Schlechter Wegezustand: Beliebter Aufstieg zur Zugspitze gesperrt
Die Zugspitze ist nicht nur Deutschlands höchster sondern auch der beliebteste und meistbesuchte Gipfel der Bayerischen Alpen. Zustiege gibt es von praktisch allen Seiten und in allen Schwierigkeitsgraden. Der beliebteste Weg führt über das Höllental, der einfachste über das Reintal, der schnellste vom Eibsee über die Wiener Neustädter Hütte und den Stopselzieher zum Gipfel.
Gerade der nordseitige Zustieg vom Eibsee zur Wiener Neustädter Hütte, genannt Bayernsteig, wurde in den letzten Jahren jedoch von den alpinen Vereinen vernachlässigt und nicht mehr gepflegt. Der Weg durch steiles und ausgesetztes Gelände verfällt zunehmend, Stahlseile wurden nicht mehr erneuert und hängen teilweise locker.
Behördliche Sperre seit November 2024
Nachdem im letzten August ein Bergsteiger beim Aufstieg zur Zugspitze unweit des Bayernsteigs tödlich verunglückte, wurden im November 2024 die Behörden tätig: Der Weg wurde offiziell gesperrt. An den Aufstiegen wurden entsprechende Beschilderungen vorgenommen, um Wanderer auf die Sperrung hinzuweisen. Bezüglich der weiteren Pflege schieben sich Gemeinde und die alpinen Vereine seitdem gegenseitig den "Schwarzen Peter" zu.
"Der Bayernsteig wurde vom Münchner Alpenverein gebaut und bis 1853 unterhalten", sagt Peter Spielmann von der Sektion Ehrwald des Österreichischen Alpenvereins. "Damit hatte der Verein das Wegerecht erworben", erklärt Theo Zoller von der Zugspitzarena Tirol. Eine Zeit lang hatte der Österreichische Touristenclub die Pflege übernommen, dem auch die Wiener Neustädter Hütte gehört.
"Der Münchner Alpenverein ist der Wegehalter und für den Erhalt zuständig", betont Michael Platzer, Geschäftsführer des Vereins mit Sitz in Wien. "Wer zuständig ist, dazu gibt es unterschiedliche Aussagen“, sagt hingegen eine Sprecherin des Münchner Alpenvereins.
"Ein Trauerspiel", kommentiert die Bergrettung das Thema gegenüber dem Merkur: "Wir haben Sperrschilder aufgestellt, aber die Leute gehen den Weg trotzdem, und das ist sehr gefährlich." Immerhin haben sich die beteiligten Parteien darauf geeinigt, einen runden Tisch zur Sanierung des Weges einzuberufen. Die Kosten für die Sanierung werden aktuell mit 40.000 Euro veranschlagt.

Alternativer Zustieg: Von Ehrwald über das Gamskar zur Wiener Neustädter Hütte
Ein alternativer Zugang zur Wiener Neustädter Hütte erfolgt über das Gamskar. Statt am Eibsee startet man hierfür an der Tiroler Zuspitzbahn in Ehrwald.

5 Kommentare
Kommentar schreibenJetzt mal ernsthaft, 40.000 € soll ich jetzt lachen. Das sollte für die Beteiligten Personen am runden Tisch wohl kein Problem sein. Was die Gemeinden rund um die Zugspitze einnehmen sollte gerade so reichen den Weg abzusichern. Und hört bitte zu weinen auf und bringt das in Ordnung ist ja lächerlich!
Endlich eine Möglichkeit die Zugspitze ohne Massentourismus zu erleben. Ich gehe immer gesperrte Wege. Dort sind die Berge erhaben, einsam und wild
Bin den Weg im September noch gegangen, da war auch schon alles lose und nicht gut gewartet, aber gangbar war er für mich schon, aber vll nicht mehr für den nicht so trittsicheren Wanderer, der nur markierte Wege gewohnt ist. Schade, dass die Unklarheiten solche Restaurationen verhindern :/ Etwas ähnliches ist mir schon beim Oberndorfer Weg aufgefallen (Austieg zur Ritzaualm am Zahmen Kaiser), wo anscheinend die Grenznähe eine Zuständigkeit uneindeutig macht. Ich freue mich, wenn der Münchener AV da proaktiv wird. Vll haben ja auch die Seilbahnen AG von Garmisch ein Interesse daran, dass Personen über diesen Weg auf die Zugspitze aufsteigen und mit der Gondel runter fahren.
@Roberto: Der Weg ist der klassische Zustieg vom Eibsee zur Wiener Neustädter Hütte und wurde trotz des Zustands viel begangen. Um den Weg zu sanieren müssen die Materialien aufwändig per Helikopter vor Ort gebracht werden. Es müssen neue Seile angebracht werden, der Weg muss teilweise aus dem Fels gebrochen werden. Oberhalb des Wegs müssen im abschüssigen Gelände weitere Sicherungsmaßnahmen vorgenommen werden. Das ist alles andere als "den Weg teeren".
40.000 für eine Weltsanierung? Wird da jetzt geteert? Das ist ja auf Dauer eh nicht zu bezahlen. Viele Wege wird's halt in Zukunft in der jetzigen Form nicht mehr geben. Man könnte der Sache auch positiv entgegenblicken...