56 Gipfel in 16 Tagen by fair means

Neunmal Everest: Kilian Jornet schließt ersten Teil seines 4000er-Projekts erfolgreich ab

Kilian Jornet hat alle frei zugänglichen 56 4000er-Gipfel in Colorado in unglaublich schnellen 16 Tagen bestiegen. Dabei legte er rund 1000 Kilometer zu Fuß, 4000 mit dem Bike und 78.000 Höhenmeter zurück.

Kilian Jornet schließt 4000er-Projekt in den USA erfolgreich ab
© Instagram/Nick Danielson

Neunmal Everest: Kilian Jornet schließt 4000er-Projekt Colorado erfolgreich ab

"Ich fühle mich großartig", sagte Jornet in einem Video auf seinem Instagram-Kanal. Nach einem holprigen Start mit Jetlag und Höhenproblemen sowie überwiegend schlechtem Wetter sei er glücklich, dass sich alles gefügt habe. Er habe relativ schnell seinen Rhythmus finden könne und erreichte so täglich mehrere Gipfel. Die Strecken zwischen den Bergen legte er ausschließlich mit seinem Gravelbike zurück.

Das ehrgeizige Ziel seines Projekts "States of Elevation" ist es, innerhalb eines Monats alle 70 zugänglichen 4000er in den USA zu besteigen und die Strecke dazwischen mit dem Fahrrad zu überwinden. Zwei der 4000er in Colorado, Culebra und Bross, liegen auf Privatgrund und dürfen nicht bestiegen werden, weshalb Jornet sie ausklammern musste. Blieben in diesem Bundesstaat noch 56 übrig, die letzten in Colorado hatte er bereits am 3. September erreicht. Nun fehlen ihm "lediglich" noch zwölf Berge in Kalifornien und zwei im Bundesstaat Washington.

Das Projekt des Spitzensportlers umfasste auch schwierigere Routen, darunter die "Elks Traverse", eine 80 km lange Strecke über sieben anspruchsvolle Gipfel in drei Tagen. Jornet bewältigte auch "Nolans 14", 161 Milometer über 14 Gipfel der Sawatch Range, dabei musste er Waldbränden und Stürmen ausweichen. An einem Tag standen schließlich fünf 4000er in 14 Stunden auf dem Programm. Um die Gipfel zu verbinden, radelte der 37-Jährige jeweils (!) zusätzliche 30 Kilometer.

Nächster Halt: Kalifornien

Selbst seine ruhigeren Etappen seien anstrengend gewesen, scherzt Jornet. An einem "entspannteren" Tag sei er zum Beispiel 160 Kilometer zum Pikes Peak geradelt, (natürlich) gefolgt von einem zügigen Gipfelaufstieg. Begleitet wurde Jornet abschnittsweise von lokalen Trailläufern, darunter Sage Canaday und Simi Hamilton. Laut seiner Bilanz auf Instagram war der Spanier im Durchschnitt 16,5 Stunden pro Tag unterwegs, bewältigte dabei einen Marathon zu Fuß, weitere 75 – 80 Kilometer mit dem Bike und 4.875 Höhenmeter – und das 16 Tage lang.

"Die Berge in Colorado sind atemberaubend und die Wildnis etwas ganz Besonderes", freute sich Jornet. Derzeit befindet er sich mit dem Gravelbike auf dem Weg nach Kalifornien, um die dortigen zwölf 4000er zu besteigen. Den Anfang macht laut Jornet der Mount Whitney, mit 4421 Metern der höchste der "Lower 48". Von Kalifornien soll es weiter nach Washington gehen, wo noch Mount Rainier und den Mount Adams warten. Anfang Oktober will der Ultraläufer das Projekt abschließen.

Text von Lubika Brechtel

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