Einzige Winterexpedition an einem nepalesischen Achttausender
Ein Team des kommerziellen nepalesischen Expeditionsveranstalters Makalu Adventure hat in diesem Winter einen zweiten Anlauf am Makalu (8485 Meter) gestartet. Ziel ist es, den iranischen Bergsteiger Abolfazl Gozali mit Unterstützung von Flaschensauerstoff auf den Gipfel zu bringen. Wie Gozali in einer ersten Instagram-Story bekanntgegeben hatte, konnten die Bergsteiger bereits Fixseile bis auf Camp 3 verlegen und Material in diese Zone transportieren.
Es handelt sich aktuell um die einzige laufende Winterexpedition an einem Achttausender in Nepal. Andere Projekte wurden in diesem Winter bislang nicht realisiert: Der Italiener Simone Moro beendete sein geplantes Wintervorhaben am Manaslu bereits Mitte Dezember nach einer Herzattacke während der Akklimatisierung. Auch eine im Herbst angekündigte mögliche Winterexpedition zum Mount Everest kam aus finanziellen Gründen nicht zustande.
Geleitet wird das Makalu-Projekt von Sanu Sherpa, einem der erfahrensten Höhenbergsteiger Nepals. Der 1975 geborene Alpinist hat alle 14 Achttausender mindestens zweimal bestiegen. Unterstützt wird er von sechs weiteren "Climbing Sherpas", darunter Phurba Ongchu Sherpa, der bereits 19-mal auf dem Mount Everest stand. Bereits im vergangenen Winter war das Team mit Gozali bis auf etwa 7800 Meter Höhe vorgedrungen. Damals zwangen orkanartige Winde mit bis zu 80 km/h sowie extreme Kälte die Bergsteiger zur Umkehr.
Summit Push bereits in vollem Gange
Der 42-jährige Abolfazl Gozali hat bislang zwei Achttausender bestiegen: 2022 den Manaslu mit Flaschensauerstoff und 2023 den Lhotse ohne Atemmaske. Zudem vollendete er 2019 die Besteigung der fünf sogenannten "Schneeleoparden"-Gipfel, allesamt Siebentausender im Pamir- und Tian-Shan-Gebirge. Die Gipfelsammlung ist eine traditionsreiche alpinistische Unternehmung aus der Zeit der Sowjetunion.
Nach Angaben des Portals ExplorersWeb hat das Team inzwischen Camp 3 erreicht, das sich auf rund 7400 Metern Höhe befindet. Entgegen der ursprünglichen Planung verzichten die Bergsteiger auf eine längere Ruhephase vor dem finalen Anstieg. Stattdessen wurde der Summit Push unmittelbar in der Nacht gestartet, da sich das Wetterfenster rasch zu schließen droht. Eine Verschlechterung der Bedingungen mit zunehmendem Wind wird erwartet.
Da ein Camp 4 nicht existiert, führt der geplante Gipfelanstieg über rund 1000 Höhenmeter durch ungesichertes Gelände. Das ist eine erhebliche Herausforderung, insbesondere unter winterlichen Bedingungen. Alle Mitglieder des Teams sind laut des Updates mit Flaschensauerstoff unterwegs. Ob der entschlossene Vorstoß ohne zusätzliche Sicherungen und ohne längere Erholung erfolgreich sein kann, hängt nun maßgeblich von Wetter, Wind und der körperlichen Verfassung der Bergsteiger in den kommenden Stunden ab.


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