Auszeichnung für Kletterer

Thomas Huber erhält Bayerischen Verdienstorden – und bedankt sich emotional

Große Ehre für den Berchtesgadener Kletterer und Bergsteiger: Nach der Auszeichnung mit dem Bayerischen Verdienstorden bedankt sich Thomas Huber mit einer emotionalen Botschaft.

Große Ehre für den Thomas Huber: Der Kletterer erhielt den Bayerischen Verdienstorden aus den Händen von Ministerpräsident Markus Söder.
© picture alliance / SZ Photo / Robert Haas

Thomas Huber ist mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Markus Söder verlieh die Ehrung am Freitag in der Münchner Residenz an insgesamt 68 Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den Freistaat Bayern verdient gemacht haben.

Neben Thomas Huber erhielten unter anderem Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn, die Kabarettisten Bruno Jonas und Willy Astor, Box-Weltmeisterin Tina Rupprecht sowie Biathletin Denise Herrmann-Wick die hohe Auszeichnung.

<p>Freudig bewegt: Thomas Huber bei der Verleihung des Bayerischen Verdienstordens in der Residenz in München.</p>

Freudig bewegt: Thomas Huber bei der Verleihung des Bayerischen Verdienstordens in der Residenz in München.

© picture alliance / SvenSimon

Thomas Huber: "Diese Auszeichnung gehört nicht nur mir"

Der 58-Jährige zeigte sich nach der Verleihung in einem Post auf Instagram tief bewegt: "Ich durfte den Bayerischen Verdienstorden entgegennehmen, eine Auszeichnung, die mich tief berührt und mit großer Dankbarkeit erfüllt." 

Für ihn stehe der Orden nicht nur für seine Erfolge in den Bergen, sondern auch für die vielen Menschen, die ihn auf seinem Weg begleitet hätten. "Die Berge haben mich gelehrt, dass wahre Stärke nicht nur auf dem Gipfel entsteht, sondern vor allem auf dem Weg dorthin: durch Vertrauen, Zusammenhalt und die Bereitschaft, füreinander da zu sein."

Dass dies für Thomas Huber keine leeren Worthülsen sind, zeigte sich erst im vergangenen Jahr als er gemeinsam mit dem US-Bergsteiger Tad McCrea von einer eigenen Expedition im Choktoi-Basislager inmitten der Latok-Gruppe in Pakistan zum Laila Peak eilte, um sich an einem Rettungseinsatz und der Suche nach der nach einem Steinschlag tödlich verunglückten Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier zu beteiligen. Die Aktion musste jedoch aufgrund der objektiven Gefahren abgebrochen werden, auch ein zweiter Versuch, Laura Dahlmeiers Leichnam zu bergen, scheiterte.

<p>Vereint in ihrer Leidenschaft für die Berge und das Klettern: Thomas Huber und Laura Dahlmeier.</p>

Vereint in ihrer Leidenschaft für die Berge und das Klettern: Thomas Huber und Laura Dahlmeier.

© IMAGO / VISTAPRESS

Thomas Huber wandte sich in seinem Insta-Post direkt an seine Community und betonte, dass er die Auszeichnung nicht nur als Auszeichnung für sich alleine begreife: "Dieser Orden gehört deshalb nicht nur mir. Er gehört auch all den Menschen, die mich auf meinem Weg begleitet, unterstützt und an mich geglaubt haben – und nicht zuletzt unserer Stonemonkey Community."

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Thomas Huber: Stationen eines aufregenden Lebens
Profialpinist und Sänger
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Jahrzehntelang einer der besten Alpinisten der Welt

Thomas Huber zählt seit vielen Jahren zu den bedeutendsten deutschen Alpinisten. Gemeinsam mit seinem Bruder Alexander sind die "Huberbuam" weltweit bekannt. Die Brüder prägten das moderne Alpinklettern mit spektakulären Erstbegehungen und Expeditionen in den Dolomiten, im Karakorum, Yosemite, Patagonien, der Antarktis und an zahlreichen weiteren Gebirgen.

Erstmalig 1994 sorgte Thomas Huber mit der Erstbegehung der legendären Route "End of Silence" am Feuerhörndl für internationales Aufsehen. Es folgten erfolgreiche Expeditionen an Bergen wie Ogre, Latok oder El Capitan sowie zahlreiche Vorträge und Bücher über das Bergsteigen. Für seine Leistungen erhielt er unter anderem den renommierten Paul-Preuss-Preis für sein bergsteigerisches Lebenswerk.

Bereits zweite Ehrung durch Markus Söder

Für Thomas Huber ist es nicht die erste Auszeichnung durch den bayerischen Ministerpräsidenten. Bereits 2023 erhielten die Huberbuam den Persönlichen Preis des Ministerpräsidenten beim Bayerischen Sportpreis.

Damals würdigte Markus Söder die Brüder als "echte Botschafter Bayerns in der Welt". Sie stünden für "Berge, starke Mentalität, Natur- und Heimatverbundenheit". Mit ihren Expeditionen und Erstbegehungen hätten sie Generationen von Bergsportlern inspiriert.

<p>Beim Sportpreis 2023: Alexander Huber, Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Thomas Huber (v. l.).</p>

Beim Sportpreis 2023: Alexander Huber, Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Thomas Huber (v. l.).

© Bayerische Staatsregierung

Der Bayerische Verdienstorden

Der Bayerische Verdienstorden wird seit 1957 als "Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk" verliehen. Die Zahl der lebenden Trägerinnen und Träger ist auf 2.000 begrenzt. Damit zählt der Orden zu den höchsten Auszeichnungen des Freistaats Bayern.

Text von Holger Rupprecht

3 Kommentare

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Paul

Verwundert mich auch etwas, aber wenn er sich mit einem Verein sozial und oder in Sachen Umwelt engagiert, sind wohl Kompromisse notwendig. Was das aussehen angeht hab ich keine Ahnung und auch keine Meinung. Zum Rasieren hat es nicht gereicht, ist mir jedoch auch egal.
Als so mittelalter Kletterer find ich die Jugend fast noch befremdlicher, da wird am Lagerfeuer kein Bier getrunken, sondern die Diät durchgesprochen und optimiert. Nur verrückte überall, außer ich...

Beppi

Es ist "'kulturelle Aneignung' und Anbiederung" wenn sich ein Mann, der tief im Berchtesgadener Land verwurzelt ist, entscheidet, zu einem offiziellen Anlass Tracht zu tragen?
Wessen Kultur eignet er sich denn da an, wem biedert er sich an?
Wir können getrost davon ausgehen, dass er nicht vorher noch schnell zum Angermeier laufen musste, um sich eine Lederhose anzuziehen.

Anton

Was ist bloß aus der Kletterszene geworden. Früher wurde mit ausgefallenen/schrägen Klamotten das Anderssein gelebt und gegen das Establishment aufgezeigt. Jetzt fast schon peinlich angepasst in bayrischer Tracht mit Gamsbart Thomas Huber neben dem "Meister des Vorpreschens", Markus Söder. Saubere Jeans, Hemd und offene Haare hätten für den Anlass vollauf genügt. Demnächst gibt es vielleicht ein Gaupreisklettern in Berchtesgaden mit dem Bayerischem Defiliermarsch bei der Eröffnung durch den Ministerpräsidenten. Nichts gegen Trachtenverein und Brauchtumpflege, aber das fällt unter "kulturelle Aneignung" und Anbiederung.