K2, Broad Peak, Gasherbrum, Nanga Parbat und Trango Towers

Karakorum 2026: Die wichtigsten alpinistischen Projekte im Überblick

Von einer neuen Route am Nanga Parbat über Gipfelambitionen am K2 bis hin zu spektakulären Unternehmungen an Gasherbrum, Broad Peak und den Trango Towers: Die Expeditionssaison im Karakorum nimmt Fahrt auf.

Karakorum 2026: Die wichtigsten alpinistischen Projekte im Überblick
© Maud Vanpoulle/Thomas Petrecek

Nanga Parbat: Holecek und Petrecek bringen sich in Stellung

Während sich die Saison am Nanga Parbat langsam dem Ende nähert, beginnt im Karakorum die heiße Phase der Sommerexpeditionen. Zahlreiche Spitzenalpinisten bereiten derzeit anspruchsvolle Unternehmungen an den höchsten Bergen Pakistans vor. Über die ersten Entwicklungen berichtete zunächst das Bergsportportal ExplorersWeb.

Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit den beiden Tschechen Marek Holecek und Tomas Petrecek. Das Duo hat inzwischen sein Basislager am Fuß der gewaltigen Rupalwand des Nanga Parbat erreicht. Dort bereiten sich die beiden auf einen neuen Anlauf für eine Erstbegehung im Alpinstil vor. 

Bereits 2018 waren sie an der rund 4600 Meter hohen Wand bis auf etwa 300 Höhenmeter unter den Gipfel gelangt, mussten damals jedoch wegen extremer Winde umkehren. Die Akklimatisation hat bereits begonnen; bei einer Tour bis auf 4800 Meter beobachtete Petrecek allerdings bereits kleinere Lawinenabgänge oberhalb des Basislagers.

Währenddessen endete auf der Diamir-Seite des Nanga Parbat die kommerzielle Gipfelsaison nahezu erfolgreich. Unter den erfolgreichen Expeditionsteilnehmern befand sich auch die 67-jährige Liliya Ianovskaia. Mit ihrem elften Achttausender stellte sie als älteste Frau einen neuen Altersrekord am Nanga Parbat auf.

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Holecek (re.) und Petrecek (li.).

© Thomas Petrecek

K2: Reger Betrieb im Basecamp, Fixseile nahezu komplett

Auch am K2 herrscht inzwischen reger Betrieb. Die meisten Expeditionen haben ihre Basislager bezogen, während die Sherpas die Fixseile bereits bis Lager 2 verlegt haben. Regen, Neuschnee und starker Wind bremsen die Arbeiten derzeit jedoch aus. Nach aktuellem Stand rechnen die Teams erst Ende Juli oder Anfang August mit einem geeigneten Wetterfenster für Gipfelversuche.

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Gasherbrum II & Broad Peak: Wetterkapriolen verzögern Saison

Am Gasherbrum II läuft unterdessen die Akklimatisation. Der rumänische Höhenbergsteiger Horia Colibasanu erreichte ohne zusätzlichen Sauerstoff Lager 1 und plant gemeinsam mit seinem Team den weiteren Aufstieg bis etwa 7000 Meter. Auch eine spanische Expedition bereitet derzeit den Aufbau von Lager 2 vor. Das wechselhafte Wetter mit Regen- und Schneeschauern erschwert jedoch die Planungen.

Am Broad Peak musste die pakistanische Fixseilmannschaft ihren geplanten Gipfelvorstoß wegen starker Winde und Neuschnees verschieben. Gleichzeitig kündigte die Expedition an, eine direktere Route zwischen Lager 4 und dem sogenannten Rocky Summit erschließen zu wollen. Parallel beobachten weitere Expeditionen aufmerksam die Wetterentwicklung. Der ungarische Höhenbergsteiger David Klein und sein amerikanischer Seilpartner Ian Overton planen ihren Gipfelversuch ebenfalls ohne Flaschensauerstoff und hoffen auf ein stabiles Wetterfenster in den kommenden Tagen.

<p>Die drei Gipfel des Broad Peak: Nord- (ganz links), Mittel- (linkes Bilddrittel) und Hauptgipfel (Bildmitte).</p>

Die drei Gipfel des Broad Peak: Nord- (ganz links), Mittel- (linkes Bilddrittel) und Hauptgipfel (Bildmitte).

© Wikimedia.org/Svy123

Trango Tower: Erfolgreiche Begehung der legendären "Eternal Flame"

Erfolgreiche Nachrichten kommen dagegen von den Trango Towers. Die französische Bergführerin Maud Vanpoulle und ihr Partner Guillaume Lagier durchstiegen die legendäre Route Eternal Flame am Nameless Tower erfolgreich bis zum Gipfel.

Neben diesen Unternehmungen laufen im Karakorum weitere ambitionierte Projekte. Die Slowenen Ales Cesen und der Österreicher Lukas Woerle bereiten eine anspruchsvolle Überschreitung des Gasherbrum I im Alpinstil vor. Gleich zwei Teams wollen zudem neue Routen am Masherbrum eröffnen. Auch Thomas Huber ist laut Insider-Informationen erneut ins Choktoi-Gebiet mit den berühmten Latok-Gipfeln unterwegs, hält seine konkreten Ziele bislang jedoch geheim.

Text von Lubika Brechtel

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