrechen. Martin Feistl mobilisierte im letzten Jahr Simon und mich für einen weiteren Versuch. Leider konnte Martin den Erfolg nicht mehr erleben, deshalb haben Simon und ich uns zusammengeschlossen und in Andenken an Martin diese Tour als unseren Einstand gewählt. Mit den wertvollen Infos von Martin und Amelie konnten wir nun die Tour mit direktem Einstieg wiederholen."

<p>Steil und anspruchsvoll: Martin Sieberer im Vorstieg.</p>

Steil und anspruchsvoll: Martin Sieberer im Vorstieg.

© Simon Gietl/Martin Feistl

Für Gietl und Sieberer war es die erste gemeinsame Tour. "Jetzt standen wir zwei am Fuß der Mauer, Martin Sieberer und ich, mit der Vision unseres Freundes, der viel zu früh von uns gegangen ist", schreibt Simon Gietl auf Instagram. "Das Besondere daran war, dass wir vorher noch nie zusammen geklettert waren – danke Martin, dass du uns zusammen gebracht hast!"

Fazit der beiden Kletterer

"Es war, es ist und es bleibt ein großes Abenteuer diese grandiose Linie zu wiederholen!", schwärmt Südtiroler Simon Gietl. Seilpartner zeigt sich erleichtert über die überstandenen Strapazen: "Eine Tour der Kategorie 'Once in a lifetime'. Ein zweites Mal wäre ich nicht eingestiegen."

Über den "Schiefen Riss" am Sagzahn

Die markante Route links des Sagwandpfeilers gilt seit ihrer Erstbegehung als alpiner Klassiker: Über 20 Seillängen und 950 Klettermeter im Grad VI müssen im teils extrem brüchigen Gelände bewältigt werden. Sind die Bedingungen nicht ideal, ist das obere Drittel der Route stark stein- und eisschlaggefährdet.

Die Seilschaft Lama-Auer-Peter gab nach ihrer Winterbegehung die Schwierigkeit VI/M7/80° an. Die Route wurde offiziell erst wenige Male wiederholt, u. a. 1976 Rotpunkt von Heinz Mariacher, Peter Brandstätter und Hans Hölzl.

<p>Der Verlauf der Tour.</p>

Der Verlauf der Tour.

© Simon Gietl/Martin Sieberer

0 Kommentare

Kommentar schreiben