Hochjoch-Klettersteig in Vorarlberg

Ohne Erfahrung am Klettersteig: Rettung kommt per Heli

Am Donnerstag, den 17. Juli 2025, kam es am beliebten Hochjoch-Klettersteig im Montafon zu einem Einsatz der Bergrettung: Eine 48-jährige Frau und ihre 13-jährige Tochter mussten von der Crew des Polizeihubschraubers „Libelle“ per Tau gerettet werden – unverletzt, aber völlig erschöpft.

Rettungshelikopter im Einsatz (Symbolbild)
© IMAGO / Uwe Kraft

Nach einfachem Zustieg am Hochjoch-Klettersteig blockiert

Was als ambitionierte Tour begann, entwickelte sich für das unerfahrene Duo zur ernsten Bergnotlage. Die beiden stiegen am frühen Vormittag mit der Hochjoch- und Sennigratbahn bis auf rund 2.180 Meter auf und machten sich auf den Weg zum Einstieg des Hochjoch-Klettersteigs auf 2.190 m. Trotz fehlender Kletter- und Klettersteigerfahrung wagten sie sich in die Tour, deren durchschnittliche Gehzeit bei rund fünf Stunden liegt.

Bereits die leichten Passagen der Kategorien A und B forderten Mutter und Tochter sichtbar – dennoch kämpften sie sich mühsam rund 100 Höhenmeter empor. Gegen 13:50 Uhr, an einer Stelle im Schwierigkeitsgrad C, war schließlich Schluss: physisch und mental am Ende, setzten sie einen Notruf ab.

Die alarmierte Crew des Polizeihubschraubers konnte die beiden mittels Tau bergen und sicher ins Tal bringen. Dort traten sie – offenbar erleichtert – den Rückweg per Bahn nach Schruns an.

Der Hochjoch-Klettersteig

Der Hochjoch-Klettersteig liegt oberhalb von Schruns in Vorarlberg und startet in unmittelbarer Nähe der Bergstation Sennigrat auf etwa 2.190 Metern Seehöhe. Die Route verläuft entlang des markanten Grates unterhalb des Kreuzjochs und bietet atemberaubende Ausblicke ins Montafon sowie auf die umliegende Hochgebirgslandschaft. 

Mit einer Gesamtlänge von rund 1700 Metern und einer reinen Kletterzeit von etwa 4 bis 5 Stunden zählt der Steig zu den längeren Klettersteigen der Region. Die Schwierigkeiten bewegen sich überwiegend im Bereich B bis C. Für die Begehung des Steigs sind eine solide Klettersteigerfahrung, gute Ausdauer und sichere Technik unverzichtbar. Der Steig ist trotz seiner bequemen Erreichbarkeit per Seilbahn.nichts für Einsteiger.

Klettersteige: Erheblich höhere Anforderungen als bei Wanderwegen

Wanderwege und Klettersteigen unterscheiden sich im technischen Anspruch und der notwendigen Ausrüstung: Während Wanderwege in der Regel ohne besondere Sicherungen begehbar sind und lediglich gutes Schuhwerk sowie Trittsicherheit erfordern, führen Klettersteige durch felsiges, oft steiles Gelände und sind mit Drahtseilen, Eisenstiften und Trittbügeln gesichert. 

Das Begehen eines Klettersteigs setzt zwingend spezielle Ausrüstung wie Helm, Klettergurt und Klettersteigset sowie grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Sicherungstechniken voraus. Zudem verlangen Klettersteige – abhängig von der Schwierigkeit – eine gute Kondition, Schwindelfreiheit und Kletterfertigkeiten.

Text von Thomas Harrer

5 Kommentare

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Matthias K.

@ Gast: nach Planung der Tour wären beide mehrfach darauf aufmerksam gemacht worden, dass diese Tour nicht für Einsteiger geeignet ist.
Aber das ist der heutige Lifestyle… keine Planung, einfach machen, irgendjemand wird schon kommen.
Ich gehe regelmäßig bouldern, klettern und bin fit im Ausdauersport und Höhenmeter. Ich würde mir trotzdem genau überlegen, ob ich diesen Klettersteig gehen würde, da ich ansonsten nie Klettersteige mache, nur weil es größtenteils A/B hat, heißt es doch nicht, dass es für den ungeübten einfach ist…

Gast

Ohne Erfahrung am Klettersteig. Was heißt das schon? Jeder, der zum ersten Mal einen Klettersteig geht, hat keine Erfahrung. Jeder fängt mal an. Und mit der Wahl des Hochjoch Klettersteigs haben die beiden auch nicht so falsch gelegen. Ok, der Steig ist sehr lang, dafür die Schwierigkeiten moderat. Anzulasten ist höchstens, daß die beiden nicht sofort umgekehrt sind, als es "schwerer" wurde. Bei A/B sollte das auch für Anfänger gut möglich sein. Hauptsache gesund wieder unten angelangt.

Walter J. Kovacs

Leute, die sich für etwas Besseres halten und sich natürlich nicht zum Massentourismus dazuzählen, fordern selbstgerecht in Stammtischmanier die Sanktionierung anderer. Weil sie ja selbst fehlerfrei sind und die Situation immer richtig einschätzen. Ebenso selbstgerecht wird dann an anderer Stelle wieder der Begriff "Solidarität" strapaziert. Kognitive Dissonanzen sind nämlich der Fehlannahme einer moralischen Überlegenheit immanent.

Olli.S

Ohne Worte. Einfach nur fahrlässig gegenüber einem 13 jährigen Kind. Nach so einem Erlebnis wird die Tochter vermutlich lange Zeit keine Lust mehr auf Bergferien verspüren.

Ich

Bitte zur Kasse beten und das auch öffentlich in den Medien zeigen. 5000 Euro dann ist Schluss mit dem Massentourismus und der Selfie Generation