Gemeinsame Kampagne von DAV, ÖAV und AVS

Bettwanzen wandern mit: Diese Fehler sollten Hüttengäste vermeiden

Bettwanzen machen auch vor Berghütten nicht halt. Der Deutsche, Österreichische und Südtiroler Alpenverein starten deshalb eine gemeinsame Aufklärungskampagne. Dabei setzen sie auch auf die Mithilfe der Hüttengäste.

Bettwanzen wandern mit: Diese Fehler sollten Hüttengäste vermeiden
© Bedbug Foundation/DAV

Bettwanzen wandern mit: Neue Kampagne von DAV, ÖAV und AVS

Sie sind nur wenige Millimeter groß, verstecken sich tagsüber in Ritzen und reisen nachts unbemerkt im Gepäck weiter: Bettwanzen breiten sich weltweit wieder stärker aus. Betroffen sind Hotels und Jugendherbergen ebenso wie Züge, Privathaushalte und alpine Schutzhütten. Mit mangelnder Sauberkeit hat ein Befall nichts zu tun.

Der Deutsche Alpenverein (DAV), der Österreichische Alpenverein (ÖAV) und der Alpenverein Südtirol (AVS) wollen das oft mit Scham verbundene Thema deshalb aus der Tabuzone holen. Unter dem Motto "Gemeinsam gegen Bettwanzen" starten die drei Verbände eine gemeinsame Informationsoffensive. Flyer, Plakate, Hinweise im Buchungssystem und Schulungen für Hüttenteams sollen helfen, einen Befall früher zu erkennen und eine weitere Verbreitung zu verhindern.

<p>Der neue Flyer zur Information von Hüttengästen</p>

Der neue Flyer zur Information von Hüttengästen

© Deutscher Alpenverein

Bettwanzen reisen im Rucksack

Bettwanzen gelangen vor allem über Rucksäcke, Schlafsäcke, Kleidung und andere Ausrüstungsgegenstände von einer Unterkunft zur nächsten. Berghütten bieten den Tieren mit ihren Holzverkleidungen, verwinkelten Räumen und zahlreichen Ritzen besonders viele Rückzugsmöglichkeiten. Nach Angaben des DAV sind jährlich rund fünf Prozent seiner Hütten von Bettwanzen betroffen. Beim Österreichischen Alpenverein gingen im vergangenen Jahr fünf Verdachtsmeldungen bei insgesamt 223 Hütten ein.

 Ein Befall kann grundsätzlich jedoch jede Unterkunft treffen – unabhängig von deren Ausstattung oder Hygienestandard. Bettwanzen übertragen nach derzeitigen Erkenntnissen keine Krankheiten. Ihre Stiche können allerdings starken Juckreiz, rote Quaddeln oder in einzelnen Fällen Blasen verursachen. Charakteristisch sind häufig mehrere Stiche, die nebeneinander oder in einer Reihe liegen.

<p>Bettwanze auf Stoff</p>

Bettwanze auf Stoff

© Bedbug Foundation
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Das können Hüttengäste tun: Die wichtigsten Tipps für euren nächsten Aufenthalt

Die Alpenvereine bitten Wandernde und Bergsteigende, die jeweiligen Vorgaben der Unterkunft bereits vor der Anreise zu prüfen. Manche Hütten erlauben beispielsweise keine eigenen Hüttenschlafsäcke, fordern das Erhitzen des Hüttenschlafsacks in der Mikrowelle oder schreiben spezielle Schutzbeutel für das Gepäck vor.

Vor Ort die Vorgaben der Hütte zur Prävention beachten:

  • Fest verschließbare Beutel zur Aufbewahrung des Rucksacks innerhalb der Hütte selbst mitnehmen. Gerade getragene Wäsche in fest verschlossenen Beuteln (z. B. Drybags) aufbewahren, um Wanzen nicht durch den Körpergeruch anzulocken.

  • Rucksack immer gut verschließen und in größtmöglicher Entfernung zum Schlafplatz aufbewahren.

  • Sichtungen von Bettwanzen, Häutungsresten, Kotspuren (kleine schwarze Punkte), winzigen Blutflecken auf Bettwäsche oder Schlafsäcken (durch das Zerdrücken der Tiere) sowie Bisse am eigenen Körper (meist mehrere nebeneinander) sollten dem Hüttenpersonal gemeldet werden.

  • Gepäck vor und nach der Tour auf Befall kontrollieren, idealerweise durch Ausschütten in Badewanne oder Dusche.

  • Kleidung bei mindestens 40 °C waschen oder alternativ drei Tage bei -18 °C einfrieren.

Eine wichtige Rolle spielen sogenannte Bug Bags. In diesen luftdicht verschließbaren Säcken kann der gesamte Rucksack während des Hüttenaufenthalts verstaut werden. Alternativ eignen sich auch ausreichend große Drybags, Vakuumbeutel oder stabile, gut verschließbare Kunststoffsäcke. Auf einigen Hütten ist die Verwendung solcher Schutzbeutel bereits vorgeschrieben.

<p>Bug Bag: Schutz für deinen Rucksack und die Berghütte</p>

Bug Bag: Schutz für deinen Rucksack und die Berghütte

© DAV

Verdachtsfälle sofort melden

Hinweise auf Bettwanzen sind neben sichtbaren Tieren vor allem schwarze Kotpunkte, Häutungsreste oder kleine Blutflecken auf Bettwäsche und Schlafsäcken. Wer solche Spuren entdeckt oder verdächtige Stiche feststellt, sollte sich umgehend an das Hüttenteam wenden.

Je früher ein Befall erkannt wird, desto gezielter lässt er sich bekämpfen. Bei einem bestätigten Verdacht kommen professionelle Schädlingsbekämpfer zum Einsatz. Teilweise helfen auch speziell ausgebildete Bettwanzenspürhunde bei der Suche nach den gut versteckten Insekten. Anschließend wird die Hütte über mehrere Wochen kontrolliert.

Die Alpenvereine appellieren zugleich daran, betroffene Hütten nicht öffentlich an den Pranger zu stellen. Ein Befall sei kein Zeichen schlechter Führung oder mangelnder Hygiene. Entscheidend seien vielmehr ein offener Umgang, schnelle Meldungen und die gemeinsame Vorsorge durch Hüttenwirtsleute und Gäste.

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