Österreichische Extremkletterin wird am 20. September in Altaussee geehrt

Ehre, wem Ehre gebührt: Babsi Zangerl ist Paul-Preuss-Preisträgerin 2025

Verdiente Ehrung für Babsi Zangerl: Die Internationale Paul-Preuss-Gesellschaft (IPPG) verleiht im Jahr 2025 zum zweiten Mal nach Catherine Destivelle (2021) einer Frau den Paul-Preuss-Preis. Die 1988 in Bludenz (Vorarlberg) geborene und in Tirol aufgewachsene Barbara "Babsi" Zangerl hat mit ihren extremen Klettertouren die Jury der IPPG beeindruckt, so dass diese sich unter mehreren Konkurrenten durchsetzen konnte. Der Preis, benannt nach dem "Vater des Freikletterns" Paul Preuss, wird ihr am 20. September 2025 in Altaussee im Beisein von berühmten Bergsteigern überreicht.

Im Herbst 2024 sorgte Babsi Zangerl für weltweites Aufsehen, als sie eine erfolgreiche Flash-Begehung der 32 Seillängen langen Route "Freerider" am El Capitan schaffte – als erster Mensch überhaupt, der eine  Route an dieser weltberühmten Wand beim allerersten Versuch und ohne einen einzigen Sturz kletterte.
© Dave Yarwood

Ehre, wem Ehre gebührt: Babsi Zangerl ist Paul-Preuss-Preisträgerin 2025

Schon mit 13 Jahren hatte Babsi mit dem Klettern begonnen, als ihr Bruder sie in eine Kletterhalle mitnahm. Das war die Initialzündung zu ihrer Karriere, die mit 19 Jahren bereits den ersten Höhepunkt hatte, als ihr ein Boulder im Schwierigkeitsgrad 8b gelang. Nach diesem Erfolg wurde sie plötzlich ein aufstrebender Star in der Profiboulderszene. Zwischenzeitlich "gebremst" wurde sie von einem Bandscheibenvorfall. Während ihrer Genesung studierte sie Radiologie. In diesem Beruf arbeitet sie noch heute in Teilzeit – denn Hauptberuf und Berufung ist das Sportklettern.

<p>Babsi Zangerl im Porträt.</p>

Babsi Zangerl im Porträt.

© Dave Yarwood

In dieser Zeit erkundete sie andere alpine disziplinen, wobei sie sich besonders zum abenteuerlichen Charakter des Trad- und Alpinkletterns hingezogen fühlte. Dabei meisterte sie einige der schwierigsten Routen weltweit, so insgesamt acht freie Begehungen am El Capitan und die schwerste Route an der Eiger-Nordwand in Rekordzeit sowie mehrere Routen im Grad 9a.

Die Auszeichnung "Adventurer of the Year" 2019 vergeben von National Geographic war für sie kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Im Gegenteil: Drei Jahre später gelang ihr als erster Frau die freie Begehung der legendären Big-Wall-Route "Eternal Flame" am Trango Tower in Pakistan, die sie zusammen mit ihrem Partner Jacopo Larcher ohne einen einzigen Sturz kletterte. Das hatte es bis dahin im Big-Wall-Klettern auf so hohem Niveau noch nicht gegeben.

Mit ihren Erfolgen hat Babsi Zangerl die Grenzen des Frauensports verschoben

Mit diesen spektakulären Erfolgen hat Babsi Zangerl die Grenzen des Frauensports verschoben. Sie wiederholte zudem selten begangene Trad-Routen im Yosemite wie "Meltdown" und "Magic Line". Außerdem kletterte sie einige der anspruchsvollsten Mehrseillängenrouten der Alpen wie "The Gift" und "Seventh Direction". Weltweit für Aufsehen sorgte Zangerl mit der erfolgreichen Flash-Begehung der 32 Seillängen betragenden Route "Freerider" am Capitan – als erster Mensch überhaupt beim allerersten Versuch und ohne einen einzigen Sturz.

So gilt Barbara Zangerl heute als die beste Allround-Kletterin der Welt. Grund genug für die Jury der IPPG, ihr am 20. September in Altaussee diesen Preis zu verleihen. Paul Preuss war seinerzeit der beste Freikletterer, der klettertechnische Hilfsmittel kategorisch ablehnte und solche lediglich zur Sicherung akzeptierte. 

"Das Können ist des Dürfens Maß" war die Maxime Preuss', der mit vielen Diskussionen und Vorträgen seine Ethik des Kletterns vertrat; umso tragischer, dass er mit 27 Jahren am Mandlkogel im Gosaukamm Anfang Oktober 1913 abstürzte. Seine Leiche wurde erst Tage später gefunden, die Umstände seines Todes wurden nie ganz geklärt.

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