Einsatzvideo der Bergwacht Oberstdorf

Studentengruppe mit Hubschrauberhilfe am Entschenkopf gerettet

Fünf junge Männer hatten die noch winterlichen Verhältnisse unterschätzt und mussten gerettet werden.

Fünf Männer hatten die noch winterlichen Verhältnisse unterschätzt und mussten gerettet werden.
© Bergwacht Oberstdorf

Rettungsaktion am Entschenkopf

Trotz frühlingshafter Temperaturen am vergangenen Wochenende herrschen in den Alpen in höheren Lagen weiterhin winterliche Verhältnisse. Fünf ausländische Studenten hatten die Bedingungen offenbar unterschätzt, gerieten am Entschenkopf im Allgäu in Schwierigkeiten und mussten per Hubschrauber gerettet werden.

Die Bergwacht Oberstdorf berichtet, dass die Gruppe in der Steilpassage "am Gängele" blockiert war und kurz vor Einbruch der Dunkelheit am Samstag die Rettungskräfte alarmierte. Die jungen Männer wurden mit Hilfe des Rettungshubschraubers RK2 unverletzt ins Tal bei Oberstdorf zurückgeflogen.

"Die Gruppe hat alles richtig gemacht", betonte ein Sprecher. Sollten ihre Krankenkassen oder Versicherungen den Einsatz nicht abdecken, könnten auf die Studenten Kosten in einem potenziell fünfstelligen Bereich zukommen.

Der Entschenkopf in den Allgäuer Alpen

Der Entschenkopf ist ein 2043 Meter hoher Berg nahe Oberstdorf in den Allgäuer Alpen. Die Tour auf den Gipfel ist bei sommerlichen (trockenen, schneefreien) Bedingungen als mittelschwere bis schwere Bergwanderung einzustufen. Der konditionelle Anspruch ist mit Start aus dem Tal und etwa 1.200 Höhenmetern nicht zu unterschätzen, in Gipfelnähe sind zudem steile Geröllpassagen und eine kurze Kletterstelle zu meistern.

Warnung der Bergwacht: Winterliche Verhältnisse einberechnen!

Die Bergwacht weist ausdrücklich daraufhin, dass sich die meisten Tourenbeschreibungen und Zeitangaben im Internet und in Apps auf sommerliche Bedingungen beziehen und damit für die Tourenplanung bei den derzeitigen Bedingungen nicht bzw. nur bedingt geeignet sind. Auch als "leicht" geltende Touren können durch winterliche Bedingungen schwer und zu einer alpinen Herausforderung werden.

3 Kommentare

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Gustav

Wenn man vom Falkenjoch aufsteigt ist oft bis Juni Schnee in den Latschen und da ist es schon recht steil. Finde so was ohne geeignete Ausrüstung Ende März absolut daneben, die Gruppe hat nichts richtig gemacht in meinen Augen.

Lothar

Die Aussage "Die Gruppe hat alles richtig gemacht" soll wohl ein schlechter Scherz sein. Es wird doch aus dem Bericht deutlich, dass hier mehrere Fehler gemacht wurden. Andernfalls wäre es nicht möglich, dass man kurz vor Einbruch der Dunkelheit noch weit oben am Berg steckt und von den Tourenverhältnissen überfordert ist.

Klaus Hergesheimer

"Die Gruppe hat alles richtig gemacht", betonte ein Sprecher.

Offensichtlich eben doch nicht. Denn das Ergebnis spricht eindeutig dafür, dass man die Tour, die Bedingungen oder das eigene Können nicht richtig eingeschätzt hat.

Das wird bestätigt durch den Artikel selbst: "Fünf junge Männer hatten die noch winterlichen Verhältnisse unterschätzt und mussten (deshalb) gerettet werden."

Und wenn man keine Versicherung hat, die das abdeckt, bspw. über den Alpenverein, hat man noch etwas falsch gemacht.

Es geht nicht darum, den fünf Studenten nachträglich Vorwürfe zu machen. Aber man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass man sich mit Tourenplanung auskennen muss, bevor man auf den Berg geht. Und auf die Folgen, wenn das nicht der Fall ist...