Wanderer von Begleitern getrennt und verstiegen

Ohne Kartenmaterial nach Notbiwak verstiegen: Großangelegte Rettungsaktion bei Scharnitz

Eine mehrtägige Bergtour endete für drei junge Wanderer im Karwendel oberhalb von Scharnitz mit einer großangelegten Suchaktion. Ein 25-Jähriger und zwei 17-Jährige aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte waren am Wochenende zu einer Tour in der Gemeinde Scharnitz aufgebrochen und hatten in der Biwakschachtel an der Breitgrieskarscharte übernachtet. Mit dem Abstieg begannen die Probleme.

Der Brendelsteig im Karwendel (Symbolbild, keine aktuellen Verhältnisse).
© IMAGO / imagebroker

Schwierige Verhältnisse am Brendelsteig führen zu Notbiwak

Beim geplanten Abstieg über das Marxenkar kam es zu ersten Problemen: Nachdem der Versuch scheiterte, über den Brendelsteig abzusteigen, mussten die drei die Nacht zum Dienstag (21. Oktober 2025) in einem Notbiwak verbringen. In den Morgenstunden kam es zu einem Streit – der 25-Jährige trennte sich von seinen Begleitern und geriet ohne Kartenmaterial in unwegsames Gelände. Oberhalb eines Felsabbruchs blieb er schließlich auf rund 1700 Metern stecken.

Die beiden 17-Jährigen verfügten über Offlinekarten, konnten ihren Begleiter jedoch nicht mehr finden. Sie setzten den Abstieg fort und trafen gegen 18:45 Uhr auf einen Jäger, der schließlich die Rettungskette in Gang setzte.

Verstiegener leicht verletzt gerettet

Eine großangelegte Suchaktion mit Bergrettung, Alpinpolizei, Wärmebilddrohnen und zwei Polizeihubschraubern wurde eingeleitet. Gegen 22:20 Uhr konnte die Besatzung der Libelle FLIR den Vermissten im Marxenkar mittels Wärmebildkamera orten – der Mann machte mit Lichtzeichen auf sich aufmerksam. Kurz darauf wurde er vom nachtflugtauglichen Rettungshubschrauber "RK2" aus Reutte per Tau geborgen und nach Scharnitz geflogen.

Der 25-Jährige erlitt leichte Verletzungen an den Beinen, war aber ansprechbar. Insgesamt standen über 30 Einsatzkräfte der Bergrettung Scharnitz und Leutasch, der Feuerwehr Landeck, der BFI Innsbruck sowie der Polizei im Einsatz.

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Das Biwak in der Breitgriesskarscharte und der Brendelsteig auf die Birkkarspitze

Das Biwak in der Breitgriesskarscharte ist ein besonderer Platz zur Übernachtung im Karwendel. Die Notunterkunft besteht aus einer ausrangierten Kabine eines Bergwachtrettungsfahrzeugs und sollte nur für Notfälle, nicht zum geplanten Biwak genutzt werden. Sie liegt am Toni-Gaugg-Weg zwischen Pleisenhütte und Karwendelhaus nur wenige Gehminuten unterhalb der Breitgrieskarspitze.

Der Brendelsteig gilt als die Königstour im Karwendel. Vom Karwendelhaus führt er über die drei Ödkarspitzen und die Birkkarspitze. Großartige Landschaftsimpressionen erwarten einen bei der Überschreitung der Ödkarspitzen zur Birkkarspitze. Eine gelungene Mischung aus Wanderung und alpiner Route, gewürzt mit etwas Nervenkitzel für Fortgeschrittene. Nach den erwarteten Schneefällen in den kommenden Tage sollte die Route nicht mehr begangen werden!

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