Schneeverhältnisse massiv unterschätzt

Gatterl an der Zugspitze: Im Schnee blockierter Bergsteiger gerettet

Im Neuschnee und bei akuter Lawinengefahr musste ein Bergsteiger aus einer misslichen Lage gerettet werden. Am Gatterl unterhalb der Zugspitze kam er im tiefen Schnee nicht mehr weiter und musste per Polizeihubschrauber gerettet werden.

Rettungshelikopter im Einsatz
© Bergwacht Garmisch-Partenkirchen

Wanderer beim Zugspitz-Aufstieg im Neuschnee blockiert.

Wie die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen auf ihren Social Media Kanälen berichtet, mussten die Bergretter am vergangenen Sonntag gegen 13:00 Uhr zur Rettung einer blockierten Person ausrücken. Ein Bergsteiger wollte über das Gatterl auf die Zugspitze aufsteigen und wurde von der Schneelage in den höheren Lagen "überrascht."Warme nächtliche Temperaturen und eine hohe Nullgradgrenze sorgten zudem für spontane, nasse Lockerschneelawinen aus dem extremen Steilgelände der oberhalb gelegenen Gatterlköpfe. Die Verhältnisse vor Ort versetzten den erschöpften Bergsteiger zusätzlich in Panik und veranlassten ihn zum Notruf veranlasste.

Mit Hilfe der Polizeihubschrauberstaffel Bayern und zwei Luftrettern der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen konnte der Bergsteiger aus seiner misslichen Lage befreit werden.

In den vergangenen Wochen wurde die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen mehrmals zu erschöpften bzw. blockierten Personen auf dem Weg zum Zugspitzplatt alarmiert. So mussten zwei blockierte Bergsteiger aus dem verschneiten Stopselzieher-Klettersteig oberhalb der Wiener Neustädter Hütte gerettet werden. Ein Kanadier starb beim Zustieg ins tiefverschneite Höllental.

Dabei wurden die Schneeverhältnisse stets massiv unterschätzt und ein Aufstieg auf die Zugspitze mit meist völlig unzureichender Ausstattung versucht. Deshalb weist die Bergwacht in ihrem Post darauf hin, dass "eine Winterbegehung der Zugspitze ein grundlegend anderes Maß an alpiner Erfahrung, Kondition, Gefahrenbeurteilung und Ausstattung benötigt als im Sommer und nicht als Abenteuerausflug gesehen werden kann!"

Schnee in hohen Laden eine große Gefahr

"Auch wenn in den Tälern und stellenweise bis in größere Höhen schon kein Schnee mehr liegt, sind in hohen Lagen besonders um diese Jahreszeit große Mengen nasser, schwerer Schnee aufzufinden, die nicht nur konditionell extrem beanspruchen sondern auch einige schwer einzuschätzende Gefahren, wie Nassschneerutscher bis hin zu größeren Lawinen bergen," so die Bergwacht weiter.

Im Skigebiet an der Zugspitze läuft aktuell bei rund 120 cm Schneehöhe immer noch der Skibetrieb.

6 Kommentare

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Rüdiger

@Martin: die gleiche Frage stelle ich mir auch. Und ich habe noch keine Antwort gefunden.

HolyShit

Es wird endlich Zeit das solche Menschen die vollen Kosten des Einsatzes zu tragen haben. Erst wenn es finanziell schmerzlich wird ändert sich was. Die Bergwacht ist verdammt nochmal kein Taxi was viele, sehr viele heute so sehen und bewusst mit einplanen...

Mike

Unfassbar mal wieder, wo bleibt die Haftung?

Annette

In der Sauna werde ich auch immer von der Hitze "überrascht"... kann mich Frank nur anschließen!

Martin

Ich frage mich was machen die ganzen Leute in dieser Jahreszeit im Hochgebirge!?

Frank

Blockierung ist jetzt das neue Wort für: Ich mag nimmer selber runterlaufen. Kommt und holt mich.
Und die Verhältnisse an der Zugspitze können nun wirklich kein Geheimnis sein, wenn man schon den ganzen Tag ins Handy guckt.