Gesundheitliche Probleme nach Abstieg

Update: Herzinfarkt am Mera Peak - Simone Moro nach OP wohlauf

Der italienische Extrembergsteiger Simone Moro wurde am 13. Dezember 2025 nach einem mutmaßlichen Herzinfarkt per Hubschrauber in ein Krankenhaus in Kathmandu geflogen. Drei Tage zuvor hatte er den Mera Peak (6476 m) bestiegen. Jetzt hat er sich in einer Videobotschaft an seine Instagram-Follower gewendet.

Herzinfarkt am Mera Peak: Simone Moro im Krankenhaus 
© Simone Moro

Update 16. Dezember 2025 | Simone Moro nach OP wohlauf

Der italienische Extrembergsteiger Simone Moro hat sich nach seinem Herzinfarkt beim Abstieg vom Mera Peak in Nepal erstmals selbst zu Wort gemeldet. In einer Videobotschaft an seine Instagram-Follower berichtet er aus dem Krankenhaus in Kathmandu über die dramatischen Ereignisse in großer Höhe, die medizinische Behandlung und seinen aktuellen Gesundheitszustand.

Nach einer Operation geht es ihm inzwischen wieder besser. Entgegen anders lautender Berichte wurde ihm kein Bypass und kein Stent gesetzt. Hier der Wortlaut von Simone Moros Videos in der Übersetzung:

"Hallo meine Freunde, hier bin ich. Heute ist der 16. Dezember. Es ist Dienstag und ich bin in meinem Zimmer im Hams Hospital in Kathmandu, wo ich wegen eines Herzinfarkts behandelt wurde, den ich auf 5.000 Metern Höhe im Kare Basecamp, direkt unterhalb des Mera Peak, erlitten habe.

Den Berg sind wir ziemlich schnell aufgestiegen, und dann passierte es: Ich verspürte starke Schmerzen im Herzen und auch Schmerzen im linken Arm, und mir wurde klar, dass es etwas mit dem Herzen zu tun hatte – also etwas Ernstes.

Wir versuchten, einen Hubschrauber zu organisieren, aber das war nicht möglich. Also musste ich mit diesen Schmerzen und dieser Situation den ganzen Abend, die Nacht und den darauffolgenden Tag aushalten. Schließlich gelang es uns, nach Kathmandu und ins Krankenhaus zu kommen. Dort wurde ich untersucht und operiert.

Sie haben keinen Bypass eingesetzt, keinen Herzschrittmacher, keinen Stent – nichts davon. Sie haben lediglich eine meiner beiden Herzkranzarterien gereinigt, die vollständig blockiert war. Ich weiß nicht, seit wann und warum. Vielleicht wegen der vielen Expeditionen in großer Höhe, wegen des dickeren Blutes und … ich weiß es nicht.

Wie auch immer, jetzt sind sie wieder offen und ich fühle mich gut. Ich denke, ich werde noch einen Tag bleiben und dann nach Italien zurückkehren, um weitere Untersuchungen machen zu lassen. Die Ärzte haben mir gesagt, dass ich grundsätzlich wieder alles machen kann, was ich möchte. Ich brauche nur Zeit, um mich zu erholen und wieder mit dem Training zu beginnen."

Ursprüngliche Meldung vom 15. Dezember 2025 | Gesundheitliche Probleme nach Mera-Peak-Besteigung

Der 58-Jährige befand sich im Khumbu-Tal, um sich gemeinsam mit dem nepalesischen Bergsteiger Nima Rinji und dem Polen Oswald Pereira für eine Winterbesteigung des Manaslu zu akklimatisieren. Moro und Nima Rinji waren am Sonntag (07. Dezember) in Khare angekommen. Ihre Vorbereitung sah vor, den 6476 Meter hohen Mera Peak mindestens zweimal zu besteigen und je nach Bedingungen am Gipfel zu übernachten.

Der Mera Peak ist ein schneebedeckter, relativ unschwieriger Trekkinggipfel, der häufig für Akklimatisationstouren in der Region gewählt wird. Er gilt als höchster "Wandergipfel" Nepals. Moro hatte erklärt, dass der Gipfel nahezu die gleiche Höhe wie Camp 3 am Manaslu aufweist und sich daher ideal zur Akklimatisierung eigne. Den Startschuss für den Manaslu, dem eigentlichen Ziel der Expedition, hatte das Team für den 21. Dezember vorgesehen. An diesem Datum beginnt der astronomische Winter.

Am 10. Dezember brachen Moro und Nima Rinji vom Hochlager auf etwa 5800 m Höhe auf und erreichten den Gipfel laut eigener Angaben nach 2 Stunden und 20 Minuten (9:50 Uhr Ortszeit). Auch während des folgenden Abstiegs lief zunächst alles glatt. Zurück in Khare fühlte sich Moro aber offenbar unwohl, woraufhin sie eine Notfall-Evakuierung anforderten. 

Pereira stieß in letzter Minute zur Expedition. Er erreichte Khare, als Moro und Nima Rinji den Mera Peak bestiegen hatten, und stieg einen Tag später allein hinauf. Von Khare aus legte er einen beeindruckend schnellen Aufstieg hin: Er bewältigte die 1600 Höhenmeter in nur 6 Stunden und 15 Minuten und erreichte den Gipfel nur drei Tage nach seiner Abreise aus Polen.

Pressemitteilung des Teams

Die Zeitung "Tourism Times" berichtete mit Verweis auf das behandelnde Krankenhaus über einen Herzinfarkt Moros. Das Team der italienischen Bergsteigerlegende machte hingegen defensivere Angaben zum Gesundheitszustand des Sportlers:

"Nachdem er [Simone Moro, Anm. d. Red.] den Gipfel des Mera Peak erreicht und abgestiegen war, verspürte er starke Beschwerden. Nach einer Videosprechstunde mit seinen behandelnden Ärzten in Italien wurde umgehend eine medizinische Evakuierung angeordnet. Aufgrund der späten Stunde war dies nicht am selben Tag möglich, und er wurde daher am folgenden Tag per Hubschrauber nach Kathmandu geflogen, um dort weiter untersucht zu werden. Simones Zustand hat sich verbessert, und er ist guter Dinge. Er wird derzeit medizinisch betreut und gründlich untersucht," heißt es vonseiten des Managements.

<p>Erfahrener Pilot: Moro ist auch für sein Engagement als Hubschrauber-Pilot bekannt.</p>

Erfahrener Pilot: Moro ist auch für sein Engagement als Hubschrauber-Pilot bekannt.

© Simone Moro

Simone Moro: Äußerst erfahrener Winterbergsteiger

Simone Moro ist der einzige Bergsteiger, dem vier Erstbesteigungen von Achttausendern im Winter gelungen sind: Shishapangma (2005), Makalu (2009), Gasherbrum II (2011) und Nanga Parbat (2016). Moro hat sechsmal versucht, den Manaslu im Winter zu besteigen. 

Im vergangenen Jahr bestieg der 19-jährige Nima Rinji Sherpa als jüngster Mensch alle 14 Achttausender. Diese Expedition sollte seine erste Erfahrung mit der 8000er-Besteigung im Alpinstil werden. Es ist derzeit unklar, ob Nima Rinji und Pereira die Expedition fortsetzen werden.

Die 14 Achttausender der Erde
Die wichtigsten Infos auf einen Blick
Die 14 Achttausender der Erde

Wir haben für Euch die wichtigsten Infos zu allen 14 Achttausendern der Erde zusammengestellt. Klickt Euch durch die Slideshow!

zur Galerie

Text von Lubika Brechtel

1 Kommentar

Kommentar schreiben
rally60

Dear Simone, at first all the best for your recovery. I am 65 and no moutaineer, like you. In march, I hat an heard attac, too and received 3 stents. At first, my world broke down, I wasn't already prepared to leave. But after a recovery over the summer, I feel good and enjoy my live. I have plans for 2026 to do Enduro races and go to the Alps. Welcome to the club and do not give up. Best regards and keep positiv. Ralf.