Wichtige Tipps für Wanderer

Ungebetene Gäste: Bettwanzen auf Hütten nehmen zu

Sie sind klein, nachtaktiv und hartnäckig: Bettwanzen breiten sich weltweit wieder aus – auch auf Berghütten. Der Deutsche Alpenverein registriert jährlich bis zu 20 betroffene Hütten und warnt vor zunehmender Verbreitung durch Wanderer.

In den Zimmern breiten sich die Wanzen besonders gerne aus.
© IMAGO / imagebroker

Sie verstecken sich in Ritzen und Matratzen und kommen meist erst in der Nacht heraus: Bettwanzen. Sie galten lange vielerorts als nahezu ausgerottet – aber seit einigen Jahren sind sie weltweit wieder auf dem Vormarsch. Vor allem da, wo Betten von wechselnden Gästen benutzt werden wie in Hotels, Jugendherbergen oder Hütten, breiten sie sich aus. Denn die Wanze wandert mit dem Gast mit – in das nächste Quartier.

Das Thema treibt alljährlich die Wirte und Wirtinnen auf Alpenvereinshütten um. Laut Deutschem Alpenverein (DAV) sind jährlich etwa 15 bis 20 der DAV-Hütten von Bettwanzen betroffen. Die Tendenz sei steigend, ähnlich wie bei Unterkünften im Tal, erläuterte der Bergsportverein, dessen Sektionen rund 325 Hütten mit etwa 20.000 Übernachtungsmöglichkeiten betreiben.

Diese Maßnahmen sollten Hüttengäste beachten

Der DAV mahnt nun die Gäste: Mit einfachen Maßnahmen könnten sie helfen, eine Verbreitung zu vermeiden. Dazu zählten eine gründliche Gepäckkontrolle vor und nach der Tour sowie verschließbare Beutel für Rucksack und Gepäck. In manchen Hütten darf wegen der Wanzengefahr der Rucksack nicht mit in die Schlafräume genommen werden.

Manche Wirte schwören auf Klebefallen, damit die Tiere hängen bleiben, wenn sie aus ihrem Versteck kriechen. Andere lassen Wanzenspürhunde durch die Schlafräume schnüffeln. Hüttenschlafsack und Kleidung sollten regelmäßig bei mindestens 40 oder besser 60 Grad im längsten Waschprogramm mit viel Waschmittel gewaschen werden, rät der Alpenverein.

Bei nicht waschbaren Gegenständen hilft eine dreitägige Tiefkühlkur bei minus 18 Grad oder eine Hitzebehandlung im Backofen bei mindestens 55 Grad. Doch all das ist auf einer Wanderung nicht möglich. Dabei liegt Bergsport im Trend, Mehrtagestouren von Hütte zu Hütte sind immer beliebter. 

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900.000 Hütten-Übernachtungen im Jahr 2024

Die Gästezahlen auf den Hütten steigen seit Jahren – mehr als 900.000 Übernachtungen waren es im Jahr 2024. Ein Problem ist der Hüttenschlafsack, in dem sich die Tiere gern einnisten – und Kleidung, die auf Hütten kaum gewaschen werden kann. So werden die Blutsauger von Hütte zu Hütte getragen.

Die Tiere werden etwa so groß wie Marienkäfer. Ihr ovaler Körper ist braun. Bettwanzen saugen Blut und ernähren sich davon. Meist juckt danach die Haut. Gefährlich sind sie nicht. Bislang ist nicht bekannt, dass sie Krankheiten auf Menschen übertragen.

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