Colin Haley gelingt erstes Winter-Solo am Cerro Torre@(zwischenHeadlineTag)>
Für Haley war es bereits die zehnte Besteigung des Cerro Torre, darunter einige der bedeutendsten Unternehmungen seiner Karriere – etwa die Route Tiempos Perdidos mit Kelly Cordes, die Torres-Traverse mit Rolando Garibotti oder die 24-Stunden-Durchsteigung derselben Traverse mit Alex Honnold. Dennoch bezeichnete er die Winter-Solo-Begehung nun als "vielleicht die besonderste“. Einen ausführlichen Bericht zur Tour hat er auf seinem Blog veröffentlicht.
Die Unternehmung verlangte laut Haleys Post ein breites Repertoire: von Eis- und Mixedklettern über Big-Wall-Techniken bis zu Ski- und Ausdauerfähigkeiten. Haley betonte, dass sowohl seine Jahre am Denali wie auch im Eis der kanadischen Rockies oder an den Wänden Yosemites entscheidende Faktoren bei der Vorbereitung waren.
Mit seiner Besteigung vollendete er, was Markus Pucher 2016 nur knapp verpasst hatte – der Österreicher war damals eine Seillänge unterhalb des Gipfels umgekehrt.
Cerro Torre. Umstrittener Gipfel in Patagonien@(zwischenHeadlineTag)>
Der Cerro Torre galt lange als einer der am schwersten zugänglichen Gipfel der Welt. Nach umstrittenen und teils widerlegten Erstbesteigungsansprüchen in den 1950er-Jahren gelang 1974 einer Seilschaft der italienischen "Ragni di Lecco“ erstmals eine unstrittige Begehung über die Westwand.
Ihre Linie, die seither als Ragni- oder Ferrari-Route bekannt ist, führt durch eine über 800 Meter lange Eisrinne und weiter über bizarre, vom patagonischen Sturm geformte Eispilze bis zum Gipfel. Sie setzte damals neue Maßstäbe im kombinierten Eis- und Mixedklettern und gilt bis heute als die klassische und zugleich ästhetischste Route auf den Cerro Torre.

1 Kommentar
Kommentar schreibenSensationell. Alpinismus vom Feinsten!
Großartige, auch psychische, Leistung. Und fantastische Fotos.
Solche Berichte sind einfach gut für den wahren Alpinismus.
Mittlerweile hören wir ja fast nur von Leuten, die irgendwo etwas schneller waren als jemand anders.
Geschwindigkeitsrekorde auf ausgetretenen Pfaden interessieren allerdings meist nur den, der ein paar Sekunden schneller war.
Aber Cerro Torre solo im Winter, da brauchts schon ordentlich Mumm und ein Wahnsinns Können. Ein kleiner Fehler - und das schöne Leben ist dahin.
Ein Riesenkompliment an Colin, sich so etwas überhaupt zu trauen. Respekt und Gratulation zum Erfolg!