Eine Person erlitt Panikattacke

Tourenplanung mit ChatGPT: Wanderer in unwegsamen Gelände blockiert

Zwei Wanderer ließen sich ihre Route auf das Schmalhorn (1953 m) in den Allgäuer Alpen von der Künstlichen Intelligenz ChatGPT planen. Dabei gerieten sie in Bergnot und mussten gerettet werden, eine der beiden Personen erlitt eine Panikattacke.

Das Schmalhorn, davor die Almhütte auf der Egge.
© Whgler/commons.wikimedia.org

Tourenplanung mit ChatGPT: Wanderer in unwegsamen Gelände blockiert

Die KI hatte den Wanderern eine Route zum Gipfel erstellt, die es so eigentlich gar nicht gibt. Statt des üblichen Starts in Einödsbach wählte ChatGPT eine Route mit Beginn in der Spielmannsau östlich des Berges. "Da gibt es eigentlich keinen Weg. Nur einen alten Jägersteig, der über mehrere Gräben führt", gab David Lacher von der Bergwacht Oberstdorf der Allgäuer Zeitung Auskunft.

In dem unwegsamen Gelände verlor das Duo vollständig die Orientierung und setzte etwa 100 Meter unterhalb des Gipfels den Notruf ab. Einsatzkräfte der Bergwacht Oberstdorf stiegen zu den Wanderern auf, einer der beiden hatte aufgrund des Stresses zwischenzeitlich eine Panikattacke erlitten. Den Rettern gelang es, die beiden unverletzten Personen per Hubschrauber sicher zurück ins Tal zu bringen.

Bergwacht Oberstdorf: "In den Bergen hat das nichts verloren"

Die Bergwacht Oberstdorf bezeichnete den Einsatz als gefährlichen Präzedenzfall und rät dringend vom Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Tourenplanung ab: "In den Bergen hat das nichts verloren", äußerte sich Lacher kurz und bündig. Insbesondere in Gebieten, in denen man sich selbst nicht gut auskenne, sei dringend von konkreten Routenvorschlägen abzuraten. Deutlich sicherer sei es, handelsübliche Wanderkarten und -Apps für Tourentipps heranzuziehen.

Digitale Tourenplanung: So macht ihr's richtig!

Für gelungene Bergtouren ist eine gute Vorbereitung das A und O. Moderne Tourenplanung heißt auch digitale Tourenplanung: Im Internet gibt es eine unglaubliche Fülle an Tourenbeschreibungen für jeden Geschmack und jedes Können – alles sofort verfügbar. Informationen über die aktuellen Verhältnisse und das Wetter gibt es in Echtzeit. Doch wie verlässlich sind diese Informationen? Und wie findet man sich hier zurecht? Hier gibt der DAV gibt wichtige Tipps.

Die wichtigsten digitalen Tools für eure Tourenplanung haben wir hier für euch zusammengetragen:

Text von Lubika Brechtel

2 Kommentare

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Julian

Es ist zwar interessant, dass es jemand mit ChatGPT probiert hat, allerdings zeigt das Ergebnis dann auch das klare Problem mit ChatGPT als "Tourenplaner" auf:

Jegliche KI basiert auf Wahrscheinlichkeitsmodellen, dass heißt sie gibt in den Antworten die "wahrscheinlichste" Kombination aus. Bei vielen Aufgaben, die man der KI gibt, funktioniert das "gut" und gibt hilfreiche Ergebnisse aus.

Was man aber bei der "Tourenplanung" im Gegensatz dazu braucht sind definitive und gesicherte Informationen. Von daher taugen da nur redaktionell gepflegte Tourenplanungs websites oder Apps. Eben Informationen, die Menschen selbst geschrieben und/oder geprüft haben.

Einer KI würde ich in Bezug auf "Berge" allenfalls grundsätzliche Fragen stellen wie z.B. "was ist der höchste Berg Tirols?" oder ähnlich trivial. Aber "Tourenplanung" ist mit KI im Prinzip lebensgefährlich wie man an der Bergnot Situation der News oben sieht.

Tanja

Ich habe spaßeshalber ChatGPT mal nach Touren in unserer bevorzugten Urlaubsregion befragt, weil ich wissen wollte, ob es das überhaupt kann.

Bedingung: ich habe leichte Höhenangst, somit entweder gut begehbare Wanderwege oder Seilversicherung an exponierten Stellen. Klettern nur bis Klettersteige B/C. Keinesfalls D.
Was empfiehlt es mir? Genau die beiden Gipfel, die ich niemals besteigen würde, weil man dafür absolut schwindelfrei sein und richtig am Seil klettern können muss.

Da ich mich dort durch viele Urlaube gut auskenne, war mir sofort klar, das ChatGPT für unerfahrene Personen lebensgefährlich werden kann.