Helmkamera hält heikle Szene fest

Video: Schweizer Freerider entkommt knapp einer Lawine

Ein 21-Jähriger löst am Titlis eine Lawine aus. Seine Helmkamera zeigt, wie knapp er einer Verschüttung entging.

Video: Schweizer Freerider entkommt knapp einer Lawine
© Instagram

Freerider entkommt Lawine: Helmkamera hält heikle Szene fest

In Engelberg Titlis (Schweiz) hat ein 21-jähriger Freerider eine Lawine ausgelöst. Der Schweizer Savo Bahovski, der an Qualifier-Events der Freeride World Tour teilnimmt, war am dritten November-Wochenende zum Training im Gelände unterwegs. Bei einer Abfahrt vom Titlis in Richtung Trübsee riss der Hang unter ihm ab.

Mit Geschick und einer gehörigen Portion Glück gelang es dem Schweizer, der Lawine auszuweichen. Das mit einer Helmkamera aufgezeichnete Video zeigt auch, wie Bahovski versucht, unter ihm stehende Personen mit dem Ruf "Lawine" zu warnen. Auch diese Skifahrer blieben unverletzt. Die Aufnahmen verdeutlichen, wie knapp der 21-Jährige einer Verschüttung entging.

Video geht viral: Kritik und Einsicht

Das auf Social Media hochgeladene Video des Vorfalls hat hohe Reichweiten. Auf dem TikTok- und Instagram-Kanal von Bahovski wurde der Clip schon hunderttausendfach angesehen und vielfach kommentiert. Einige User kritisieren Bahovski, in den betreffenden Hang zu einem verhältnismäßig späten Zeitpunkt eingefahren zu sein. Der 21-Jährige zeigt sich einsichtig und gibt zu: "Ich hab den Schnee nicht richtig eingeschätzt und hatte Glück, dass weder ich noch andere unter die Lawine gekommen sind."

Bahovski möchte mit dem am 29. November geposteten Video keine Nachahmer motivieren oder sich mit skifahrerischem Können profilieren, sondern warnen und schreibt im Text seiner Posts: "Your daily reminder it’s not all fun and games. This was from a week ago in Engelberg, conditions right now are dangerous, be careful."

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Das GKMR-Prinzip zur Entscheidungsfindung

Bahovski hat in diesem Fall trotz seiner langjährigen Freeride-Erfahrung die falsche Entscheidung getroffen, als er in den Hang eingefahren ist. Eine von mehreren Methoden zum Lawinen-Risikomanagement und zur Einzelhangentscheidung ist das GKMR-Prinzip. Es steht für Gefahr, Konsequenzen, Maßnahmen und Risiko und hilft bei der Entscheidungsfindung, indem es die Lawinengefahr, mögliche Folgen und die Wirksamkeit von Maßnahmen in Beziehung setzt.

Hierzu schaut gerne auch dieses kurze Video aus unserem YouTube-Kanal, in dem Bergführer und Wissenschaftler Dr. Benjamin Reuter das von ihm mitentwickelte GKMR-Verfahren zur Beurteilung der Lawinengefahr kurz erläutert:

Eine gute Gelegenheit, lawinenkundliches Beurteilungsvermögen in der Praxis zu erlernen bietet das preiswerte eintägige Lawinensymposium mit Vivalpin im Rahmen der ALPIN-Tiefschneetage am 14. Dezember auf der Zugspitze. Hier findet ihr mehr Informationen und die Anmeldung.

Text von Holger Rupprecht

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