Drei tödliche Unfälle pro Tag

Erschreckende Statistik in Italien: 83 Bergtote in einem Monat

Innerhalb von vier Wochen sind in den italienischen Bergen mindestens 83 Menschen gestorben. Fünf Personen werden vermisst. Das bedeutet durchschnittlich fast drei tödliche Bergunfälle pro Tag.

Italien: 83 Bergtote in einem Monat
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Italien: 83 Bergtote in einem Monat

Wie die dpa in einem Bericht mitteilt, sind in Italiens Bergen zwischen dem 21. Juni und dem 23. Juli 2025 mindestens 83 Menschen ums Leben gekommen. Fünf weitere Personen gelten als vermisst. Das sind im Durchschnitt fast drei Todesfälle pro Tag, worüber sich Maurizio Dellantonio, Leiter des nationalen Berg- und Höhlenrettungsdienstes, gegenüber der Tageszeitung "Corriere della Sera" entsetzt zeigte.

Laut Zahlen der Bergrettung verzeichne man in der Statistik bereits 20 Prozent mehr Einsätze als in den Vorjahren. Die meisten der tödlichen Unfälle seien beim Wandern passiert, darauf folgen Bergsteigen, Mountainbiken, Fallschirmspringen und Kreislaufprobleme. Wie auch in den vergangenen Tagen zahlreiche Posts belegen (u. a. von Touristen-Schlangen an der Seceda), sind die betroffenen Regionen wie Südtirol, das Trentino, das Aostatal und Venetien derzeit äußerst gut besucht.

Dellantonio sprach gegenüber der Zeitung von überfüllten Wegen und unzureichend ausgerüsteten Urlaubern. Viele lassen sich, so der Rettungsexperte, zu "viel zu schwierigen Touren verleiten – ohne sich über Wetter oder Gelände zu informieren." Erschwerend komme für die Einsatzkräfte hinzu, dass sich etwa jede zweite gerettete Person weigere, den Einsatz zu bezahlen.

Tödlicher Bergunfall im Fassatal

Noch nicht in der Statistik berücksichtigt ist ein weiterer Unfall in den Dolomiten vom vergangenen Wochenende. Ein 64 Jahre alter Urlauber aus Deutschland war allein auf dem "Viel del Pan" in Richtung Fedaia-Pass unterwegs, als er auf knapp 2300 Metern den Halt verlor und tödlich abstürzte. Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass der Mann auf dem durch anhaltende Regenfälle rutschigen Steig ausgerutscht war.

Trotz der widrigen Wetterbedingungen konnten die Rettungskräfte zum Einsatzort geflogen werden. Der zum Verunglückten abgelassene Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen. Aufgrund des anhaltenden Sturms konnte der Verstorbene erst nach mehreren Stunden geborgen werden.

Text von Lubika Brechtel