Vielfältige Themen

Klimaschutz, Digitalisierung und Hütten: Die DAV-Hauptversammlung 2025

Am 21. und 22. November 2025 fand die Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Passau statt. Etwa 600 Delegierte aus knapp 280 Sektionen diskutierten und entschieden zu den Themen Klimaschutz, Digitalisierung und dem Betrieb von AV-Hütten. Außerdem erhielt Dörte Pietron den Sportpreis 2025, auch die Bergwacht wurde geehrt.

Das Plenum der DAV-Hauptversammlung in Passau.
© DAV/Julian Rohn

Aktualisierung des Klimaschutzkonzepts: Mehrheit stimmt für aktuellen Kurs

Bereits 2021 hat die DAV-Hauptversammlung beschlossen, bis 2030 klimaneutral zu sein. Im Klimaschutzkonzept wurde festgeschrieben, wie der DAV dieses Ziel erreicht: mit einer verbandsweiten Emissionsbilanzierung, Selbstverpflichtungen, DAV-internem CO2-Preis und Zwischenzielen. Mit großer Mehrheit hat sich die Hauptversammlung nun erneut dafür entschieden, diesen Kurs beizubehalten. Der DAV-interne CO2-Preis bleibt bis 2027 bei 140 € pro Tonne, um zweckgebundene Mittel in den Sektionen bereitzustellen.

Wegweiser Hütten 2030 vorgestellt

Zudem wurde der "Wegweiser Hütten 2030" vorgestellt: Dabei handelt es sich um eine übergeordnete, wertebasierte Leitlinie für die Entwicklung von Hütten und Wege mit dem Ziel, diese nachhaltig, klima- und ressourcenschonend zu erhalten und zu betreiben. Inhalte sind u.a.:

  • Beim Wegeerhalt richtet sich der DAV nach dem Besucherlenkungsbedarf und den naturräumlichen, klimawandelbedingten Veränderungen.

  • Notwendige Einbauten werden einfach, wartungsarm und der Wegeschwierigkeit angemessen gestaltet. 

  • Die Hütten bieten ausgewogene, emissionsarme Verpflegung mit regionalen Zutaten an. 

  • Hüttenerweiterungen werden vermieden.

  • Der Ausstoß an Treibhausgasemissionen wird auf den Schutzhütten auf das absolut Notwendigste reduziert.

  • Die zum Betrieb notwendige Energie speist sich ausschließlich aus regenerativen Quellen.

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Digitale Mitgliederverwaltung im Fokus

2018 hat sich der Deutsche Alpenverein auf den Weg in eine flächendeckende Digitalisierung seiner gesamten Strukturen gemacht. Ziel ist es, alle wichtigen Abläufe zentral aus einer Hand zur Verfügung zu stellen. Diese Mitgliederverwaltung konnte bis heute allerdings nicht abgeschlossen werden. Hierauf soll nun der Fokus gelegt werden.

75 Jahre Alpenverein: Keine einfache Geschichte

Im Oktober 2025 jährte sich die Wiedergründung des Deutschen Alpenvereins zum 75. Mal. DAV-Vizepräsidentin Melanie Grimm nahm auf der Hauptversammlung den Jahrestag zum Anlass, auf die wechselvolle Vereinsgeschichte zurückzublicken. Denn der DAV war in den Nationalsozialismus nicht nur eingebunden, sondern unterstützte aktiv die antisemitischen Strukturen und die Verfolgung.

Auch mit der Wiedergründung brach der DAV nicht mit seiner Vergangenheit, sondern berief sich auf "Traditionen" und reaktivierte alte Netzwerke. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit begann erst ab Mitte der 1990er Jahre – auch durch externen Druck. Heute positioniert sich der DAV aufgrund der eigenen Geschichte bewusst für Offenheit, Vielfalt und Toleranz, tritt menschenverachtenden, antisemitischen, rechtspopulistischen und extremistischen Haltungen und Handlungen entgegen.

<p>Keine leichte Kost: 75 Jahre Wiedergründung des DAV.</p>

Keine leichte Kost: 75 Jahre Wiedergründung des DAV.

© DAV/Julian Rohn

Grünes Kreuz für die Bergwacht

Traditionell verleiht der DAV auf seiner Hauptversammlung das Grüne Kreuz, eine Auszeichnung im ehrenamtlich organisierten Bergrettungswesen. 2025 wurde Christian Donner von der Bergwacht Oberstdorf ausgezeichnet. Donner ist bereits seit 1991 bei der Bergwacht aktiv und rettete 2022 einem Bergsteiger am Nebelhorn mit einer unglaublichen Leistung das Leben.

Sportpreis für Dörte Pietron

Der DAV-Sportpreis geht 2025 an Dörte Pietron für ihren Einsatz für das Frauenbergsteigen und ihre prägende Arbeit mit und für den DAV-Frauen-Expedkader, den sie zuletzt als Trainerin begleitet hat. Von 2003 bis 2005 war sie selbst Mitglied des DAV-Expedkaders, als erste Frau überhaupt. 2011 rief Dörte Pietron den DAV-Frauen-Expedkader ins Leben – aus der Überzeugung heraus, dass es Räume braucht, in denen Frauen wachsen können, stark werden, Verantwortung übernehmen – und sichtbar sind.

<p>Dörte Pietron erhielt für ihr Engagement den Sportpreis.</p>

Dörte Pietron erhielt für ihr Engagement den Sportpreis.

© DAV/Julian Rohn

Ehrenamtspreis für Inklusionsprojekt

Mit dem Ehrenamtspreis würdigt der Deutsche Alpenverein herausragende Leistungen im Verband. In diesem Jahr geht der Preis an das Inklusionsprojekt #KLETTERNohneGRENZEN der Sektion Bremen. Die Initiative eröffnet Menschen den Zugang zum Klettersport, die diesen eigentlich gerne ausüben würden, jedoch aufgrund körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen bislang vor Hürden standen.

Diese Hütten tragen nun das Umweltgütesiegel

Seit 1996 vergeben die Alpenvereine das Umweltgütesiegel an Schutzhütten, die im Hüttenbetrieb den Umweltgedanken besonders konsequent umzusetzen. 2025 zeichnet der DAV sechs Hütten aus:

Haben noch geöffnet: Hüttenziele für Herbst und Winter
Schutzhütten für die kalte Jahreszeit
Haben noch geöffnet: Hüttenziele für Herbst und Winter

In diesen Hütten könnt ihr bis November oder sogar noch länger einkehren.

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