Fehltritt auf vereistem Untergrund hätte tödlich enden können

Sturz auf vereistem Steig: Wanderer vor weiterem Absturz gerettet

Ein Fehltritt auf vereistem Untergrund hätte tödlich enden können: Ein Wanderer ist nahe eines Wasserfalls in steiles Gelände abgestürzt und konnte sich in letzter Sekunde an einem Ast festhalten. Nur dank eines schnellen Bergrettungseinsatzes überlebte der Mann schwer verletzt.

Sturz auf vereistem Steig: Wanderer in letzter Sekunde gerettet
© Bergrettung Bischofshofen

Sturz auf vereistem Steig: Wanderer vor weiterem Absturz gerettet

Ein Mann aus der Steiermark ist am Mittwochnachmittag (07. Januar 2026) auf einem schmalen Steig nahe eines vereisten Wasserfalls schwer verunglückt. Der Wanderer rutschte aus und stürzte rund 25 Meter über eine steile Waldböschung ab. Kurz vor einem Abgrund konnte er sich an einem Ast festhalten und blieb an einem kleinen Baum hängen.

Trotz schwerer Verletzungen gelang es dem Mann, mit seinem Mobiltelefon eine Angehörige zu kontaktieren und damit die Rettungskette auszulösen. Die Bergrettung Bischofshofen wurde um 17:10 Uhr alarmiert. Bereits weniger als 20 Minuten später trafen die ersten Einsatzkräfte beim Verunfallten ein und begannen mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Ein Bergretter seilte sich mit einem 30 Meter langen Seil zu dem erschöpften und kraftlosen Mann ab und sicherte ihn umgehend mit einer Bandschlinge.

Der Verletzte drohte andernfalls über eine rund 100 Meter hohe, steile Granitfelswand weiter abzustürzen. Polizisten leuchteten die Unfallstelle aus, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen. Anschließend wurde der Mann von den Bergrettern professionell gesichert und in einer Universaltrage mittels Mannschaftszug über steiles Gelände nach oben gezogen. Nach der Erstversorgung erfolgte der Abtransport über die Burgwiese ins Tal, wo der Schwerverletzte an das Rote Kreuz übergeben wurde.

"Der Mann war schwer verletzt und stark unterkühlt. Die Situation war absolut dramatisch", schildert einer der Retter die Situation. "Wäre er weiter abgerutscht, wäre er über die senkrechte Granitfelswand abgestürzt." Der Steirer war auf dem Wanderweg zur Ruine Bachsfall unterwegs, als es auf einem schneebedeckten und teils vereisten Steig zu dem Unfall kam. Nach eigenen Angaben lag er ein bis zwei Stunden, zeitweise bewusstlos, im Absturzgelände, bevor es ihm gelang, Hilfe zu verständigen.

Der Einsatz war gegen 20:15 Uhr beendet. Insgesamt standen rund 20 Einsatzkräfte im Einsatz, darunter zehn Bergretter der Ortsstelle Bischofshofen sowie Polizei, Alpinpolizei und Rotes Kreuz.

Sicherheitshinweise: Wandern im Winter

  • Tour sorgfältig planen: Route, Höhenlage und Exposition prüfen. Im Winter können selbst einfache Wege durch Schnee und Eis heikel werden.

  • Aktuelle Bedingungen checken: Wetterbericht, Lawinenlage sowie Vereisung und Schneelage vorab einholen.

  • Richtige Ausrüstung mitnehmen: Feste, knöchelhohe Bergschuhe mit gutem Profil sind Pflicht. Je nach Bedingungen sind Grödel oder Steigeisen sinnvoll.

  • Zeitreserven einplanen: Die Tage sind kurz – rechtzeitig umkehren, bevor es dunkel wird.

  • Vorsicht auf schmalen Steigen: Vereiste Passagen, Laub unter Schnee oder Wasserläufe erhöhen die Rutschgefahr deutlich.

  • Alleinsein vermeiden: Nach Möglichkeit nicht alleine unterwegs sein und Angehörige über Ziel und Rückkehrzeit informieren.

  • Notfallvorsorge treffen: Handy voll aufgeladen mitführen, Notrufnummern kennen (112 / Bergrettung), Standortbestimmung aktivieren.

  • Eigene Grenzen respektieren: Bei Unsicherheit oder schwierigen Verhältnissen lieber abbrechen. Umkehren ist kein Scheitern.

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2 Kommentare

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Gaby Tum

Leider passieren solche Unfälle immer wieder. Die Leute meinen - ach das schaffe ich doch locker, und dann hängt ihr Leben am seidenen Faden!! Zum Glück gibt es die Rettungsteams die ihre Leben riskieren um ihnen zu helfen. Dafür kann man nicht genug dankbar sein!!!!

Ingo

Gut gemacht Bergrettung Bischofshofen!!!